Lüdenscheid. „Westfalen Winds“ gehört mittlerweile mit seinen Konzerten zum beliebten Stammgast im Lüdenscheider Kulturhaus. Das Orchester hat nämlich Lüdenscheider Wurzeln. Es wurde 1996 vom ehemaligen Leiter der städtischen Musikschule, Franz Schulte-Huermann, gegründet. Welche Entwicklung „Westfalen Winds“ seither genommen hat, belegte das Konzert am Vorabend des 1. Mai unter dem Gastdirigat von Harry Vorselen nachdrücklich.

„Westfalen Winds“ geht immer wieder neue Wege. Mit „Wagner 2.0“ hat sich das Orchester, das aus hochambitionierten Amateurmusikerinnen und -musikern, Musikstudentinnen und -Studenten sowie Profimusikerinnen und -musikern besteht, dem Werk Richard Wagners gewidmet. Wagner gilt mit seinen durchkomponierten Musikdramen („Ring des Nibelungen“) als der bedeutendste Komponist der Romantik. Vieles an Wagners Musik wirkt wie eine Droge, mal überwältigend aufregend, mal hypnotisch verführend. Er revolutionierte die Oper, beeinflusste die Musikgeschichte und baute sich ein eigenes Festspielhaus.
Im Kulturhaus präsentierte „Westfalen Winds“ Auszüge aus Wagners Opernmusik. Sie sind eigens vom niederländischen Arrangeur Christiaan Janssen sind eigens für großes, symphonisches Blasorchester gesetzt und vereinen das typische, farbenprächtige Klangspektakel der symphonischen Bläsermusik mit der Eleganz und der heroischen Anmut Richard Wagners Opernmusik: stürmisch, unheilvoll, apokalyptisch. Romantisch, leidenschaftlich, besinnlich. Zu hören waren unter dem renommierten Dirigat des Niederländers Harry Vorselen unter anderem Auszüge aus „Der Fliegende Holländer“, „Götterdämmerung“, „Rienzi“ und „Die Walküre“. Zwischen den aufwühlenden Wagner-Klängen legte das Orchester eine Pause ein und gönnte mit dem „Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ dem Publikum ein wenig Entspannung. Dennoch blieb es nah bei Wagner. Humperdinck war ein Schüler Wagners, dessen Werk in der Zeit des Nationalsozialismus zum Staatskult erhoben wurde.
Das Publikum verabschiedete „Westfalen Winds“ mit stehendem Applaus. Freunde symphonischer Blasmusik müssen sich jetzt bis zum 3. November in Geduld üben. Dann präsentiert „Westfalen Winds“ im Kulturhaus ein Programm mit spanischen Klängen.






















