Rund 100 Interessierte kamen am Dienstag, 21. April, ins Gemeindehaus Wiblingwerde - und machten ihrem Unmut Luft.

Durch den Abend führte Finanzkirchmeister Kay Kürschner, der sich auch mit kritischen Fragen und Frust aus dem Publikum konfrontiert sah. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dan Ossenberg-Engels.

Im Mittelpunkt standen die finanzielle Lage der Gemeinde - und die daraus resultierenden Entscheidungen für die Zukunft der kirchlichen Gebäude. Eine zunächst gehegte Hoffnung auf eine Verbesserung der finanziellen Situation habe sich nicht erfüllt, wie im Laufe des Abends deutlich wurde. Als Konsequenz wird über eine Reduzierung des Gebäudebestandes nachgedacht – unter anderem durch mögliche Verkäufe. Die Erlöse sollen, nach aktuellem Stand, in den Gesamthaushalt der Kirchengemeinde fließen und angelegt werden.

Für viele Anwesende war vor allem der Erhalt der Kirche im Ort von zentraler Bedeutung. Einigkeit bestand darin, dass sie weiterhin auch als Kirche genutzt werden soll. Gleichzeitig wurde der Wunsch geäußert, frühzeitig stärker in Entscheidungsprozesse dieser Art einbezogen zu werden. Mehrere Teilnehmer kritisierten, dass eine breitere Diskussion im Vorfeld der aktuellen Planung ausgeblieben sei.

Auch personelle Entscheidungen sorgten für Unverständnis: so wurde die Abwesenheit von Superintendentin Mara Roth als fehlendes Signal gewertet. Vereinzelt wurde die Entscheidungsfindung zudem mit historischen Vergleichen scharf kritisiert.

Deutlich wurde im Laufe des Abends auch, dass sich die kirchliche Struktur insgesamt verändern wird. Hintergrund sind sinkende Mitgliederzahlen sowie geplante Strukturreformen: Perspektivisch soll es bis 2030 nur noch einen Kirchenkreis geben, zudem sollen sogenannte "Leuchtturm"-Standorte gestärkt werden. Gruppenangebote sollen jedoch nach aktuellem Stand mindestens bis 2030 noch in Nachrodt-Wiblingwerde stattfinden.

Ebenfalls besprochen wurden Alternativen zur Nutzung bestehender Räume. So signalisierte unter anderem eine christliche Versammlung die Bereitschaft, Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen. Die örtliche Kindertagesstätte ist von den Überlegungen nicht betroffen.

Gemeindepädagogin Annedore Weidlich betonte, dass sich die Kirche insgesamt in einem Wandel befinde: Die klassische "Volkskirche" werde sich angesichts rückläufiger Mitgliederzahlen und zunehmender Austritte verändern.