Seit 21 Jahren steht es leer. Am kommenden Sonntag, 1. Februar, soll das Gebäude nun versteigert werden. Zu haben ist es ab 500 Euro. Die Rede ist vom Kreckelhaus an der Kirchstraße.

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Das Gebäude ist mehr als baufällig, die Fenster wurden von Vandalen herausgerissen und nachdem es von Obdachlosen immer wieder als Übernachtungsmöglichkeit genutzt wurde, sperrte der Märkische Kreis das Haus bereits vor einigen Jahren komplett ab.

Ein Blick in die Historie des Kreckelhauses

Errichtet wurde es in den 1970er Jahren von Bauunternehmer Kreckel. Nach dessen Insolvenz stand es eine Weile leer, ehe schließlich die Bauverwaltung des Kreises einzog. Anschließend wurde es durch die Müllentsorgungsfirma Cms genutzt, die jedoch über Nacht die Gemeinde verließ.

Seitdem nunmehr 21 Jahren steht das Gebäude leer — und zerfällt. Die Idee, aus dem Kreckelhaus eine Seniorenresidenz zu machen, scheiterte gleich zwei Mal. Pläne hierfür gab es zuerst im Jahr 2003, als ein Investor plante, ein Pflegeheim zu eröffnen. Dieses Vorhaben scheiterte genauso wie das der Firma Mencosano, die an der Kirchstraße ebenfalls eine Pflegeeinrichtung schaffen wollte.

Seitdem wurde es immer mal wieder zum Kauf angeboten — im Rahmen von Zwangsversteigerungen, auf Immobilienportalen und Ebay. Nun bietet die Familie Spettmann das Kreckelhaus samt Grundstück an.

"Sie können Millionär werden"

Karl-Leo Spettmann preist die Ruine nun in den sozialen Medien an. Präsentiert dort einen virtuellen Rundgang, nennt die vermeintlichen Vorzüge. Unter anderem die Größe des Grundstücks von rund 2000 Quadratmetern.

"Durch die ganzen Fördermittel bekommen sie als Käufer insgesamt sechs Millionen Euro von der Bank, müssen davon jedoch nur vier Millionen zurückzahlen. Sie können also Millionär werden", verspricht Spettmann. Ob und in welcher Höhe Fördermittel tatsächlich möglich wären, ist offen — und hängt von Nutzung, Konzept und Bewilligungsstellen ab. Als mögliche Nutzungsmöglichkeiten schlägt Spettmann in seinen Videos unter anderem eine Seniorenresidenz vor, eine Einrichtung für betreutes Wohnen oder die Unterbringung einer Verwaltung. In dem Gebäude könnten "über 50 Wohnungen entstehen", außerdem verfüge das — wie in den Videos offensichtlich erkennbar baufällige — Gebäude über ein massives Treppenhaus und einen Lastenaufzug.

Und auch die Umgebung preist Karl-Leo Spettmann an: "Nachrodt-Wiblingwerde ist in der Nähe von Hagen, von Dortmund, vom Sauerland. Hier wollen viele hin." Karl-Leo Spettmann selbst handelt seit vielen Jahren mit Schrottimmobilien.

Wer sich für das Objekt interessiert, hat am kommenden Sonntag, 1. Februar, um 12 Uhr, die Gelegenheit, es zu ersteigern. Die Versteigerung findet direkt vor Ort an der Kirchstraße in unmittelbarer Nähe des Objektes statt.