Alte Bäume, historische Gebäude und Pläne für die Zukunft: Zum Tag des offenen Denkmals öffnete Haus Nachrodt am 13. September seine Türen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, das sonst nicht öffentlich zugängliche Anwesen kennenzulernen.
Charlotte von Löbbecke-Campe führte die Besucher über das weitläufige Grundstück und beantwortete Fragen zur Geschichte der Gebäude und des Parks. Im sogenannten Logierhaus, dem ehemaligen Gasthaus, gab es Kaffee und Waffeln. Ein Lageplan half bei der Orientierung auf dem Gelände.
Ein Logierhaus mit neuer Zukunft
Das Logierhaus ist das älteste Gebäude auf dem Gelände. Das weiß gekalkte Bauernhaus stammt aus dem 18. Jahrhundert. Um 1900 wurde es erstmals renoviert und zum Logierhaus umgebaut.
Seit rund 40 Jahren steht das Gebäude leer. Das soll sich ändern. Seit drei Jahren laufen Planungen für eine Renovierung. Weil das gesamte Gelände und damit auch das Logierhaus unter Denkmalschutz stehen, nimmt die Vorbereitung viel Zeit in Anspruch.
Aufgrund seiner Bauart eignet sich das Gebäude nicht als Wohnraum. Charlotte von Löbbecke-Campe plant deshalb eine Nutzung als Kultur- und Begegnungsstätte. Nach der Renovierung könnten dort beispielsweise Vereinstreffen stattfinden.
Vom Kelleramtsgut zum Wohngebäude
Haus Nachrodt selbst wurde um 1800 erbaut. Damals war es ein Kelleramtsgut und gehörte zur Burg Altena. Nachdem die Familie Nachrodt das Haus verkauft hatte, ging das Anwesen in den Privatbesitz der Familie Herzog über.
Später kaufte Eduard Schmidt Haus Nachrodt als Wohngebäude für sich und seine Frau Emma von Löbbecke. Mit der Fabrik von Eduard Schmidt begann in Nachrodt die Entwicklung weiteren Wohnraums. Um 1907 wurde schließlich die Gemeinde Nachrodt gegründet.
Ein Saal mit Geschichte
Der Saal von Haus Nachrodt kann heute für Geburtstagsfeiern, Vernissagen, Konzerte, Lesungen, Seminare, Firmenveranstaltungen oder Hochzeiten gebucht werden.
Die ursprüngliche Dekoration des Festsaals ist bis heute erhalten. Die Familie erforscht weiterhin Herkunft und Bedeutung einzelner Einrichtungsgegenstände. Zu den Besonderheiten gehören die originale Hasenhaartapete und ein Blüthner-Konzertflügel aus dem Jahr 1862.
Ein Park mit alten Bäumen
An das Haus schließt sich der Arboretum-Park an. Emma von Löbbecke legte den Baumgarten um 1850 an. Bis heute kümmern sich die Eigentümer um die Anlage. Einige der Bäume sind mehr als 100 Jahre alt.
Emma von Löbbecke gestaltete den Park mit unterschiedlichen Sichtachsen. Dadurch entsteht der Eindruck, dass sich die Anlage über ihre tatsächlichen Grenzen hinaus fortsetzt.
Laternen zwischen alten Bäumen
Einmal im Jahr besuchen die katholischen und evangelischen Kindergärten den Park von Haus Nachrodt. Zu Nikolaus und Sankt Martin ziehen die Kinder mit selbst gebastelten Laternen durch die Anlage. Anschließend pflanzen sie dort einen Baum und hinterlassen so ihre eigene Spur im Park.
Park soll für Besucher öffnen
Künftig soll das Arboretum zu festen Terminen für Interessierte zugänglich sein. Geplant sind außerdem Möglichkeiten für geführte Gruppen, Fachleute und Forscher, sich für Besuche anzumelden.
Damit verbinden die Eigentümer von Haus Nachrodt den Erhalt des historischen Anwesens mit neuen Nutzungsmöglichkeiten für Gebäude und Park.









