Die „Big Bags“ sind an verschiedenen Stellen des Volme-Ufers zu sehen: Manchmal stecken sie zwischen Ästen fest, ein anderes Mal liegen sie unter Wasser. Hauptsächlich sind sie in Dahlerbrück präsent, aber durch das Hochwasser im Januar 2023 wurden sie sogar kilometerweit weggeschwemmt, bis nach Rummenohl und zur Priorei.
Ursprünglich wurden die etwa einen Meter großen Säcke mit Kies gefüllt, um die Baustelle der Bahn-AG in Dahlerbrück vor Überflutung zu schützen. Den Wassermassen vom Hochwasser-Ereignis in der ersten Januarhälfte 2023 hielten sie jedoch nicht stand. Die Konsequenz: Die „Big Bags“ verteilten sich entlang der Volme.

Die Umweltverschmutzung stößt bei vielen Schalksmühlern, Spaziergängern und Naturliebhabern auf Unverständnis – auch bei Ortwin Schmidt, der damals von Spaziergängern auf die „Big Bags“ aufmerksam gemacht wurde. Schmidt zählte etwa 15 Stück. Und obwohl sich die Zahl mittlerweile verringert hat, sei dies nicht der Bahn-AG zu verdanken, sondern freiwilligen Helfern. „Fußgänger haben bereits einiges weggeräumt. Aber schwer zugängliche Stellen sind immer noch betroffen“, erklärt er.
Die Bahn-AG schweigt
Verantwortlich für die Umweltverschmutzung macht Schmidt die Bahn-AG, die als Auftraggeber der Baustelle den Müll aus der Volme hätte entfernen müssen. Eine Pressesprecherin der Deutschen Bahn hatte im September 2023 gegenüber LokalDirekt erklärt, dass die „Big Bags“ entfernt worden seien. Das dies nicht der Wahrheit entspreche, machte Schmidt in einem Leserbrief deutlich. Auf jegliche Presseanfragen zum Thema „Big Bags“ gab es seitdem keine Reaktion.
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„Am meisten ärgert mich, dass zu dieser Angelegenheit einfach geschwiegen wird. Die Bahn-AG sollte zumindest dazu stehen oder einen Kommentar abgeben“, kritisiert Schmidt. Auch die Untere Wasserbehörde nimmt er in die Pflicht. „Es verwundert mich, dass auf die Verschmutzung nicht reagiert wird“. Die Gemeinde Schalksmühle möchte er hingegen nicht für die Angelegenheit verantwortlich machen, da sie nicht dafür zuständig sei, die Bahn-AG zu einer „Aufräumaktion“ aufzufordern.
Ein Blick in die Zukunft
Für Ortwin Schmidt steht fest: Die „Big Bags“ müssen aus der Volme entfernt werden. Theoretisch könnten sie noch viele weitere Jahre im Fluss liegen. „Die Big Bags sind so stabil, dass sie über die Jahre nicht verrotten“, erklärt Schmidt besorgt in Bezug auf die Zukunft. Es werde nicht das letzte Hochwasser gewesen sein – wo dann das nächste Mal die Plastiksäcke angeschwemmt werden, ist fraglich. Er wünscht sich, dass Gespräche mit der Bahn-AG darüber geführt werden können, auch mit „Normalsterblichen“. Doch bisher verlief das ohne Erfolg. „Die Arroganz der Bahn-AG ist nicht zu überbieten“, fügt er hinzu.
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