Nach dem öffentlich ausgetragenen Konflikt um die Zukunft des Franz-Dobrikat-Sportplatzes in Halver hat das Gespräch zwischen dem FC Phoenix Halver und der Stadtverwaltung für Klarheit gesorgt: Der Verein bleibt bei den weiteren Planungen außen vor und muss die Sportstätte womöglich bis Jahresende verlassen. Wie es danach für den Klub weitergeht, ist ungewiss.
Pachtvertrag läuft zum Jahresende aus
Zur Einordnung der aktuellen Entwicklung: Die Diskussion um die Zukunft der Sportanlage beschäftigt die Beteiligten bereits seit längerem. Nachdem der Betreibervertrag zwischen der Stadt Halver und der Agilis Sport GmbH im vergangenen Jahr noch einmal verlängert wurde, läuft nun auch der Pachtvertrag des FC Phoenix zum Jahresende aus. Damit steht fest, dass die Stadt Halver anschließend neu darüber entscheiden wird, welcher Verein die Anlage künftig nutzen darf und wie der Betrieb organisiert wird.
Fehlende Wertschätzung und Anerkennung
Die Entscheidung, dass die Stadt voraussichtlich künftig mit einem anderen Verein plant, ist für den Vorsitzenden Thomas Fischer das eine. Die Art und Weise, wie diese Entscheidung kommuniziert worden ist, wiegt jedoch deutlich schwerer.
Hintergrund ist ein Gespräch im April gewesen, zu dem Kämmerer und 1. Beigeordneter Simon Thienel eingeladen hatte und bei dem Fischer aus terminlichen Gründen von seiner Vorstandskollegin vertreten wurde. „Per E-Mail habe ich dann im Anschluss nur erfahren, dass die Stadt beschlossen hat, mit einem anderen Verein weiterzumachen", berichtet Fischer im Gespräch mit LokalDirekt.
Zwar sei die Entscheidung noch nicht endgültig; nach Informationen der Redaktion führt die Stadt jedoch bereits fortgeschrittene Gespräche mit den Kreisch-Kickern vom TuS Grünenbaum. Laut Fischer ist im vergangenen Gespräch zusätzlich die Möglichkeit diskutiert worden, die Anlage an der Karlshöhe künftig durch die Stadt selbst zu betreiben.
In der Vergangenheit kritisierte der Vereinsvorsitzende zudem wiederholt die fehlende Anerkennung für die ehrenamtliche Arbeit, die der Verein über die vergangenen 20 Jahre leistete. Phönix Halver habe sich dabei nicht nur um den Erhalt der Vereinskultur in der Stadt gekümmert, sondern auch um die Bewirtschaftung und Pflege des Sportplatzes.
„Auch im vergangenen Gespräch fehlte mir jegliche Anerkennung und Wertschätzung seitens der Stadt", berichtet Thomas Fischer weiter. Ein Dankeschön für die vielen Jahre oder eine Entschuldigung für die Entscheidung beziehungsweise die Kommunikation habe ihm vollständig gefehlt. Dass der Verein lediglich gegründet worden sei, um den Platz bewirtschaften zu können, habe im Gespräch zudem nur ein Schulterzucken ausgelöst, erzählt Thomas Fischer. „Es war insgesamt ein kaltes und nüchternes Gespräch."
Vereinszukunft bleibt offen – Fusion und Nutzung des Vereinsheims keine Option
Die Stadtverwaltung habe dem Verein angeboten, den Sportplatz zwar künftig nicht mehr zu betreiben, das Vereinsheim jedoch weiterhin für Veranstaltungen nutzen zu dürfen. Doch darauf möchte sich der Verein nicht einlassen. Thomas Fischer hat sinngemäß erklärt, dass sich die Situation für sie anfühlen würde, als sei man in einem fremden Haus zu Gast, in dem man sich nicht wirklich wohlfühle und auch nicht übernachten wolle.
Auch eine Fusion mit dem Verein, der die Anlage möglicherweise im kommenden Jahr betreiben wird, kommt nicht infrage: „Eine Fusion ergibt nur Sinn, wenn beide Vereine auch eigene Mannschaften haben. Kein Verein wird mit einem anderen fusionieren, wenn dieser nichts mehr hat", erklärt er. Aktuell treten lediglich eine Volleyballmannschaft sowie eine christliche Fußballmannschaft unter dem Namen von Phönix Halver an. Eigene Teams im regulären Spielbetrieb hat der Verein derzeit nicht mehr gemeldet.
Den Sportlern ist inzwischen klar, dass voraussichtlich ohne seine Beteiligung geplant wird und sie die Sportstätte bis Jahresende verlassen müssen. Wie es danach weitergeht, ist laut Fischer ungewiss – im schlimmsten Fall droht eine Auflösung des Vereins.
Stadtverwaltung kündigt Stellungnahme in der kommenden Woche an
„Es darf keine Verlierer geben, aber wir können auch nicht jeden Wunsch erfüllen", erklärt Bürgermeister Armin Kibbert. Aufgrund der aktuell noch laufenden Gespräche möchte er sich in der Sache erst in der kommenden Woche weiter äußern. Die Stadtverwaltung hat darüber hinaus bislang keine ausführliche Stellungnahme zur Situation abgegeben. Bei der Sportabzeichenverleihung im Mai betonte Kibbert lediglich, dass es unterschiedliche Perspektiven zu der Thematik gebe.
Für die kommende Woche ist also ein weiteres Gespräch zwischen der Verwaltung und dem Verein geplant.
Weiterer Bericht folgt.
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