Bei der Plastic Manufacturing Group, zu der die Linden Plastics in Lüdenscheid gehört, laufen die Maschinen auch nach der Eröffnung der Insolvenzverfahren weiter. In allen Unternehmen werde weiter produziert, heißt es in einer Presseverlautbarung des Insolvenzverwalters.

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Zwar endet mit den Verfahrenseröffnungen der Insolvenzgeldzeitraum, so dass die Unternehmen der Gruppe die Löhne und Gehälter wieder selbst zahlen müssen. Doch Insolvenzverwalter Volker Böhm von der Kanzlei Schultze & Braun sei es gelungen, mit den Kunden der Unternehmen Vereinbarungen zur Fortsetzung der laufenden Lieferverträge zu schließen.

Dadurch könne Böhm, so berichtet die Kanzlei, die Geschäftsbetriebe trotz der schwierigen Ausgangslage auch unter Vollkosten fortführen. „Diese Lösung ist gleich aus zwei Gründen äußerst wichtig“, betonte der Insolvenzverwalter. „Zum einen verschafft dies sowohl uns als auch den Kunden Planungssicherheit. Zum anderen haben wir deutlich mehr Zeit für die Suche nach Investoren.“

Das Insolvenzverfahren über die Diepersdorf Plastic Manufacturing GmbH sei bereits am 31. Dezember 2025 eröffnet worden. Bei der Linden Plastics Manufacturing GmbH und der SMK Plastic Manufacturing GmbH finde die Eröffnung der Insolvenzverfahren voraussichtlich zum 1. Februar 2026 statt. Alle drei Standorte könnten den Geschäftsbetrieb auch im eröffneten Insolvenzverfahren fortsetzen.

Rechtsanwalt Volker Böhm.
Foto: Schultze & Braun

Böhm äußerte sich vorsichtig optimistisch über die Aussichten des laufenden Investorenprozesses. "In den vergangenen Wochen haben mehrere potenzielle Erwerber Vertraulichkeitsvereinbarungen unterzeichnet und prüfen derzeit die Zahlen der Gruppenunternehmen. Inzwischen fanden auch mehrere Besichtigungstermine vor Ort statt." Der Insolvenzverwalter erwartet im neuen Jahr erste indikative Angebote von Interessenten, auf deren Basis die Verhandlungen beginnen können. Derlei Angebote stellen noch keine rechtlich verbindliche Willensbekundung dar, sondern sind der Beginn von Buchprüfungen und eingehenderen Verhandlungen, an deren Ende eine tatsächliche Übernahme stehen kann.

Die Unternehmen der Plastic Manufacturing Gruppe hatten am 3. November 2025 Insolvenzantrag gestellt. Hintergrund sind massive Verluste und der rückläufige Pkw-Absatz in Europa sowie die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie.

„Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen in der Automobilbranche sind deshalb auch bei der Diepersdorf Plastic Manufacturing Group Restrukturierungsmaßnahmen unvermeidlich“, ergänzte Volker Böhm. „Wir werden die Angebote und Konzepte der potenziellen Investoren auswerten und im Januar über die erforderlichen Maßnahmen entscheiden.“