Die SPD in Iserlohn steht vor gravierenden organisatorischen Veränderungen. Die fünf SPD-Ortsvereine werden sich zum 31. März zu einem großen SPD-Ortsverein Iserlohn zusammenschließen. Der Stadtverband, der bisher das gemeinsame Dach der Parteigliederungen Hennen-Kalthof, Letmathe, Nordwest, Ost und Zentrum bildete, entfällt.

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„Wir wollen die SPD in Iserlohn arbeits- und zukunftsfähig aufstellen. Deshalb bündeln wir jetzt unsere ehrenamtlichen Kräfte und bauen diese Doppelstruktur mit dem Stadtverband ab“, erklärt Michael Scheffler, amtierender Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes, in einer Mitteilung.

Turbulenzen nach Kandidaten-Aufstellung

Der amtierende SPD-Stadtverbands-Vorstand war erst im April 2025 auf dem Stadtverbandsparteitag neu gewählt worden. Das war nötig geworden, weil vier langjährige Vorstandsmitglieder nach parteiinternen Turbulenzen bei der Aufstellung der Kandidatinnen und Kandidaten für die Kommunalwahl ihre Rücktritte erklärt hatten.

Darüber hinaus hatten lediglich 28 der 40 eingeladenen Delegierten den Weg zum Stadtverbandsparteitag gefunden. Zum neuen Vorsitzenden hatten die Sozialdemokraten seinerzeit Michael Scheffler gewählt. Scheffler führte die Iserlohner SPD bereits von 1983 bis 1991, war von 1990 bis 2016 Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Märkischer Kreis, dessen Ehrenvorsitzender er ist.

Beschluss des SPD-Unterbezirks MK

Formal beschlossen hat die nun bevorstehende Fusion der SPD-Unterbezirk Märkischer Kreis auf Vorschlag der Iserlohner Ortsvereine Ost und Nordwest. Im Rahmen von Mitgliederversammlungen haben aber auch die anderen drei Ortsvereine der Zusammenlegung zugestimmt — insgesamt gab es von den Parteigliederungen drei einstimmige und zwei mehrheitliche Voten für diese Maßnahme. Im Rahmen einer Neugründungs- und Jahreshauptversammlung am Dienstag, 14. April, im Saalbau Letmathe werden die rund 300 Mitglieder der Iserlohner SPD dann auch einen neuen Vorstand wählen.

SPD-Stadtverbandsvorsitzender Michael Scheffler ist für den Abbau von Doppelstrukturen.
Foto: Hendrik Klein | Archivbild

Schritt in die richtige Richtung

Für den Vorsitzenden der SPD im Märkischen Kreis, Fabian Ferber, ist dies „ein zeitgemäßer Schritt in die richtige Richtung“. Bereits vor zwei Jahren sei man in Lüdenscheid ebenfalls diesen Weg gegangen und habe aus den dortigen vier Ortsvereinen einen großen gemacht. Ferber erklärt: „Wir brauchen schlankere Strukturen. Zum Teil sind die Vorstandsfunktionen in den verschiedenen Parteigliederungen mit den gleichen Leuten besetzt, was Ressourcen bindet, die wir sinnvoller einsetzen sollten. Künftig können wir viel effektiver und zielgerichteter arbeiten. Das erleichtert es auch, ehrenamtliches Engagement in der Partei mit Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.“

Lokale Verankerung bleibt

„Die größer werdenden Herausforderungen für eine moderne, zukunftsgewandte Parteiarbeit vor Ort erfordern eine starke Gemeinschaft, um die Aufgaben in einem schlagkräftigen Teamgut bewältigen zu können“, betont Michael Scheffler. „Gleichwohl wird die SPD die lokale Verankerung in den Stadtteilen nicht aufgeben. Die Bürgerinnen und Bürger haben weiterhin Ansprechpartner, die sich vor Ort auskennen, unkompliziert erreichbar sind und sich kümmern. Das ist und bleibt die Stärke unserer SPD.“