Autofahrer, Anlieger und Unternehmen in Breckerfeld müssen sich auf monatelange Einschränkungen einstellen: Die Sanierung der L528 startet voraussichtlich Ende Juli oder Anfang August — und sie soll rund sechs Monate dauern. Im Mittelpunkt eines Wirtschaftsgesprächs der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) am Freitag, 3. Juli, wurden erste Details zum Ablauf des Großprojekts bekannt.

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Bedeutendes Infrastrukturprojekt

Die SIHK hatte zum Wirtschaftsgespräch eingeladen, da die L528 nicht nur eine zentrale Verkehrsachse für Breckerfeld ist, sondern auch ein bedeutendes Infrastrukturprojekt für Unternehmen aus den angrenzenden Kommunen in der Region. Nach der Begrüßung durch SIHK-Regionalbetreuer Christoph Brünger erläuterte Steffen Scholz, Leiter der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen.NRW, den Bauablauf und die geplante Verkehrsführung während der Sanierungsphase.

Das rund 3,6 Kilometer lange Teilstück der L528 wird im Rahmen des Sonderprogramms „Straßeninfrastruktur Südwestfalen“ saniert, das die Landesregierung für die hochbelasteten Ausweichstrecken der gesperrten A45 aufgelegt hat. Die Strecke reicht von der Einmündung K10/L699 bis zum Kreisverkehr Königsheide — und verläuft somit einmal komplett durch den Breckerfelder Ortskern.

Sieben Bauabschnitte

Gebaut wird an der L528 in sieben Abschnitten:

  • Sanierung des Kreisverkehrs „Heider Kopf“
  • Sanierung des Kreisverkehrs „Prioreier Straße“
  • Erneuerung der Fahrbahndecke zwischen Branten und Kreisel am „Heider Kopf“
  • Erneuerung der Fahrbahndecke vom Kreisel „Heider Kopf“ bis Einmündung Ostring
  • Erneuerung der Fahrbahnecke von der Frankfurter Straße bis Krei­sel "Prioreier Straße"
  • Erneuerung der Fahrbahndecke vom Krei­sel "Prioreier Straße" bis Einmündung Egen­straße
  • Erneuerung der Fahrbahndecke ab Einmündung Egenstraße bis Kreisverkehr „Königsheide“

Wie Steffen Scholz im Rahmen des Wirtschaftsgesprächs erklärte, soll die Baumaßnahme Ende Juli oder Anfang August beginnen. Derzeit befinde sich das Projekt noch in der Vergabephase, die Bauzeit werde insgesamt auf rund sechs Monate geschätzt.

Ampeln, Teilsperrungen – und Vollsperrungen am Wochenende

„Zunächst beginnen wir mit einer halbseitigen Verkehrsführung und einer Ampelregelung an den beiden Kreisverkehren“, erläuterte Scholz. In den weiteren Bauphasen seien dann überwiegend Teilsperrungen vorgesehen. Er erklärte, dass bei den Planungen die Erreichbarkeit von Anwohnergrundstücken sowie die Durchfahrt für Rettungs- und Einsatzfahrzeuge sowie den ÖPNV berücksichtigt worden sei: „Anlieger, Rettungs- und Einsatzfahrzeuge sowie der öffentliche Nahverkehr können die betroffenen Bereiche grundsätzlich weiterhin erreichen“, betonte Scholz. Lediglich für die abschließenden Asphaltierungsarbeiten seien Vollsperrungen unumgänglich. Diese seien an insgesamt vier Wochenenden geplant.

Auch auf lokale Veranstaltungen werde Rücksicht genommen: „Die Jakobuskirmes am letzten Juli-Wochenende werden wir bei unseren Planungen in jedem Falle berücksichtigen“, versprach Scholz.

Stadt hofft auf zügigen Bau

Im Rathaus der Stadt Breckerfeld ist die Erwartungshaltung klar: Alle hoffen auf eine zügige und komplikationsfreie Bauzeit. Bürgermeister André Dahlhaus verwies am Rande des Wirtschaftsgesprächs auf schlechte Erfahrungen mit früheren Baustellen: Eine Situation wie damals beim Ausbau der Straße in Richtung Hagen-Selbecke, als die Arbeiten über Monate brachlagen, dürfe sich nicht wiederholen. Er hoffe, dass kein Bauabschnitt begonnen werde, wenn er nicht vor dem Winter abgeschlossen werden könne. Aus früheren Erfahrungen sei bekannt, dass es gerade für Asphaltierungsarbeiten auf längere Trockenphasen mit Plusgraden ankomme.

Finanzlage der Stadt bereitet Sorgen

Neben dem Straßenbau informierte Dahlhaus über aktuelle Entwicklungen in der Hansestadt. Positiv hob er hervor, dass Breckerfeld weiterhin vergleichsweise niedrige Hebesätze bei der Grund- und Gewerbesteuer aufweist. Gleichzeitig warnte er vor zukünftigen Herausforderungen: „Die Schuldenfreiheit ist aktuell nicht gefährdet, aber der Blick nach vorn gibt Anlass zur Sorge.“ Zunehmende Aufgaben und steigende finanzielle Belastungen könnten die Stadt künftig unter Druck setzen. Dahlhaus forderte daher Unterstützung von Bund und Land: „Ohne nachhaltige Entlastungen werden auch wir perspektivisch nicht um neue Schulden herumkommen.“

Einblick in nachhaltige Landwirtschaft

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Gastgeber Udo Baumeister, in dessen landwirtschaftlichem Betrieb das Wirtschaftsgespräch stattfand, die Nutzung regenerativer Energien in seinem Unternehmen vor. Bei einem anschließenden Rundgang und Imbiss nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit zum persönlichen Austausch.