Beim ersten Stammtisch im Neuen Jahr am Dienstag, 20. Januar, ging es um 2 konkrete Fragen der Nutzung erneuerbarer Energie: Wie effizient ist die Wärmepumpe an Tagen mit Außentemperaturen unter 0 Grad (also unter dem Gefrierpunkt)? Wie bedeutsam sind die privaten Stromspeichern verbunden mit einer Solarstromanlage in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht?
Der Energiestammtisch Halver teilt mit:
1. Erfahrungswerte mit Wärmepumpen an kalten Tagen
Inzwischen haben viele neu eingebaute Wärmepumpen ihren ersten Winter erlebt und die Effizienzwerte sind erwartungsgemäß oder teilweise sogar deutlich über den Erwartungen. Um eine Förderung für eine Wärmepumpe zu erhalten, muss gewährleistet sein, dass sie übers Jahr gesehen mindestens eine Effizienz von 300 Prozent oder eine Jahresarbeitszahl von 3 erreicht. In Verbindung mit einer Fußbodenheizung ist dies keine Herausforderung, bei Versorgung eines Hauses über Heizkörper hängt die Effizienz am Ende davon ab, ob die Heizkörper insbesondere in den durchgehend normal beheizten Bereichen, groß genug ausgelegt sind. Es wurden für drei verschiedene Anlagen im Zeitraum vom 23. Dezember bis zum 27. Dezember Tageswerte genommen und ausgewertet .
Dabei war festzustellen, wie sehr sich die Außentemperaturschwankungen auf die Effizienz der Wärmepumpe auswirken. Im Betrachtungszeitraum schwankte die mittlere Tagesaußentemperatur zwischen vier und minus zwei Grad, was die Arbeitszahl der Wärmepumpe um 0,5 abfallen ließ. Der Kälteeinbruch führte aber bei keiner Anlage zu einer Unterversorgung oder einer Aktivierung des elektrischen Heizstabes. Es ist gut erkennbar, wie sensibel die Effizienz der Wärmepumpe von der Wärmequellentemperatur abhängt. Ergänzend wurde ein Jahreseffizienzvergleich von Wärmepumpen 14 verschiedener Hersteller vorgestellt, wonach sich die danach zu erwartenden Jahresstromverbräuche bei gleichem Wärmebedarf um bis zu 40 Prozent unterscheiden. Insofern ist bei der Planung einer Umstellung auch die Effizienz laut Herstellerangaben von großer Bedeutung.
2. Stromspeicher auf dem Vormarsch
Bei den Stromspeichern ist eine sehr positive Entwicklung zu verzeichnen. Sie lassen eine höhere Lebensdauer erwarten als bisher angenommen und kosten inzwischen weniger als 500 Euro pro kWh Speicherkapazität. Unter diesen Bedingungen amortisieren sie sich so schnell, dass man eigentlich nicht mehr von einem wirtschaftlichen Risiko sprechen kann, so der Energiestammtisch. Es sei festzustellen, dass sich durch die große Verringerung des Netzstrombezugs Stromspeicher schneller amortisierten als stationäre Solarstromanlagen und die seien angesichts des Verzichts auf die Umsatzsteuer heute sehr wirtschaftlich. In der Regel empfehle es sich deshalb, bei der Dimensionierung einer neuen Anlage die zur Verfügung stehende Dachfläche vollständig zu nutzen, dann sei man bei Versorgung aller möglichen Nutzungen (Haushaltsstrom, E-Auto, Wärmepumpe) meistens bilanziell autark und erreiche eine sehr wirtschaftliche Versorgung mit sehr niedrigen Bezugskosten für den Reststrom, häufig ließen sich Energiekosten sogar halbieren.
Es wurden auch konkrete Auslastungszahlen für Stromspeicher monatsbezogen vorgestellt, danach erreicht der Stromspeicher in der Übergangszeit die größte Auslastung.
3. Ausblick
Der nächste Stammtisch wird am Dienstag, 17. Februar, stattfinden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wünschen sich Informationen zum Einsatz von PVT-Kollektoren und zur geplanten Förderung von Elektroautos.











