"Das Gemeindeleben soll erhalten bleiben — sowohl in Nachrodt als auch in Wiblingwerde und Altena", betonte Finanzkirchmeister Kay Kürschner zu Beginn der dritten "Zukunftswerkstatt Kirche" am Dienstag, 28. April, im Mühlendorf Altena.

Die evangelische Trinitatis-Gemeinde ist gezwungen, zu sparen. "Der Haushalt kann sonst nicht aufrechterhalten bleiben", betonte Kürschner. In der Konsequenz sollen Einrichtungen abgestoßen werden — unter anderem die Kirche in Nachrodt, das Pfarrhaus mit Gemeindehausanbau, die Johannis-Kirche und das Gemeindehaus, das Pfarrhaus und das Küsterhaus an der Nachrodter Straße. Außerdem stehen auch die Kirche Mühlendorf und das Gemeindehaus mit dem ehemaligen Kindergarten an der Drenscheider Straße in Altena auf der Liste der sogenannten "Abschiedsgebäude."

"Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht"

Sowohl die Lutherkirche als auch das Lutherhaus in Altena sollen erhalten bleiben. Als "Zukunftsgebäude" sollen sie perspektivisch als zentraler Standort für Kirche, Gemeindearbeit und Verwaltung entwickelt und als Mittelpunkt des evangelischen Gemeindelebens in der Region dienen.

Geschuldet sei diese Entscheidung der finanziellen Situation, so betonte Kay Kürschner, der auch Mitglied im Presbyterium ist, im Laufe des Abends mehrfach. "Es liegen schwere Wochen und viele Gespräche hinter dem Presbyterium, wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht." Erklärtes Ziel sei es daher, für die betroffenen Gebäude nicht nur Käufer oder Investoren, sondern vor allem alternative Nutzungsmöglichkeiten zu finden.

Nach Möglichkeit weiterhin kirchliche Nutzung

"Was ist, wenn die Gebäude von jemandem gekauft und dann völlig anders genutzt werden sollen — beispielweise als Diskothek?", fragte eine Besucherin. Kürschner betonte: "Das Gemeindeleben soll erhalten bleiben und die Gebäude sollen nach Möglichkeit weiter kirchlich genutzt werden — nur eventuell in einer etwas kleineren Größenordnung." Und auch zur Umsetzung habe man sich seitens des Presbyteriums bereits Gedanken gemacht: "Potenzielle Käufer oder Investoren müssen nicht nur gewissen Anforderungen erfüllen, sondern zuerst ein Nutzungskonzept vorlegen."

Was mit den Gebäuden geschehe, wenn keine Käufer gefunden werden, wollte eine andere Besucherin wissen. Kürschner entgegnete, es gebe bereits erste Interessenten für einzelne Gebäude, der Prozess sei bereits angelaufen: "An manchen Stellen wird bereits nach möglichen Konzepten und gemeinsamen Lösungen gesucht."

Die nächste "Zukunftswerkstatt Kirche" findet am Samstag, 5. September, im Lutherhaus Altena statt.

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