Breckerfeld erlebte vom 20. bis 24. Juni eine außergewöhnliche Zeit: Das Blue Lake International Youth Symphony Orchestra aus den USA machte im Rahmen seiner Europatournee Station in der Hansestadt und verwandelte die Stadt in einen Treffpunkt internationaler Jugendkultur.
Das Blue Lake International Exchange Program verbindet seit mehr als 50 Jahren junge Menschen aus den USA mit europäischen Gastfamilien und Kulturinstitutionen. Hinter dem Besuch in Breckerfeld steht eine besondere persönliche Verbindung: Anna Herhaus, vielen aus dem Gospel Train Breckerfeld bekannt, stammt gebürtig aus Michigan und nahm in ihrer Jugend selbst am Blue Lake Fine Arts Camp teil. Ihre erste Reise nach Deutschland fand genau in diesem Rahmen statt — eine Erfahrung, die sie nun zurück nach Breckerfeld trug.
Ein Projekt mit Herz und Netzwerk
Gemeinsam mit Chiara Eckhardt von der Sprachschule „Just English – Einfach Englisch lernen“ aus Ennepetal gelang es Anna Herhaus, das renommierte Blue Lake International Youth Symphony Orchestra nach Breckerfeld zu holen. Die Sprachschule übernahm dabei die komplette Organisation der Gastfamilien für die knapp 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und schuf damit die Grundlage für einen intensiven Austausch zwischen den jungen Amerikanerinnen und Amerikanern und Breckerfelder Familien.
Empfang beim Bürgermeister
Das diesjährige Orchester bestand aus 59 musikalisch hochbegabten Jugendlichen im Alter von etwa 14 bis 19 Jahren sowie ihren Betreuern, dem Direktor und seiner Frau. Am Samstag, 20. Juni, kamen sie gegen 21 Uhr mit zwei Reisebussen inklusive Anhänger am Rathaus an — und wurden dort von ihren bereits sehnsüchtig wartenden Gastfamilien unter großem Applaus empfangen.
Im Anschluss folgte ein festlicher, vom Gospel Train im Martin-Luther-Haus organisierter Empfang durch Bürgermeister André Dahlhaus. Dieser hieß die amerikanischen Gäste herzlich in der Hansestadt willkommen und bat die jungen Musikerinnen und Musiker, sich in das "Goldene Buch" der Stadt einzutragen — im Gegenzug überreichte ihm die Delegation eine ehrende Urkunde des US-Bundesstaates Michigan.
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Sehenswürdigkeiten zwischen Dom und Höhlen
Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Sightseeings. Die rund 35 Gastfamilien unternahmen mit ihren Gästen zahlreiche Ausflüge: vom Kölner Dom über die Burg Altena und Schloss Burg bis hin zur Schwebebahn in Wuppertal, dem Besuch des Westfalenstadions in Dortmund oder diverser Höhlen in der Umgebung war alles dabei. So konnten die jugendlichen Gäste erste Eindrücke von der Region, ihrer Kultur und Geschichte sammeln.
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Blaue Shirts in der Stadt und an der Glör
Am Montagmorgen, 22. Juni, bewegten sich die in blauen Shirts gekleideten jungen Musikerinnen und Musiker in Richtung evangelische Kirche — und kurz darauf konnten Passanten bereits während der Generalprobe die gewaltigen und zugleich eindrucksvollen Klänge des Orchesters hören.
Am Nachmittag führte Chiara Eckhardt die Gruppe gemeinsam mit den Gastfamilien mit einer kleinen Wanderung durch die Breckerfelder Landschaft zur Glörtalsperre. Nach dem Fußmarsch bei hochsommerlichen Temperaturen war allen Beteiligten nicht nur die Zeit am und im kühlen Wasser willkommen, sie nutzten den Ausflug auch für weitere Begegnungen und Austausch in entspannter Atmosphäre.
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Schule trifft Orchester: Besuch im Reichenbach-Gymnasium
Der Dienstag begann für die „Blue Lakes“ dann mit einem Besuch im Reichenbach-Gymnasium in Ennepetal. Gemeinsam mit Lehrerin Helma Emde erhielten die jungen Musikerinnen und Musiker sowie ihre Betreuer Einblicke in den deutschen Schulalltag, die Unterrichtsabläufe und das Schulleben.
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Im Anschluss lud die Sprachschule „Just English“ das gesamte Orchester zu einem gemeinsamen Mittagessen in die Mensa ein und setzte damit einen weiteren Akzent der Gastfreundschaft.
Konzertabend mit Dvořák, Sibelius und Vaughan Williams
Am Dienstagabend erreichte die Woche dann ihren musikalischen Höhepunkt. Unter der Leitung von Dr. Keith Dodson präsentierte das Ensemble in der voll besetzten evangelischen Jakobus-Kirche ein anspruchsvolles Konzert.
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Auf dem Programm standen Werke großer Komponisten wie Antonín Dvořák, Jean Sibelius und Ralph Vaughan Williams. Das Breckerfelder Publikum zeigte sich beeindruckt von der hohen musikalischen Qualität des jungen Orchesters, und auch Bürgermeister André Dahlhaus war begeistert: „Zahlreiche Broadway- und Musical-Stars oder Klassik-Größen waren einst Teilnehmer des Blue Lake Fine Arts Camp — ich denke, nicht zuletzt das spricht für das enorme Talent der Jugendlichen und ihre exzellente Ausbildung.“
Tränenreicher Abschied — und Wiederholungspläne
Am Mittwochmorgen, 24. Juni, kehrten die beiden Reisebusse zum Rathaus zurück — und mit dem Lied „Muss i denn zum Städtele hinaus“ und einem Segenslied auf den Lippen verabschiedete sich das Blue Lake-Jugendorchester aus Breckerfeld, zunächst in Richtung Bautzen. Im weiteren Verlauf ihrer Europatournee werden die Jugendlichen noch in Mannheim sowie Faverges, Aurillac und Saint-Ismier in Frankreich gastieren.
Der Abschied in der Hansestadt fiel emotional aus. „Es war tränenreich“, erzählen Anna Herhaus und Chiara Eckhardt. Denn selbst nach dieser kurzer Zeit sei die Gruppe den Gastfamilien richtig ans Herz gewachsen. „Einige Familien hatten bis zu sechs Kinder bei sich zuhause aufgenommen, auch aus Wuppertal, Schwelm und Lüdenscheid hatten sich Familien bereit erklärt, dieses tolle Projekt zu unterstützen.“
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Auch die amerikanischen Gäste und ihre Begleitungen verabschiedeten sich schweren Herzens und waren voll des Lobes für „die großartige Organisation und die herzliche Aufnahme in Breckerfeld“. Einen besonderen Dank sprachen sie dabei neben Anna Herhaus und Chiara Eckhardt allen Gastfamilien sowie dem Gospel Train, dem Pfarrer-Ehepaar Christin und Steven Hick sowie Küster Michael Riemen aus.
Das Fazit aller Beteiligten nach vier Tagen: "Dieses Austauschprojekt soll im kommenden Jahr unbedingt wiederholt werden."
Weitere Informationen zum "Blue Lake International Exchange"-Programm finden Interessierte unter www.bluelake.org.








