Es sind die Finanzen, die allen große Bauchschmerzen bereiten. Aber auch die Lennebrücke wird ein Thema in 2025 bleiben. Zudem finden im September die Kommunalwahlen statt und es gibt immer noch zahlreiche Baustellen in der Gemeinde. Die Flüchtlingssituation hat sich ebenfalls noch nicht entspannt. Aber auch ein kurzer Rückblick ist erlaubt.
Anmerkung der Redaktion: Die Gesprächspartner erhielten die Fragen noch vor Weihnachten, um sie ausführlich und in Ruhe beantworten zu können. Einige Entscheidungen sind danach gefallen – beispielsweise zur Grundsteuer. Dies wurde in den Antworten vermerkt.
2024 ist vorbei. Es war ein extrem ereignisreiches Jahr. Nicht alles war gut, aber auch nicht alles schlecht. Was war denn Ihr Highlight 2024?
Petra Triches (UWG): „Die Fertigstellung der Grundschule Wiblingwerde. Sie ist sehr schön geworden.“
Philipp Olschewski (CDU): „Für mich gab es im Jahr 2024 nicht das eine große Highlight, sondern viele kleinere, die zusammen einen großen Unterschied gemacht haben. Besonders freut mich, dass wir als CDU-Fraktion unseren Beitrag dazu leisten konnten, die Lebensqualität in unserer Gemeinde weiter zu steigern. Ein besonders schöner Moment war sicher die Eröffnung der hervorragend renovierten Grundschule Wiblingwerde – ein Projekt, das nicht nur zeigt, was wir gemeinsam schaffen können, sondern das auch eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Kinder ist. Doch auch andere Fortschritte, die die Infrastruktur und die Servicequalität betreffen, haben gezeigt, wie wichtig und wertvoll kontinuierliche Arbeit und Zusammenarbeit sind. Für mich war das Jahr 2024 vor allem ein Jahr der vielen kleinen Schritte in die richtige Richtung.“

Aykut Aggül (fraktionslos): „Mein Highlight in 2024 war, dass erste Open-Air-Kino in Nachrodt-Wiblingwerde veranstalten zu dürfen.“
Gerd Schröder (SPD): Keine Antwort
Und was war Ihr Lowlight?
Petra Triches: „Die Sperrung der Brücke.“
Philipp Olschewski: „Mein absolutes Lowlight des Jahres 2024 war die Sperrung der Lennebrücke über die Bundesstraße B236. Die ohnehin angespannte Verkehrssituation, die durch die einseitig befahrbare Brücke bereits belastend für die Menschen war, steigerte sich zu einer wahrhaften Katastrophe. Dies hat deutlich gemacht, wie dringend wir eine neue Brücke benötigen.“
Aykut Aggül: keine Antwort
Gerd Schröder: Keine Antwort
Was würdet Ihr sagen, war der größte politische Verdienst von euch beziehungsweise eurer Fraktion 2024?
Petra Triches: „Durch die miserable Haushaltslage haben wir alle unsere Wünsche zurückgestellt. Ich denke, dass wir mit allen Fraktionen viele gute Projekte (Schule, Hallenbad, Amtshaus, Feuerwehrgerätehaus) auf den Weg gebracht haben. Und das ist das Wichtige für die Gemeinde. Hervorzuheben ist aber auch der Erfolg und die dann doch später folgenden Rückmeldungen der Landesregierung zu unseren Anschreiben an den Landtag beziehungsweise den Verkehrsausschuss oder die einzelnen Mitglieder des Ausschusses in Bezug auf die Brücke, was schleppend und unbefriedigend begann, wandelte sich ja später dann doch und unsere Landespolitiker nahmen dann doch, auch aufgrund der gemeinsamen Übergabe der Unterschriften der von Herrn Aggül gesammelten Unterschriften, Kontakt auf und es hat zumindest den Anschein, dass dadurch Bewegung in die Sache kam.“
Philipp Olschewski: „Für uns als CDU-Fraktion war es im Jahr 2024 besonders wichtig, an vielen Stellschrauben zu drehen, um unsere Gemeinde voranzubringen – deshalb fällt es mir schwer, einen einzelnen politischen Verdienst herauszustellen. Besonders wichtig ist uns, dass wir uns Jahr für Jahr dafür einsetzen, dass die Menschen in unserer Gemeinde nicht durch steigende Gebühren und Kosten zusätzlich belastet werden. Gerade in der heutigen Zeit ist es entscheidend, ein Gleichgewicht zu finden zwischen notwendigen Investitionen und der finanziellen Entlastung der Bürger. Das bleibt ein zentrales Anliegen unserer Arbeit – 2024 und darüber hinaus.
Ein großes Anliegen war und ist zudem für uns die Verbesserung der Infrastruktur. Unsere intensive Arbeit der letzten Jahre, etwa durch die von uns angestoßene Immobilienbereisung, unser Antrag für ein Gesamtkonzept der Immobilien am Holensiepen und unser stetiges Nachhaken im Bereich kommunaler Immobilien, zeigt inzwischen sichtbare Erfolge. Vom Fortschritt beim neuen Feuerwehrgerätehaus über die hervorragend renovierte Grundschule Wiblingwerde bis hin zu anderen Projekten, die auf einem guten Weg sind.
Auch die Servicequalität für die Bürgerinnen und Bürger lag uns am Herzen. So haben wir beispielsweise erfolgreich beantragt, dass DHL-Packstationen in unserer Gemeinde installiert werden, und wir haben in vielen Anträgen und Anfragen immer wieder wichtige Punkte für die Menschen vor Ort thematisiert.“
Aykut Aggül: „Die Errichtung von ausgewiesenen Behindertenparkplätzen vor den öffentlichen Gebäuden in Nachrodt-Wiblingwerde sowie die Unterschriftenaktion für einen zeitnahen Neubau der Brücke in meiner Heimatgemeinde.“
Gerd Schröder: Keine Antwort
Die Brücke war gewiss das Thema 2024. Die Sperrung ist nun schon fast wieder vergessen. Aber was ist Ihr persönlich emotionalster Brückenmoment, der in Erinnerung bleibt?
Petra Triches: „Als die Brücke gesperrt wurde, habe ich mit Birgit Tupat telefoniert und ihr auch gesagt, dass sie das THW mit ins Boot holen soll. Irgendwas musste doch geschehen, damit wenigstens die Fußgänger die andere Seite erreichen konnten. Die Gespräche vor Ort und in Düsseldorf waren zunächst sehr unbefriedigend. Leider konnten sich die Politiker die Situation nicht vorstellen. Man fühlt sich allein gelassen und die Angst ist immer da, dass das nochmal passiert.“
Philipp Olschewski: „Die Sperrung der Lennebrücke hat viele von uns tief getroffen – auch mich persönlich. Einer der emotionalsten Momente für mich war der Anruf der Bürgermeisterin, als sie mir mitteilte, dass die Brücke vollgesperrt wird. Obwohl wir immer Respekt vor dieser Nachricht hatten, war der Schock in diesem Moment dennoch groß. Ich wusste sofort, welche enormen Auswirkungen das auf unsere Gemeinde haben würde, vor allem auf die Menschen, die hier leben.
Ein weiterer sehr bewegender Moment war, als ich mit Menschen sprach, die mir erzählten, wie schwer es für sie war, durch die Sperrung Familie oder Freunde nicht mehr persönlich besuchen zu können. Besonders ältere Menschen, die durch eine eingeschränkte Mobilität den Umweg nicht fahren konnten, waren dadurch plötzlich isoliert. In solchen Gesprächen wurde mir noch einmal ganz deutlich, dass eine Brückensperrung nicht nur eine technische oder logistische Herausforderung ist, sondern tief in das Leben und die Beziehungen der Menschen eingreift, auch in Zeiten von FaceTime usw. Das hat mich wirklich bewegt und auch darin bestärkt, weiterhin alles dafür zu tun, dass wir in solchen Krisen Lösungen finden.“

Aykut Aggül: „Die vielen Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen der Unterschriftenaktion, die Übergabe der Listen im Landtag in Düsseldorf an die Abgeordneten, sowie der Gegenbesuch des Verkehrsausschussvorsitzenden Herrn Goeken in Nachrodt-Wiblingwerde.“
Gerd Schröder: „Die Sperrung der Brücke in Nachrodt Ende Januar dieses Jahres hat uns alle kalt erwischt. Das ist ein Beispiel dafür, dass Geschehnisse eintreten können, die nicht eintreten dürfen. Der Blick auf die erforderliche Pontonbrücke wurde zum Symbol eines Versäumnisses von Jahrzehnten. Die Nachrodter Brücke, die Altenaer Brücke, die Rahmedetalbrück stehen symbolhaft dafür, dass wir unsere Infrastruktur mit allem was dazu gehört, vernachlassigt haben. Landes-, Bundesweit. Es war überhaupt nicht absehbar, in welchem Zeitraum die Nachrodter Brücke wieder geöffnet werden würde. Die Tatsache, dass sie dann nach vier Wochen wieder geöffnet werden konnte, zeigt, dass mit Hartnäckigkeit und gutem Willen, nicht zuletzt mit gesundem Menschenverstand, Lösungen möglich sind. Zu diesem Lösungsmuster müssen wir wieder gelangen.“
Gefühlt 1000 Mal wurde erklärt, warum die Brücke nicht an gleicher Stelle gebaut werden kann und warum die Kommunalpolitik keinen Einfluss hat. Ist es zermürbend, immer wieder Kritik zu ernten für dieses Problem? Und was möchten Sie den Bürgern zu diesem Thema noch einmal sagen? Können die Bürger irgendetwas tun, um den Prozess zu beeinflussen?
Petra Triches: „Leider ist es so, dass wir immer wieder dafür verantwortlich gemacht werden. Es ist aber nun mal eine Bundesstraße und deswegen ist die Bundesregierung dafür verantwortlich. In Deutschland verläuft sich alles in der Bürokratie und den langen Planungen. Ich glaube nicht, dass die Bürger und Bürgerinnen irgendetwas beschleunigen können. Persönliche Besuche und die Unterschriftenliste haben vielleicht die Planfeststellung beschleunigt, aber Gerichtsverfahren und Ausführungsplanungen werden dadurch bestimmt nicht beschleunigt.“
Philipp Olschewski: „Für mich ist es überhaupt nicht zermürbend, wenn Bürgerinnen und Bürger aus unserer Gemeinde dieselben Fragen mehrfach stellen. Ganz im Gegenteil: Ich habe großes Verständnis dafür, dass viele Menschen wenig Zeit haben, sich intensiv mit den oft komplexen Themen der Kommunalpolitik auseinanderzusetzen. Da ist es völlig normal, dass manche Dinge immer wieder erklärt oder begründet werden müssen – und das mache ich auch gerne. Schließlich bin ich jetzt schon seit 15 Jahren in der Kommunalpolitik und weiß, dass genau das ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist: Zuzuhören, zu erklären und für die Menschen da zu sein. Gerade das macht unser politisches Ehrenamt aus: Nicht nur in Sitzungen zu sitzen, sondern im Austausch mit den Menschen Antworten zu geben und ihre Anliegen aufzunehmen.
Was ich den Bürgerinnen und Bürgern gerne ans Herz legen möchte, ist, aktiv Einfluss zu nehmen und sich einzubringen. Ich lade wirklich jeden herzlich ein, die Gelegenheiten zu nutzen, in unsere öffentlichen Ratssitzungen und öffentlichen Ausschusssitzungen zu kommen. Auch der direkte Kontakt zu uns Kommunalpolitikern ist immer möglich, sei es über Social Media, per E-Mail oder im persönlichen Gespräch. Deshalb: Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben, kommen Sie gern auf mich zu. Ich freue mich über jeden Austausch und stehe immer gerne zur Verfügung.“
Aykut Aggül: „Ich höre den Menschen gerne zu und nehme ihre Sorgen ernst. Gemeinsam können wir Berge versetzen und sollten bei so einem wichtigen Thema weiterhin zusammenhalten.“
Gerd Schröder: „Inzwischen scheint bei den Menschen angekommen zu sein, dass die lokale Politk mitsamt des Amtshauses wenig bis keinen Einfluss auf das Geschehen um die Brücke haben. Wir müssen vielmehr geschehen lassen. Es zeigt sich jedoch, dass bürgerschaftliche Initiativen gehört werden. In der Landespolitik wird es sehr wohl wahrgenommen, wenn sich Bürger und Unternehmer mit ihren berechtigten Anliegen dorthin wenden. Diese Brücke steht nicht dafür, schnell von Einsal zum Amtshaus zu kommen. Sie steht für die Bedeutung des Märkischen Kreises und für die gesamte südwestfälische Region.“
Kommen wir zu den Bauprojekten und beginnen wir mit dem Problemkind. Das Hallenbad. Es gab wohl keine Katastrophe, die ausgelassen wurde. Die Kosten sind explodiert und es gibt durchaus Kritik. Warum stehen Sie dennoch hinter der Sanierung? Oder provokant gefragt: Wurde der richtige Moment, die Sanierung einzustellen und das Bad abzureißen, schlicht verpasst?
Petra Triches: „Ich stehe immer noch dahinter, dass wir das Gartenhallenbad sanieren. Dass Fehler aus der Vergangenheit, die Kosten in die Höhe getrieben haben, konnte keiner ahnen. Ich denke zu dem Zeitpunkt als die Fehler erkannt wurden, hatten wir schon zu viel Geld in die Sanierung gesteckt, um die Arbeiten zu stoppen. Was hätte ein Neubau gekostet? Ohne Schwimmbad in der Gemeinde, hätte wieder ein Stück an Lebensqualität gefehlt. Das möchte keiner.“
Philipp Olschewski: „Ja, wir stehen als CDU-Fraktion weiterhin voll und ganz hinter der Sanierung des Gartenhallenbades. Natürlich ärgert es uns ebenso wie viele Bürgerinnen und Bürger, dass die Kosten während des Umbaus so stark gestiegen sind. Ich hätte mir gewünscht, dass dieser Prozess auf Seiten der involvierten Akteure reibungsloser und planbarer verläuft. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass diese Sanierung eine wichtige Investition in unsere Gemeinde sowie ihre Lebensqualität ist und dazu beiträgt, dass sich die Menschen hier bei uns in der Gemeinde wohlfühlen.“
Aykut Aggül: „Unser Hallenbad wird für die Zukunft gerüstet. Das ist eine Entscheidung, was als Rat und Verwaltung zu 100 % getragen wird. Es handelt sich um eine der größten Investitionen der vergangenen Jahre in unserer Heimat. Ich werde mich weiter dafür einsetzen, dass das Hallenbad zeitnah eröffnet wird und die Bürgerinnen und Bürger ihre Freizeit dort verbringen können.“
Gerd Schröder: „Es ist richtig, das Gartenhallenbad wird teurer als geplant. Das Problem bei Altbausanierungen ist leider, dass sich manche Erfordernisse erst im Zuge der Sanierung zeigen. Das ist leider bei vielen Projekten der Fall. Gleichwohl steht die SPD-Fraktion im Einklang mit den übrigen Fraktionen hinter diesem Projekt. Solche Einrichtungen der Daseinsvorsorge auf betriebswirtschaftliche Kategorien zu reduzieren, ist nicht immer zielführend, weil sie einen Wert darüber hinaus haben. Es gilt, die Menschen davon zu überzeugen, dass unsere Gemeinde eine lebendige Gemeinde ist, in der es sich lohnt zu leben. Wir wollen mehr als Wohngemeinde, wir wollen Lebensgemeinde sein. Unter anderem zeigt sich das darin, dass den Kindern ortsnah Schwimmen gelehrt werden kann, dass Menschen jeglichen Alters ortsnah sportlichen und bewegungstherapeutischen Aktivitäten nachgehen können. Das gilt in gleichem Maße für die Turnhalle und den Stadien. Sicherlich sind unsere Möglichkeiten beschränkt, aber wir nutzen das, was uns zur Verfügung steht. Dafür steht auch das Gebäude der Grundschule Wiblingwerde. Solche Investitionen sind mit viel Geld verbunden, sie stehen jedoch für einen Blick auf die Gegenwart und auf die Zukunft der heranwachsenden Generationen.“
Die Stimmung in Sachen Träger-/Förderverein Gartenhallenbad und Kommune ist nach wie vor weit entfernt von gut. Die neuen Vorstandsmitglieder versuchen, es anders darzustellen und sind sichtlich bemüht, das Verhältnis zu verbessern. Doch die schlechte Stimmung, die auf dem Glauben basiert, dass die Gemeinde alles falsch gemacht habe und der Gutachter und die Fachfirmen nicht richtig arbeiten, hält sich. Wie groß ist da der Frust? Bringen Gespräche da überhaupt noch etwas? Was wünschen Sie sich von den späteren Nutzern/Betreibern?
Petra Triches: „Da wir alle keine Fachleute sind, müssen wir uns auf die Aussagen der Bauleiter und Gutachter verlassen und ich vertraue hier Frau Groß und Frau Schöllnershans (Anm. d. Red: Simone Groß ist Bauingenieurin der Gemeinde und Ursula Schöllnershans die Fachbereichsleiterin). Wir sind bei den Treffen der Verwaltung und des Träger-/Fördervereins meistens nicht dabei und hören hinterher nur die Stellungnahmen von der einen und der anderen Seite. Ich hoffe, dass wenn das Hallenbad nächstes Jahr wiedereröffnet wird, alle Zweifler verstummen.“

Philipp Olschewski: „Als Politiker kann ich die Stimmung zwischen dem Trägerverein des Gartenhallenbades und der Verwaltung nicht beurteilen. Ich bin schließlich nicht bei den Gesprächen zwischen diesen beiden Parteien dabei und habe daher keinen direkten Einblick in die Details ihrer Kommunikation. Das sind bilaterale Angelegenheiten, die zwischen dem Trägerverein und der Kommune geklärt werden müssen. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich optimistisch in die Zukunft blicke. Ich bin überzeugt, dass das Verhältnis zwischen dem Trägerverein und der Kommune mit der Zeit besser werden wird, insbesondere je weiter die Sanierung des Gartenhallenbades voranschreitet. Am Ende haben doch alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel: Die erfolgreiche Sanierung des Gartenhallenbades und einen gut funktionierenden, lebendigen Bäderbetrieb. Darauf können dann alle Beteiligten stolz sein.“
Aykut Aggül: „Gründlichkeit vor Schnelligkeit sollte unsere Devise sein sowie Vertrauen zu haben in alle verantwortlichen Bauunternehmer, Politik und Verwaltung.“
Gerd Schröder: Keine Antwort
Gucken wir auf die andere Straßenseite. Dort ist nun schon etwas zu sehen, das hebt die Stimmung. Wie das Feuerwehrgerätehaus aussehen wird, ist klar. Aber offen ist ja noch die Frage, was passiert mit der Lennehalle. Was wäre Ihre Traumvorstellung (unabhängig von Kosten, Machbarkeit, etc. Träumen, muss in dieser Jahreszeit ja wohl mal erlaubt sein)?
Petra Triches: „Ich stelle mir erstmal eine Sporthalle mit vernünftigem Boden vor, damit alle Vereine ihren Sport machen können. Dann sollte man die Halle so gestalten, dass auch Kulturveranstaltungen, Schulveranstaltungen und Gemeindeveranstaltungen dort stattfinden können. Wir brauchen aber keine Halle für 1000 Menschen, das wäre zu überdimensioniert, auch, wenn das Geld dafür da wäre. Eine Zweifachturnhalle hätte den Vorteil, dass in einer neuen Halle sogar zwei Gruppen gleichzeitig Sport machen könnten.“
Philipp Olschewski: „Wir als CDU-Fraktion haben uns schon in der Vergangenheit intensiv für den Bau einer neuen Lennehalle 2.0 eingesetzt und stehen auch weiterhin klar hinter diesem Vorhaben. Unser Ziel ist es, eine moderne und vielseitige Sporthalle zu schaffen, die Vereinen, Schulen und allen Bürgerinnen und Bürgern beste Bedingungen für Sport und Bewegung bietet. Es geht uns darum, in unserer Gemeinde eine hochwertige Infrastruktur bereitzustellen, die sowohl für den Breiten- als auch den Vereinssport optimale Möglichkeiten bietet. Natürlich wäre es großartig, wenn die neue Halle zusätzlich auch für Versammlungen und Veranstaltungen genutzt werden könnte – das würde die Bedeutung dieses Projekts für die gesamte Gemeinde noch weiter unterstreichen.“
Aykut Aggül: „Ich wünsche mir eine Lennehalle in kleinerer Version für Nachrodt-Wiblingwerde ohne dass es den Haushalt stark belastet.“
Gerd Schröder: „Der Traum von einer Lennehalle? Der Traum von einer Lennehalle ist der, dass Nachrodt-Wiblingwerde ein kulturelles Markenzeichen wird. Ein Ort, der überregional in vielerlei Munde ist, weil dort kulturelle Veranstaltungen unterschiedlichster Art angeboten werden. Vor einigen Jahren waren wir mit diversen Angeboten auf dem Weg dorthin. Wer klein denkt, wird auch immer klein bleiben. In einigen Jahren werden wir sehen, was von diesem Traum übriggeblieben ist.“
Die Grundschule: Toll ist sie geworden. Hell, freundlich, lichtdurchflutet. Sind Sie zufrieden? Ist die Schule das perfekte Beispiel für erfolgreiche Politik? Die letzten Jahren standen ja im Zeichen des Abrisses und der Schließungen, ist es schön, dann auch mal wieder solche Erfolge zu feiern? Treibt das an?
Petra Triches: „Es ist schön, wenn ein Projekt ein voller Erfolg ist. Das zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind und wir sind uns sicher, dass in einigen Jahren die Kritiker in Nachrodt-Wiblingwerde verstummen, denn wenn tatsächlich alle Projekte verwirklicht werden, sowohl die kommunalen als auch die privaten oder gewerblichen Investoren, wird unsere Kommune wieder sehr viel lebenswerter und weist dann eine gute Infrastruktur auf.“
Philipp Olschewski: „Die Grundschule Wiblingwerde ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie unsere politischen Entscheidungen in der Praxis wirken und zu positiven Ergebnissen führen. Gerade weil es sich um eine Schule handelt, also um einen Ort für unsere Kinder, für das Lernen und für die Bildung, ist diese Investition besonders wichtig. Solche Projekte zeigen, wie wichtig es ist, kontinuierlich in unsere Gemeinde und ihre Zukunft zu investieren und sie motivieren uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“
Aykut Aggül: „Die Grundschule in Wiblingwerde ist eine Bereicherung für unsere Heimatgemeinde, ich bin sehr glücklich und zufrieden mit der Entwicklung. Die Schule hat sich zu einer tollen Atmosphäre verwandelt. Ein Erfolg für unsere Gemeinde! So macht Kommunalpolitik Spaß!“
Gerd Schröder: Keine Antwort.
Rastatt: Was ist Ihrer Meinung nach der nächste und richtige Schritt? Muss man sich vom Gedanken einer Gastronomie verabschieden?
Petra Triches: „Es sind schwierige Zeiten für die Eröffnung einer Gastronomie. Ob wir unter den gegebenen Umständen einen neuen Investor finden, weiß ich nicht. Denn wenn wir ehrlich sind, wer möchte, wenn er viel Geld in die Hand nimmt, sich vom Rat vorschreiben lassen, wie er seine Gastronomie bauen soll. (Anm. d, Red.: Damit spielt sie auf Forderungen der SPD an, die dem Investor genaue Vorgaben machen wollten.) Ich würde das auch nicht wollen. Mein Geld, meine Entscheidung. Es mag auch sein, dass wir uns zunächst vom Gedanken einer dauerhaften Gastronomie dort verabschieden müssen, wir sollten dann aber zusehen, dass wir durch temporäre Aktionen und eine Verschönerung der Fläche dort wieder etwas für unsere Bürger anbieten können. Vielleicht kann man dort auch mit kleiner Gastronomie (Imbisswagen) und der Aufwertung der Fläche arbeiten.“
Philipp Olschewski: „Trotz aller bisherigen Hürden und Misserfolge möchten wir den Gedanken nicht aufgeben, dass eine Gastronomie in Nachrodt durchaus möglich ist. Statt großer Investoren und riesiger Projekte sollten wir vielleicht kleinere, realistischere Ideen dafür in den Blick nehmen. Ich habe schon vor längerer Zeit angemerkt, dass so etwas wie eine gemütliche, sommerliche Gastronomie-Terrasse direkt an der Lenne, die vor allem den Menschen aus unserer Gemeinde einen schönen Ort zum Verweilen bietet, gerade für den Sommer einen Mehrwert bieten könnte. Das wäre eine unkomplizierte Möglichkeit, gastronomische Angebote zu schaffen, die sowohl den lokalen Bedarf decken als auch für Touristen und Gäste attraktiv sind.“
Aykut Aggül: „Eine Gastronomie muss in Nachrodt-Wiblingwerde am Standort der ehmaligen Rastatt verwirklicht werden. Ich bin optimistisch, dass das uns gelingen wird.“
Gerd Schröder: Keine Antwort.
Steuern: Vor der Wahl möchte keiner so recht dran. Aber kann es so weiter gehen? Was wäre eine Alternative? Wie soll das finanzielle Loch langfristig gestopft werden?
Petra Triches: „Wenn wir uns den Haushaltsentwurf angucken, bleibt uns kaum eine andere Möglichkeit. Sollte das Minus noch größer werden, rutschen wir in die Haushaltssicherung. Dann sind uns die Hände gebunden und wir können nichts mehr alleine entscheiden. Der Bund und das Land machen es sich einfach. Es werden neue Gesetzte erlassen und die Kommunen müssen sehen, wie sie die Kosten gestemmt bekommen. Wie heißt es so schön: Den letzten beißen die Hunde. Aber so lange es eben machbar ist, und ich denke, da sind sich die Fraktionen hier in Nachrodt-Wiblingwerde auch einig, werden wir von Steuererhöhungen absehen. Sollten einige Besitzer mehr Grundsteuer bezahlen müssen, liegt es an den neuen Messbeträgen des Finanzamtes, nicht an den Hebesätzen der Gemeinde.“
Philipp Olschewski: „Es liegt in unserer Verantwortung, alle notwendigen Mittel auszuschöpfen, um zu verhindern, dass Steuererhöhungen und Kostenerhöhungen auf unsere Bürgerinnen und Bürger zukommen. Das wird eine anspruchsvolle Aufgabe, aber wir müssen sicherstellen, dass die Belastungen für die Menschen in unserer Gemeinde so gering wie möglich bleiben. Am Ende geht es vor allem darum, unsere Bürger bestmöglich zu schützen und ihnen ein bezahlbares Leben in unserer Gemeinde zu ermöglichen.“
Aykut Aggül: „Ich bin gegen Steuererhöhungen! Es darf zu keiner Steuer – oder Gebührenerhöhungen zulasten der Bürgerinnen und Bürger kommen. In diesem Fall müssen wir uns die freiwilligen Leistungen langfristig im Haushalt ansehen und nach Prioritäten einteilen sowie die Bürgerinnen und Bürger stark in die Entscheidungen miteinbeziehen.“
Gerd Schröder: „Die Einnahmemöglichkeiten einer Gemeinde sind begrenzt. Steuern sind nach der Gemeindeordnung NRW das letzte Mittel der Einnahmebeschaffung, sie sind leider aber auch das ständige Mittel. Die Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde hat kein Einnahmenproblem, sie hat ein Ausgabenproblem. Dieses Ausgabenproblem ist nicht hausgemacht, es entsteht durch gesetzliche Auflagen. Diese gesetzlichen Zwänge führen dazu, dass der Spielraum der gemeindlichen Selbstverwaltung zunehmend eingeschränkt wird und streckenweise nicht mehr zu sehen ist. Ein Staat braucht gestalterische Möglichkeiten der Menschen, die in ihm wohnen. Im umgekehrten Falle werden sich die Menschen vom staatlichen, gesellschaftlichen Leben entfernen, wenn sie den Eindruck bekommen, dass ihr Leben in allen Bereichen oktroyiert, gesteuert wird. Das ist der Fall in einer kommunalen Mangelverwaltung, das ist aber auch dann der Fall, wenn der Staat den Gemeinden durch konkrete Förderprogramme vorschreibt, wie, worin, in welchem Maße zu investieren ist. Denn das wissen die Menschen vor Ort besser.“
Klimaschutz: Einen Klimaschutz-Manager gibt es nicht mehr. Und doch ist das eigentlich ein wichtiges Thema. Welche Maßnahmen wurden 2024 ergriffen, welche könnten 2025 ergriffen werden? Gibt es überhaupt klar formulierte Klimaschutzziele?
Petra Triches: „Wir haben bereits 2019 einen Antrag zur Prüfung zum Bau von Photovoltaik-Anlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden gestellt und 2022 nochmals erweitert. Auch vor sehr vielen Jahren sollte auf UWG-Initiative hin schon einmal PV auf die Lennehalle kommen. Aber leider ist nicht viel passiert. Entweder sprachen die Statiken dagegen oder die Gewährleistung bei neuen Dächern. Wir hoffen, dass die neuen Gebäude Photovoltaik Anlagen erhalten. Es gibt keine genauen Klimaziele, anderseits können wir das Thema auch nicht nur der öffentlichen Hand übertragen. Jeder sollte etwas tun.“
Philipp Olschewski: „Klimaschutz ist natürlich nicht nur auf Bundes- und Landesebene ein wichtiges Thema, sondern spielt auch in unserer Gemeinde eine wichtige Rolle. Wir müssen und werden den Klimaschutz auch bei allen neuen Bauprojekten und Infrastrukturmaßnahmen konsequent mit einfließen lassen. Das gehört für uns selbstverständlich dazu, weil wir uns bewusst sind, dass jede noch so kleine Maßnahme in diesem Bereich langfristig einen positiven Einfluss auf die Zukunft unserer Gemeinde hat.
Wir müssen jedoch, gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage, in der viele Menschen in unserer Gemeinde mit alltäglichen Sorgen kämpfen – sei es wegen der steigenden Lebenshaltungskosten oder anderer wirtschaftlicher Belastungen – momentan verstärkt den Fokus auf Themen legen, die direkt für die Menschen spürbar sind. Das bedeutet aber nicht, dass wir den Klimaschutz aus den Augen verlieren. Ganz im Gegenteil, wir werden ihm auch weiterhin die Aufmerksamkeit schenken, die es verdient, auch wenn andere Themen momentan vielleicht dringender erscheinen.“
Aykut Aggül: „Es ist lange bekannt, dass ein Klimaschutzkonzept für unsere Gemeinde unter Koordination des Märkischen Kreises erstellt und ausgearbeitet wurde. Jetzt möchte ich auf kurzfristig umzusetzende Maßnahmen aus dem Klimaschutzkonzept hoffen. Klimaschutz heißt Generationengerechtigkeit. Für mich ist die Zukunft unserer Gemeinde nicht egal.“
Gerd Schröder: Keine Antwort
Flüchtlingspolitik: Ein schwieriges Thema. Es gibt mehr als ein Problem. Die Unterbringung ist das eine, aber die Integration das andere. Es gibt viele Probleme. Diese immer in den nichtöffentlichen Teil zu schieben, macht sie nicht besser. Wie sollte damit umgegangen werden? Was gibt es für Lösungsansätze? Gibt es die überhaupt?
Petra Triches: „Es ist ein schwieriges Thema, aber das ist auch wieder ein Thema, wo Bund und Land die Aufgaben auf die Kommunen schieben und diese auf den Kosten sitzen lassen. Und ja, es wäre richtig, diese Themen öffentlich im Rat zu diskutieren und nicht dazu zu schweigen, denn die Bürger interessiert das und sie haben auch ein Recht darauf, zu wissen, wie die Flüchtlingspolitik in der Gemeinde umgesetzt wird. Dass wir ein Problem mit der Unterbringung haben, wissen alle. Eigentlich müssten die Kommunen die Möglichkeit haben ,STOP‘ zu sagen, ,wir können nicht mehr‘. Und an diesem Punkt sind wir auch in Nachrodt-Wiblingwerde angekommen. Denn es hat ja nichts mehr mit Integration zu tun, wenn zehn Menschen in einer Drei-Zimmer-Wohnung untergebracht werden oder Sporthallen für die Unterbringung gesperrt werden. Das fördert nur das Unverständnis und sorgt nicht für Akzeptanz weder bei uns noch bei den Bürgern.“
Philipp Olschewski: „Die Flüchtlingspolitik ist natürlich auch in unserer Gemeinde ein Thema. Ab einer gewissen Anzahl ankommender Personen stellt dies für unsere Verwaltung eine große Herausforderung dar, da für die ankommenden Menschen nicht nur Unterbringungsmöglichkeiten in unserer kleinen Gemeinde gefunden werden müssen, sondern auch anderweitige Hilfen benötigt werden.“
Aykut Aggül: „Unsere Kapazitäten sind erschöpft. Die Belastungsgrenze erreicht. Ein sehr schwieriges Thema, womit ich mich fast täglich beschäftige und ehrenamtlich einsetze. Konkret fordere ich auch mehr Unterstützung vom Land bei der Integration und Unterbringung von Geflüchteten. Wir fühlen uns nicht ernstgenommen, alleingelassen und nicht so richtig wahrgenommen. Ein Beispiel ist aktuell die Streichung von Mitteln für die Integration von Menschen die zu uns gekommen sind. Niemand spricht die Situation schön, es ist eine zusätzliche Herausforderung für uns alle.“
Gerd Schröder: „Wir können feststellen, dass sich die Menschen, die als politisch oder aus anderen Gründen Verfolgte nach Nachrodt-Wiblingwerde gekommen sind, sich dort eingelebt haben und sich hier wohlfühlen. Es gibt Aufgaben, jedoch keine wesentlichen Probleme hinsichtlich der Integration geflüchteter Menschen in Nachrodt-Wiblingwerde.“
Was werden die großen Herausforderungen 2025?
Petra Triches: „Die größte Herausforderung wird sein, die Finanzen in den Griff zu bekommen.“
Philipp Olschewski: „Die Herausforderungen, die uns 2025 erwarten, werden vielfältig sein. Zum einen müssen wir sicherstellen, dass die beschlossenen Projekte und Beschlüsse in konkrete Ergebnisse umgesetzt werden. Ich denke da insbesondere an die Fortschritte bei wichtigen Immobilienprojekten, die für unsere Gemeinde sowohl wünschenswert als auch notwendig sind. Wir wollen, dass unsere Gemeinde lebenswert ist und dass die Menschen hier gut und gerne leben.

Zum anderen wird die Auseinandersetzung mit der Grundsteuerreform ein weiteres zentrales Thema sein. Hier gilt es, alles zu tun, um zu verhindern, dass höhere Kosten auf die Bürgerinnen und Bürger unserer Gemeinde zukommen. Hier müssen wir sicherstellen, dass die Belastungen für die Menschen in unserer Gemeinde so gering wie möglich bleiben.
Der Haushalt 2025 wird insgesamt eine echte Herausforderung – und das wird noch deutlicher, wenn wir feststellen, wie stark die Kommunen in NRW strukturell unterfinanziert sind. Das ist kein spezifisches Problem unserer Gemeinde, sondern trifft einen großen Teil der Kommunen in NRW. Aber auch in dieser schwierigen Lage werden wir gemeinsam daran arbeiten, Lösungen zu finden, die unsere Gemeinde für unsere Bürgerinnen und Bürger Stück für Stück verbessern.“
Aykut Aggül: „Die Finanzlage unserer Gemeinde im Auge zu behalten.“
Gerd Schröder: Keine Antwort
2025 ist Kommunalwahljahr. An CDU, SPD, UWG: Werden Sie alle Wahllokale besetzen können? Gibt es schon Ratsmitglieder, die definitiv nicht weiter machen möchten? Werden wir neue Gesichter zu sehen bekommen?
Petra Triches: „Über unsere Kandidaten entscheiden wir Anfang des Jahres und es wird sicher neue Gesichter geben und von ,alten‘ werden wir uns verabschieden müssen.“
Philipp Olschewski: „Ich gehe davon aus, dass wir alle Wahllokale besetzen können und dass die meisten Mitglieder meiner Fraktion weitermachen. Auch neue Gesichter wird es sicherlich geben. Konkret werden wir darüber aber erst zu einem späteren Zeitpunkt sprechen.“
Gerd Schröder: Keine Antwort
Keiner will es so richtig zum Thema machen und doch müssen wir darüber sprechen. Es gibt immer wieder Gerüchte, dass die AfD sich auch in Nachrodt-Wiblingwerde, Altena und Umgebung formiert. Die Wahlergebnisse der Landtagswahl haben klar gezeigt, wie stark die AfD sein kann – auch hier. Was ist Ihre Meinung dazu?
Petra Triches: „Wenn sich in Nachrodt-Wiblingwerde die AfD formiert, ist es wichtig, dass man als politische Gruppe eine klare Haltung entwickelt um entsprechend, auch gemeinsam mit den anderen Fraktionen, zureagieren. Man muss klar Stellung beziehen und der AfD in einer sachlichen, aber bestimmten Weise entgegentreten mit der Betonung auf demokratische und integrative Werte. Dazu gehört auch eine faktenbasierte Aufklärung, Gespräche mit den Bürgern suchen, die möglicherweise unsicher sind, um Ängste und Sorgen aufzugreifen und Lösungen außerhalbextremistischer Positionen anzubieten. Es ist wichtig, aktiv auf die Bürger zuzugehen und sie zu ermutigen, sich zu informieren. Wir sollten wie bisher hier in Nachrodt-Wiblingwerde auch, die demokratischen Werte aktiv leben und auf kommunaler Ebene eine starke, positive Alternative anbieten. Auch jetzt schon sind wir immer offen für Gespräche und Anregungen und freuen uns über jeden, der diesen Kontakt sucht. Als Wählergemeinschaft, die unabhängig von den großen Parteien ist, sind wir tatsächlich ja vielleicht auch eine ,Alternative für Nachrodt-Wiblingwerde‘.“
Philipp Olschewski: „Natürlich besteht die Gefahr, dass sich auch Parteien wie die AfD in unserem Gemeinderat positionieren. Damit müssten wir dann in adäquater Form umgehen, wenn es soweit ist. Wir lassen uns davon jedoch in keinem Fall beirren: Wir setzen uns weiter für das Wohl der Menschen in Nachrodt-Wiblingwerde ein.“
Aykut Aggül: „Ich respektiere den Wählerwillen, aber eine Zusammenarbeit mit der AfD wird es mit mir auf keiner politischen Ebene geben!“
Gerd Schröder: „Letztlich zur AfD. Die Partei greift ein emotionales Unbehagen der Menschen auf und fasst es in politische Zielsetzungen. Es ist davon auszugehen, dass diese Partei weiteren Zulauf erfährt. Die Welt ist im Wandel und dieser Wandel macht vor der Bundesrepublik Deutschland und vor Nachrodt-Wiblingwerde nicht halt. Es gibt keine Garantie dafür, dass alles so bleibt, wie es ist. Gerüchten, dass sich die AfD in Nachrodt-Wiblingwerde formiert, sehen wir gelassen entgegen.“
Für welches Thema stehen Sie 2025 besonders ein?
Petra Triches: „Wir möchten auch im Jahr 2025 ein offenes Ohr für unsere Mitbürger/innen haben, um unsere Gemeinde lebens- und liebenswert zu gestalten. Ein spezielles Thema gibt es deshalb für uns nicht, denn aufgrund der vielfältigen Herausforderungen, denen wir uns zurzeit hier stellen müssen, kann man sich nicht nur auf ein spezielles Thema beschränken. Wir werden uns auf jeden Fall in der nächsten Ratssitzung für eine Differenzierung der Hebesätze bei der Grundsteuer einsetzen, um die privaten Haushalte nicht zu Gunsten der gewerblichen Eigentümer weiter zu belasten (Anm. d. Red. diese wurden inzwischen mit der Stimme der UWG beschlossen). Wenn es für uns möglich wäre, wäre es natürlich der Bau der Lennebrücke, den wir forcieren würden, aber so werden wir uns weiterhin zumindest weiter dafür einsetzen, dass die Baumaßnahme vorangetrieben wird. Die UWG-ler sind alle in den unterschiedlichsten Bereichen auch ehrenamtlich unterwegs, um in unserer Gemeinde die Gemeinschaft zu fördern. Das möchten wir auch in Zukunft sein, denn unsere kleine Gemeinde lebt von diesen Ehrenamtlern, ohne die so vieles nicht möglich wäre.“
Philipp Olschewski: „Im Jahr 2025 werden wir als CDU-Fraktion weiterhin mit aller Kraft dafür kämpfen, dass die Kosten für die Menschen in unserer Gemeinde nicht steigen und möchten mit pragmatischen Lösungen sowie adäquaten Mitteln verhindern, dass zusätzliche finanzielle Belastungen auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen. Das Gleichgewicht zu finden zwischen notwendigen Investitionen und der finanziellen Entlastung der Bürger. Das bleibt ein zentrales Anliegen unserer Arbeit. Wir werden uns zudem dafür einsetzen, dass Nachrodt-Wiblingwerde für alle ein lebenswerter Ort bleibt, an dem sich die Menschen wohlfühlen und gerne leben.“
Aykut Aggül: „Für eine lebens- und liebenswertere Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde, dafür werde ich mich weiter stark einsetzen.“
Wenn Sie in einer magischen Glaskugel die traumhafte Zukunft für Nachrodt-Wiblingwerde 2025 vorraussehen könntet: Was würdet Sie sich für einen Traum für 2025 ausmalen?
Petra Triches: „Ich würde mir einen Lottogewinn wünschen, womit alle Altschulden, die Kosten unserer Bauprojekte und die Sanierung unserer Straßen gedeckt wären.“
Philipp Olschewski: „Für eine traumhafte Zukunft von Nachrodt-Wiblingwerde und der hier lebenden Menschen gibt es eigentlich nur eine ganz einfache Grundvoraussetzung: Die CDU gewinnt die Kommunalwahl 2025 – dann ist auf jeden Fall gesichert, dass alles für eine traumhafte Zukunft unserer Gemeinde getan wird. ;-)“
Aykut Aggül: „Dass die neue Brücke entlang der Brücke B236 für alle Verkehrsteilnehmer freigegeben wird und alle unsere Bauprojekte abgeschlossen sind.“
Gerd Schröder: „Für 2025 wünschen wir uns, dass die begonnenen Bautätigkeiten in der Gemeinde gut voranschreiten und erkennbar wird, welches Gesicht die Gemeinde in den nächsten Jahrzehnten haben wird.“
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