Nach den tierschutzrechtlichen Vorwürfen gegen einen Schweinebetrieb in Halver-Hohenplanken vor knapp einem Jahr hat der Betrieb nach Angaben der Tierschutzorganisation Aninova die Sauenhaltung aufgegeben. Stattdessen würden dort inzwischen 500 Schweine gemästet.
Keine neuen Verstöße
Laut Aninova habe das Veterinäramt den Betrieb in diesem Jahr zweimal kontrolliert und bei beiden Routinekontrollen keine neuen Verstöße festgestellt. Im Februar 2026 hätten sich noch letzte Sauen im Betrieb befunden, bei einer Kontrolle am 5. August seinen keine Sauen mehr vorgefunden worden. Stattdessen würden Teile der früheren Zuchtsauenbereiche inzwischen für rund 500 Mastschweine genutzt.
Das Veterinäramt habe bei der jüngsten Kontrolle unter anderem Fressplätze und Tränken, Spaltenbreiten sowie die Belegdichte geprüft und dabei keine Beanstandungen feststellen können, die nach den früheren Missständen angeordneten Auflagen seien vollständig umgesetzt worden.
Darüber hinaus seien Veränderungen an der Betriebsstruktur vorgenommen worden. Neue Auflagen oder Ordnungswidrigkeitenverfahren seien im Jahr 2026 nicht hinzugekommen.
„Das Tierleid ist damit nicht beendet“
Aninova geht davon aus, dass auch die Konsequenzen aus den früher festgestellten Missständen eine Rolle bei der Aufgabe der Sauenhaltung gespielt haben könnten. Die Einhaltung der tierschutzrechtlichen Vorgaben und der behördlichen Auflagen hätte insbesondere in der Sauenhaltung entsprechende Veränderungen und Anpassungen erforderlich gemacht.
„Dass die Sauenhaltung jetzt vollständig beendet ist, begrüßen wir“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von Aninova. „Allerdings werden dort weiterhin rund 500 Schweine gemästet. Das Tierleid ist damit nicht beendet.“
Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin
Aninova hatte im Oktober 2025 erschütternde Foto- und Videoaufnahmen aus dem Betrieb veröffentlicht, die unter anderem stark abgemagerte, äußerlich deutlich verletzte Tiere, verwesende Kadaver und einen Befall von Ungeziefer sowie bauliche Mängel dokumentieren sollten. Den damaligen Unterlagen zufolge wurden dort zeitweise rund 440 Sauen und 2300 Ferkel gehalten.
Die Tierschutzorganisation erstattete bei der Zentralstelle für die Verfolgung der Umweltkriminalität in Nordrhein-Westfalen Strafanzeige gegen den Schweinebetrieb. Die strafrechtlichen Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft Dortmund dauern weiterhin an.
Bereits vor der Veröffentlichung durch Aninova war der Betrieb wiederholt bei behördlichen und privatwirtschaftlichen Kontrollen aufgefallen. Nach der Aufdeckung wurden bei einer Kontrolle des Veterinäramtes erneut Tierschutz- und Hygienemängel festgestellt und Auflagen erteilt. Auch das privatwirtschaftliche Kontrollsystem QS Qualität und Sicherheit hatte nach Bekanntwerden der Missstände reagiert und den Betrieb gesperrt. Das QS-Siegel habe der Betrieb, so Aninova, nach aktuellem Stand weiterhin nicht zurückerhalten.
„Der Fall zeigt, dass Missstände Konsequenzen haben müssen“, so Peifer. Am wirkungsvollsten lasse sich Tierleid verhindern, indem Tiere gar nicht erst für menschliche Ernährung genutzt würden, so der Aninova-Vorsitzende: „Eine vegane Lebensweise ist dafür der konsequenteste Weg.“
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