Am kommenden Samstag, 30. August, reisen die Handballer der SGSH Dragons zum ersten Auswärtsspiel in den Odenwald zum TV Kirchzell. Die Faßbender-Sieben arbeitet unter der Woche defensiv und will den verkorksten Auftakt in Nordbayern wettmachen.
Die 32:34-Auftaktniederlage gegen Dutenhofen steckte tief in den Köpfen der Sauerländer, auch der Coach benötigte einen Moment, um den Abend mit etwas Abstand einordnen zu können: „Direkt nach dem Spiel war ich und wir alle sehr enttäuscht und traurig über die Niederlage und der Leistung, die wir auf die Platte gebracht haben“, sagt Lars Faßbender vor der Begegnung in Kirchzell.„Man kann Spiele verlieren, das ist kein Problem. Es war aber mehr möglich, wir sind an uns selbst gescheitert.“
Der Übungsleiter machte beim Saisonauftakt vor eigenem Publikum „eklatante technische Fehler im Angriffsspiel“ aus, „ohne Druck spielen wir dem Gegner den Ball zu. Auf der Gegenseite spielen wir mehrere Tempogegenstöße gar nicht aus und nutzen die Überzahlen vorne nicht.“ In Konsequenz fingen sich die Dragons am ersten Spieltag direkt 34 Gegentore - und konnten sich noch bei Keeper Luca Jannack bedanken, der mehrere Siebenmeter abwehrte und so Schlimmeres verhinderte, wie auch sein Coach weiß: „Wir haben nicht so verteidigt, wie wir es können und auch müssen. Luca hat uns da mit vielen Paraden im Spiel gehalten.“
Faßbender: „Waren zu nervös"
Unter dem Strich, führt Faßbender weiter aus, war seine Mannschaft zu nervös und kam innerhalb der 60 Minuten zu keinem Zeitpunkt an eine Form von Sicherheit. „Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten unbedingt gewinnen. Dutenhofen hat uns mit ordentlicher Härte früh den Schneid abgekauft und es gut gemacht - und wir haben in der letzten Minute ja sogar immer noch die Möglichkeit, einen Punkt mitzunehmen“, bringt der Coach ein kurioses Spiel auf den Punkt. Gleichwohl macht es die Niederlage noch ein Stück weit bitterer, weil sie so vermeidbar gewesen sei.
Dennoch möchten die Sauerländer auf diese Punkte aufbauen und anknüpfen. Das Spiel selbst wurde eingehend analysiert - auch, weil die Halle in Schalksmühle am Montag aufgrund der Grundreinigung nicht zur Verfügung stand und auch der Spielort in Halver bereits belegt war. „Wir mussten Anfang der Woche viel umdisponieren und haben das Spiel, begleitet von individueller Arbeit, tiefenanalysiert“, so Faßbender, der sogleich den Blick auf das größere Ganze wirft: „Es ist erst der erste Spieltag gewesen, aber man erkennt anhand der Ergebnisse früh, dass es eine Staffel ist, in der jeder jeden schlagen kann.“
Mutig nach Oberbayern
Aufgrund der Darbietung vom letzten Samstag verbringen die Drachen das Groß der Trainingsarbeit im defensiven Bereich, um gegen Kirchzell wieder besser und mannschaftlich geschlossener zu agieren.
Dem wartenden Gegner attestiert Faßbender eine gute Portion nach dem Auftaktsieg bei den Bergischen Panthern (34:31), eine Kaffeefahrt nach Bayern wird es aber keineswegs geben: „Wir fahren dorthin, um die ersten Punkte zu sammeln.“
Verzichten muss die SGSH dabei auf Lukas Pacek - der Rückraumspieler fiel am Montag im Training unglücklich und kugelte sich die Schulter aus. Ein Einsatz am Wochenende scheint damit ausgeschlossen. Fragezeichen stehen zudem hinter Felix Jaeger, der in der Partie gegen Dutenhofen einiges hatte einstecken müssen. Sein Einsatz wird sich kurzfristig entscheiden.
Anwurf des Spiels in der Dreifachsporthalle Miltenberg ist am Samstag, 30. August, um 19:30 Uhr.