Auf der Agenda des Ausschusses für Bau und Planung standen am Montag, 9. März, auch die geplanten neuen Windkraftanlagen. Schnell wurde klar: Rat und Verwaltung stehen dem Vorhaben offen gegenüber.

"Ich fand die Exkursionen sehr hilfreich, hierbei konnten viele Fragen geklärt werden", betonte der fraktionslose Matthias Lohmann eingangs. Lobende Worte fand er außerdem für das Unternehmen Naturstrom Veserde: "Ich begrüße, dass von der Seite aus nicht geplant ist, die Anlagen in der maximalen Höhe zu bauen. Diese Tatsache wird es den Anwohnern sicher erleichtern, die Anlagen zu akzeptieren." Gleiches wünsche er sich auch von der Enervie, wie er abschließend betonte.

Marvin Hommeltenberg (UWG) machte deutlich: "Der Klimawandel schreitet immer weiter voran, schon allein deshalb müssen wir uns für erneuerbare Energien einsetzen. Wir haben auch schon eine Umfrage in den sozialen Medien durchgeführt, und auch, wenn das Echo auf diese überschaubar war, sollten wir eine Bürgerbeteiligung unbedingt in Betracht ziehen."

Der fraktionslose Armin Speckmann hob ebenfalls lobend hervor, dass Naturstrom Veserde sich offensichtlich darum bemühe, den entstehenden Schaden für die Anwohner so gering wie möglich zu halten. "Das sehe ich bei der Enervie nicht", führte er weiter aus, "hier sehe ich das Problem, dass die Anlagen sehr erdrückend wirken könnten. Besteht seitens der Enervie eventuell die Möglichkeit, diese kleiner und weiter entfernt zu bauen?"

Sebastian Brinker (CDU) meldete sich daraufhin zu Wort: "Ich schließe mich meinem Vorredner - und schlage vor, dass wir uns diesbezüglich noch einmal mit der Enervie zusammensetzen. Insgesamt stehen wir als CDU jedoch hinter dem Projekt und dem damit einhergehenden Vorantreiben der Energiewende."

"Entscheidung nicht leicht gemacht"

Resul Gökdag, Fraktionsvorsitzender der SPD, berichtete von der Debatte, die innerhalb seiner Fraktion geführt wurde: "Wir haben uns gefragt, was gut für die Einwohner und die Gemeinde ist, und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Auch uns haben die Ortsbegehungen enorm geholfen, ein Bild von der Situation zu bekommen. Lediglich an die geplanten Anlagen der Enervie möchten auch wir noch ein Fragezeichen machen."

Bürgermeisterin Birgit Tupat kündigte daraufhin an, bei der Enervie anzufragen, ob man über die Masthöhe und die Abstände noch einmal sprechen könne und wieviel Spielraum dort vorhanden sei. Die Ergebnisse der Anfrage sollen dann in der kommenden Ratssitzung am Montag, 23. März, bekanntgegeben werden. Eine Handlungsempfehlung erteilte der Ausschuss dem Rat nicht, eine Abstimmung soll jedoch zeitnah erfolgen.

Auch wirtschaftliche Aspekte spielten in der Diskussion eine Rolle. So könnte insbesondere das Projekt der Enervie für zusätzliche Einnahmen für die Gemeinde sorgen. Im Zuge der Ortsbegehung war unter anderem der Bau eines gewerbesteuerpflichtigen Umspannwerks ins Gespräch gebracht worden. Zudem stellte das Unternehmen in Aussicht, im Falle einer Umsetzung eine Gesellschaft zu gründen, über die sichergestellt werden soll, dass anfallende Gewerbesteuer in Nachrodt-Wiblingwerde verbleibt.

"Windkraft ist nicht die einzige erneuerbare Energiequelle"

Abschließend meldete noch ein Anwohner Bedenken an und brachte seine Sorge darüber, dass Höhenbegrenzungen von Masten durch Änderungsanträge leicht ausgehebelt werden könnten. Dem Lufterholungsort Wiblingwerde werde seines Erachtens zu viel zugemutet: "Beeinträchtigungen von Tieren und Natur sind nicht von der Hand zu weisen. Windkraft ist nicht die einzige erneuerbare Energiequelle, es gibt noch andere - zum Beispiel Photovoltaik."