Der Rahmen der Veranstaltung war positiv geprägt: Zahlreiche Sportabzeichen wurden verliehen und drei besondere sportliche Leistungen ausgezeichnet. Der Abend auf dem Franz-Dobrikat-Sportplatz klang in geselliger Runde aus und stand im Zeichen der Wertschätzung des Ehrenamts. Überschattet wurde die Veranstaltung jedoch durch eine unerwartete Entscheidung: Thomas Fischer, Vorsitzender des Phoenix Halver, gab am Mittwochabend, 20. Mai, seinen Sportbären zurück.
Rückgabe des Sportbären
„Es wird immer so viel über Wertschätzung und Anerkennung gesprochen. Leider musste ich nun wahrnehmen, dass die Realität eine andere Richtung einschlägt", sagte Fischer vor versammelter Mannschaft im Rahmen der Sportabzeichenverleihung. Der Vorsitzende von Phoenix Halver hatte seinen Sportbären 2022 von Altbürgermeister Michael Brosch erhalten – nun gab er ihn zurück.
Konflikt um Zukunft des Sportplatzes
Hintergrund ist ein Konflikt zwischen dem FC Phoenix Halver und der Stadtverwaltung um die Zukunft des Franz-Dobrikat-Sportplatzes in Halver: Der Verein kritisiert, bei den Planungen nicht ausreichend beteiligt worden zu sein, obwohl er den Platz über Jahre mit Eigenleistung und finanzieller Unterstützung maßgeblich getragen habe. „Seit der Gründung des Vereins haben wir uns um den Platz gekümmert. Wir haben einen großen Teil dazu beigetragen, dass es dieses Angebot hier gibt", sagte Thomas Fischer.
Und nun wurde dem Verein, so Fischer, mitgeteilt, dass ab Ende des Jahres mit einem anderen Verein geplant werde. Hintergrund ist das auslaufende Nutzungskonzept, zu dem bislang keine Einigung über den künftigen Betrieb bestehe. Stadt und Verein ringen vor allem um die Frage, wer die Anlage künftig verantwortet. Laut Gerüchten solle der TuS Grünenbaum die Anlage besetzen.
Gleichzeitig würde die Übernahme des Platzes durch einen anderen Verein womöglich das Aus für den FC Phoenix Halver bedeuten, erklärte Thomas Fischer. Zum Schluss beendete er seine Standpauke mit einem Denkanstoß an die Verwaltung: „Macht es Sinn, Vereine zu priorisieren, die mehr Mitglieder haben?“
„Es gibt mehrere Meinungen zu dem Thema"
Bürgermeister Armin Kibbert wirkte sichtlich überrascht von der Aktion. Für den Moment wolle er die Situation so stehen lassen, erklärt er gegenüber Fischer und den zahlreichen Besuchern, die am Abend zum Franz-Dobrikat-Sportplatz gekommen waren. „Vieles, was du gesagt hast, mag subjektiv stimmen, vieles andere meiner Meinung nach nicht, denn es gibt mehrere Meinungen zu diesem Thema", sagte Kibbert.
Ein Gespräch zwischen Verein und Verwaltung hätte bereits stattfinden sollen, ist laut Kibbert bislang jedoch aus terminlichen Gründen nicht zustande gekommen. Demnach solle ein Termin im kommenden Monat nachgeholt werden, kündigte er an. „Den Rahmen für ein solches Gespräch hätte ich anders und besser gefunden", erklärte er.
Und mit folgenden Worten beendete er den Stimmungsdämpfer am Mittwochabend: „Das Ehrenamt in Halver braucht sich nicht zu verstecken."
Ein ausführlicher Bericht folgt.
Insgesamt 230 Sportabzeichen verliehen
Nichtsdestotrotz stand die Veranstaltung auch im Zeichen zahlreicher sportlicher Bestleistungen. Insgesamt wurden in diesem Jahr 230 Sportabzeichen – 40 mehr als im Vorjahr – verliehen, darunter 142 an Schüler, berichtet Marvin Schüle, Vorsitzender des Stadtsportverbandes. „Das ist ein starkes Zeichen für den Sport und dafür, dass Leistung belohnt wird."
Eine besonderen Erfolg erzielte die Familie Kleine, die das Familiensportabzeichen erhielt – für insgesamt zehn Sportler, die gemeinsam das Abzeichen absolvierten. Auch Bernhard Lucks sorgte für einen bemerkenswerten Erfolg: Er legte sein Sportabzeichen im vergangenen Jahr bereits zum 50. Mal ab.
Drei Sportbären für diejenigen, die Spuren hinterlassen haben
Neben den Sportabzeichen wird traditionell auch der Sportbär an Personen verliehen, die das Halveraner Sportleben nachhaltig geprägt haben. Dabei werden sowohl sportliche Höchstleistungen als auch vorbildliches Verhalten sowie außergewöhnliches Engagement im Hintergrund gewürdigt.
Lazar Kljajic und Dragan Desancic (JSG Grünenbaum/Stöcken)
In diesem Jahr ging ein Sportbär an Lazar Kljajic und Dragan Desancic von der JSG Grünenbaum/Stöcken. Ausgezeichnet wurden sie für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement im Jugendbereich als Trainer. Bürgermeister Armin Kibbert hob hervor, dass sie bis zu viermal wöchentlich auf dem Sportplatz stehen, ein eingespieltes Team bilden, das zusammenhält, und sich mit großem Einsatz für das Vereinsleben engagieren.
Jennifer Hamel (TuS Oberbrügge)
Auch Jennifer Hamel vom TuS Oberbrügge erhielt einen Sportbären. Sie ist nicht nur als Übungsleiterin, Trainerin und Vorstandsmitglied im Verein aktiv, sondern war über viele Jahre hinweg auch selbst sportlich aktiv – unter anderem im Handball und in der Leichtathletik.
Fabienne Kriegeskorte (TuS Ennepe)
Zuletzt wurde der traditionelle Sportbär an Fabienne Kriegeskorte vom TuS Ennepe verliehen. Als „gute Seele des Vereins" ist sie unter anderem als Jugendleiterin und Funktionärin aktiv. Sie zeichne sich durch ihr stets offenes Ohr für die Anliegen, Wünsche und Vorschläge von Trainern, Kindern und Eltern aus.








