Schülern der Zeppelinschule liegt es am Herzen, dass es allen an ihrer Schule gutgeht. Die Kinder und Jugendlichen möchten einen Pausenraum zu einem „Freundschaftsort“ umgestalten. Darüber hinaus haben die Jugendlichen auf eigene Initiative ein Handykonzept für die Schule angeregt und mit umgesetzt. Die Schulleitung geht mit den Wünschen der Schüler wertschätzend und respektvoll um, Mitgestaltung ist ausdrücklich erwünscht. Die Plettenberger Hauptschule ist eine von 30 nordrhein-westfälischen Schulen, die jetzt im Landtag in Düsseldorf an der Veranstaltung „Your Vision Schule NRW – Junge Beteiligung für die Schule von morgen“ teilnahm.

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Unter der Federführung von Schulministerin Dorothee Feller und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) haben sich fast 150 nordrhein-westfälische Schulen in den vergangenen beiden Jahren mit neuen Beteiligungsformaten für Kinder und Jugendliche auseinandergesetzt, darunter die Zeppelinschule. In den letzten Monaten haben sich die Schüler mit Erkundungsmaterial beschäftigt sowie Visionen und konkrete Ziele für die Schule entwickelt

„Unsere Schule nimmt am Programm teil, weil wir das Potenzial sehen, durch Your Vision positive Veränderungen zu bewirken. Wir möchten die Lernumgebung und die pädagogische Arbeit verbessern sowie das Engagement und die Mitbestimmung von Schülern und Lehrern stärken“, erzählt Khaoula Gerdes, Schulsozialarbeiterin und begleitende pädagogische Fachkraft. „Die Möglichkeiten der Mitwirkung stärken die Schulgemeinschaft“, ergänzt Schulleiterin Sandra Noltsch. „Die Jugendlichen lernen dabei, selbstbestimmt und meinungsstark zu sein.“

Den Schülern der Zeppelinschule in Plettenberg ist es wichtig, dass sie gehört werden. Bei der Erkundung der Schule wurden Veränderungswünsche und einige Baustellen in ihrer Schule zur Sprache gebracht. „Warum kann eine Schule als Gebäude nicht einfach mal schön sein? Wir verbringen den ganzen Tag in der Schule. Wir wollen uns wohlfühlen, hier unsere Pausen gestalten und vieles mehr“, brachte es ein Schüler auf den Punkt.

In der Workshop-Phase arbeitete die etwa 20-köpfige Schülergruppe aus allen Jahrgangsstufen mit der Workshopleitung zu Themen wie Kinderrechte, Jugendbeteiligung und Möglichkeiten der Mitwirkung an der eigenen Schule. Außerdem konnten sie in der Zukunftswerkstatt konkrete Projektideen und Einflussmöglichkeiten erarbeiten. Drei Themenschwerpunkte wurden gebildet: Respekt & Mobbing, Handynutzung und Verschönerung des Schulgebäudes.

In Workshops entwickelten die Zeppelinschüler Projektideen.
Foto: Zeppelinschule Plettenberg

Handykonzept wird umgesetzt

Das Handykonzept wird bereits umgesetzt. „Die Jugendlichen haben ein Konzept vorgelegt, das dann mit dem Kollegium diskutiert, angepasst und umgesetzt wurde“, berichtet Khaoula Gerdes. Es beinhaltet ein Handyverbot in der Schule für die Jahrgangsstufen 5 bis 8. Die Schüler der Klassen 9 und 10 dürfen ihr Smartphone während der Mittagspause in einer räumlich begrenzten Handyzone benutzen.

Vier Schüler der Zeppelinschule durften zur Your-Vision-Veranstaltung im Düsseldorfer Landtag reisen. „Ministerin Feller nahm an den Gesprächsrunden teil und kommentierte die angeregten Veränderungen positiv“, erzählt Khaoula Gerdes. Ihr Eindruck sei, dass die Politik Lust darauf hat, mit Schulen zu arbeiten, und wirklich etwas verändern will.

Mitwirkungsprozess geht weiter

An der Zeppelinschule werde der Mitwirkungsprozess weitergehen, verspricht Sandra Noltsch. „Die Gruppe der Schüler hat ein gesundes Selbstverständnis entwickelt und wird weiter mitsprechen“, ist sie überzeugt. Als eine von 25 Vertretungsschulen des Your-Vision-Projekts erhält die Zeppelinschule 1000 Euro. Das Geld soll verwendet werden, um im Pausenbereich einen Freundschaftsraum für Mädchen einzurichten. „Mädchen sind an unserer Schule in der Minderheit. Da ist es gut, wenn sie einen Raum haben, in dem sie mal unter sich sein können“, sagt Khaoula Gerdes.