Die Wassermassen machten aus Flüssen und Bächen reißende Ströme, der Grundwasserpegel stieg in der Nacht auf den 15. Juli immer weiter an und überflutete Keller – auch in höheren Lagen.
Die folgenden Stunden und Tage forderten den Rettungskräften Höchstleistungen ab. Alle verfügbaren Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK waren ohne Unterbrechung auf den Beinen. Bilder aus Altena, auf denen Panzer der zur Hilfe beorderten Bundeswehr durch die Straßen rollten, werden viele wohl nicht mehr vergessen.
Die Feuerwehr in Schalksmühle erinnert heute auf ihrer Facebook-Seite an die ereignisreichen Stunden im Juli 2021. Pressesprecher Mark Fürst schreibt: „Was das Hochwasser am 14. und 15. Juli 2021 auch in Schalksmühle verursacht hat, wird niemand mehr vergessen, der es aktiv miterlebt hat. Für die Feuerwehr Schalksmühle war dies eine nie zuvor dagewesene Situation. Es war eine Einsatzlage von extremem Ausmaß: Über 100 Einsatzkräfte gingen bei 159 Einsätzen – alleine am 14. und 15. Juli – an ihre Grenzen und brachten sich häufig selber in Gefahr, weil ansonsten keine Hilfe für die Schalksmühlerinnen und Schalksmühler möglich gewesen wäre.“


In der Volmegemeinde traf das Hochwasser ganze Firmenkomplexe, Keller und Wohnungen. Die Volme trat in Minuten über die Ufer und riss alles mit, was sich ihr in den Weg stellte. „Die Volmestraße war keine Straße mehr, sondern die Volme selbst, Gefahrstoffe liefen aus, Bäume stürzten reihenweise um, Menschen mussten aus Fahrzeugen und Häusern gerettet werden“, erinnert sich Fürst. Dass in Schalksmühle, ebenso wie in Halver, Lüdenscheid, Brügge und Oberbrügge, niemand ernsthaft verletzt wurde, „war reines Glück“.
Die Schwerpunkt-Einsätze der Halveraner Feuerwehr spielten sich in der Flutnacht vor allem im Ortsteil „Im Sumpf“ und im volmenahen Teil von Oberbrügge ab. Am Mittwochabend fasste die Einsatzleitung der Feuerwehr Halver den Entschluss, etwa 140 Personen in Oberbrügge sowie Lüdenscheid-Ahelle zu evakuieren. Sie wurden in der Anfangsphase des Einsatzes durch das Deutsche Rote Kreuz aus Halver – unterstützt durch die zweite Einsatzeinheit des Märkischen Kreises – in der Bürgerhalle Oberbrügge betreut und versorgt und im Verlauf der Nacht in die Jugendherberge an der Glörtalsperre gebracht. „Über 200 Einsatzkräfte sorgten dafür, dass sich die Schäden im Stadtgebiet Halver in Grenzen hielten. Glücklicherweise kam es dabei nur zu zwei leichten Verletzungen in den Reihen der Einsatzkräfte“, erinnert sich Jörn Maximowitz von der Halveraner Wehr.

Als Schatten aber legt sich der Tod zweier Feuerwehr-Kameraden in Altena und Werdohl über die Ereignisse vor einem Jahr, die im Hochwasser-Einsatz ihr Leben verloren.
Auch ein Jahr nach dem Starkregenereignis ist die Region an vielen Stellen geprägt von den Folgen – alle Schäden, vor allem an der Infrastruktur, konnten bislang nicht behoben werden. Neben vielen Auszeichnungen und auch Spenden für die Einsatzkräfte erhielten die Kommunen zudem zum Teil hohe finanzielle Hilfen zur Behebung der Schäden. So konnte Halvers Bürgermeister Michael Brosch im Mai einen Zuwendungsbescheid in Höhe von rund 6,6 Millionen Euro entgegennehmen. Olaf Stelse, Bürgermeister in Kierspe, erhielt einen Förderbescheid in Höhe von 931.600 Euro.








