Es hatte sich bei der Diskussion um die Deckelung des Stellenplans im Iserlohner Haupt- und Personalausschuss am Dienstag, 3. Februar, angedeutet, ohne dass es dort offen formuliert worden wäre. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Rat der Stadt Iserlohn hat eine Ratsanfrage zur Zukunft der Jugendgerichtshilfe gestellt.
Wie die Grünen mitteilen, soll die Verwaltung prüfen, ob und unter welchen rechtlichen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen die Aufgaben der Jugendgerichtshilfe von der Stadt Iserlohn auf den Märkischen Kreis übertragen werden können. Bereits bei der Debatte über die von der CDU beantragten und mit Mehrheit beschlossenen Deckelung des Stellenplans hatten sich die Bündnisgrünen vor allem um den Fortbestand der Jugendgerichtshilfe gesorgt.
Instrument der Prävention und Unterstützung
„Die Jugendgerichtshilfe ist ein zentrales Instrument der Prävention und Unterstützung für junge Menschen in schwierigen Lebenslagen. Gerade hier darf es keine Abstriche bei Qualität, Verlässlichkeit und fachlicher Begleitung geben“, erklärt Sylvia Olbrich, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen.
Personelle und fachliche Belastung
Hintergrund der Anfrage seien die zunehmenden personellen und fachlichen Belastungen innerhalb der städtischen Jugendgerichtshilfe. Trotz des hohen Engagements der Mitarbeitenden stießen die vorhandenen Ressourcen an ihre Grenzen. Nach der Ablehnung einer zusätzlichen halben Stelle sei absehbar, so die Grünen, dass die steigenden Anforderungen dauerhaft kaum noch fachlich verantwortbar zu bewältigen seien.
Verlässliche Ansprechpartner
„Kinder und Jugendliche brauchen Zeit, Beziehung und verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner. Wenn personelle Engpässe dazu führen, dass Begleitung eingeschränkt wird, trifft das besonders diejenigen, die ohnehin wenig Unterstützung haben“, so Olbrich weiter.
Im Rahmen der Prüfung soll betrachtet werden
- wie das Kindeswohl und eine fachlich hochwertige Aufgabenwahrnehmung gesichert werden können,
- welche personellen, organisatorischen und finanziellen Auswirkungen für die Stadt Iserlohn entstehen würden,
- welche fachlichen und strukturellen Kapazitäten der Märkische Kreis in diesem Bereich bietet,
- sowie welche Perspektiven es für Kooperationen oder eine schrittweise Übergabe gibt.
Übertragung ist kein Rückzug
Der Märkische Kreis verfügt nach Einschätzung der Grünen über größere Fachteams und stabilere Strukturen, die dazu beitragen könnten, Qualitätsstandards langfristig zu sichern und Synergien zu nutzen. „Eine mögliche Übertragung der Aufgaben wäre kein Rückzug aus der Verantwortung, sondern Ausdruck verantwortungsbewusster Zusammenarbeit. Entscheidend ist, dass junge Menschen die Unterstützung bekommen, die sie brauchen — unabhängig von kommunalen Engpässen“, betont Olbrich.
Mit derRatsanfrage wollen die Grünen eine sachliche Entscheidungsgrundlage schaffen und langfristige Lösungen prüfen, bevor sich bestehende Engpässe weiter verschärfen.
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