Mehr digitale Selbstbestimmung und Verzicht auf WhatsApp, Google und andere Angebote von Big Tech – das Lüdenscheid Bündnis für Demokratie will zeigen, wie wichtig das ist und dass es funktioniert.
Das Bündnis, ein Zusammenschluss von Einrichtungen und Unternehmen der Sozialwirtschaft lädt am Sonntag, 1. März zum 1. Digitalen Unabhängigkeitstag in Lüdenscheid ein. Von 15 bis 17 Uhr soll es im Begegnungscafé „Navi“ an der Altenaer Straße 3 um die Bedeutung digitaler Unabhängigkeit gehen. „Wir wollen hier einen ersten Impuls setzen und zeigen, dass sich unser digitales Leben in der Hand weniger Überreicher befindet.“ Mit der Monopolstellung ihrer Unternehmen bestimmten Menschen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg weltweit, wie sich Menschen online informierten, wie sie diskutierten, kommunizierten oder handelten.
Initiative von Marc Uwe Kling und dem Chaos Computer Club
Das Bündnis für Demokratie schließt sich damit der bundesweiten Initiative an, die von Marc Uwe Kling, bekannt durch die „Känguru-Chroniken“, und dem Chaos Computer Club ins Leben gerufen worden ist. Ziel der Initiative ist es, die Abhängigkeit von einigen wenigen Tech-Konzernen zu verringern und Wege zu mehr digitaler Selbstbestimmung aufzuzeigen.
„Wir brauchen digitale Selbstbestimmung, ehe es zu spät ist“, zitierte Felix Dornhöfer, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, einen bekannten deutschen Klimaforscher. Der Wissenschaftler mit immerhin 147.000 Followern auf X hatte auf der Plattform seinen Umzug zu Mastodon bekannt gegeben. Das Ergebnis: Es erreichte ihn lediglich seiner eigener Post. Das Musk-Unternehmen hat ihn für alle andere X-User herausgefiltert. „So viel Macht für ein Unternehmen kann unsere Demokratie und unsere Freiheit gefährden“, sagt das Bündnis für Demokratie.
Privat und beruflich gewechselt
Privat sind einige schon von WhatsApp zu anderen Anbietern gewechselt. Beruflich kommt WhatsApp als Messenger-Dienst von Meta für sie ohnehin nicht mehr infrage. „Schließlich arbeiten wir mit sehr sensiblen Daten.“ Die seien bei WhatsApp nicht ausreichend geschützt.
Beim ersten Lüdenscheider digitalen Unabhängigkeitstag will das Bündnis auf Alternativen aufmerksam machen, Gewohnheiten hinterfragen und auch Tipps zum Anbieterwechsel sowie ganz praktische Hilfe anbieten. Die Veranstaltung richtet sich an alle Interessierten, unabhängig von Vorkenntnissen oder bisherigen Erfahrungen. Waffeln sowie warme und kalte Getränke begleiten den Nachmittag. „Wir hoffen auf eine bunte Mischung“, sagt Stefan Hesse, Vorsitzender des Caritasverbandes Altena-Lüdenscheid.
Die könnte gelingen, weil inzwischen Heike Müller-Bärwolf als Geschäftsführerin von b.invest zum Bündnis gestoßen ist. b.invest ist die gemeinnützige Gesellschaft für Investitionen in Bildung mbH und betreibt das TUMO-Center für digitale Bildung. Auf diesem Weg erreicht b.invest viele junge Menschen. „Wir von b.invest sind fest davon überzeugt, dass Investitionen in Bildung die Grundlage für eine hoffnungsvolle Zukunft legen“, sagt Heike Müller-Bärwolf.











