Nur noch eine kurze Zeit, dann ist der Neubau der Noteinsatzfahrzeug-Wache (NEF) in Lüdenscheid-Hellersen betriebsbereit. Für das Rettungswesen im Märkischen Kreis ist der neue Standort ein weiterer wichtiger Meilenstein. Am Donnerstag wurde die neue Wache offiziell eingeweiht.

Welche Bedeutung der neue Standort hat, lässt sich durchaus an der Gästeliste ablesen. Mit von der Partie waren unter anderem Landrat Ralf Schwarzkopf, Bürgermeister Sebastian Wagemeyer, Dr. Thorsten Kehe, Geschäftsführer der Märkischen Kliniken, sowie weiteren Vertretern des Kreises, der Stadt, der Kliniken, des Bau- und Straßenausschusses, der Kreistagsfraktionen sowie der beteiligten Planungs- und Baufirmen.

Das Gebäude steht kurz vor der Fertigstellung. Die Inbetriebnahme soll im Februar erfolgen.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf 3,8 Millionen Euro. Sehr gut investiertes Geld, wie Landrat Ralf Schwarzkopf betont: „Mit der neuen NEF-Wache in Hellersen investieren wir gezielt in eine leistungsfähige, zukunftssichere Notfallversorgung für die Menschen hier im Märkischen Kreis.“ Der Standort sei funktional durchdacht, technisch auf dem neuesten Stand und vor allem auf die Bedürfnisse der Einsatzkräfte ausgerichtet. Schwarzkopf: „Das ist ein starkes Signal für die Qualität unseres Rettungsdienstes.“

So sieht das Gebäude auf dem Gelände der Märkischen Kliniken von außen aus.
Foto: Wolfgang Teipel / LokalDirekt

Der Märkische Kreis ist als Träger des Rettungsdienstes für die Notfallrettung und den Krankentransport in den Städten und Gemeinden Altena, Balve, Halver, Herscheid, Kierspe, Meinerzhagen, Nachrodt-Wiblingwerde, Neuenrade, Schalksmühle und Werdohl zuständig. Seit Januar dieses Jahres ist der Kreis zudem Träger der Rettungswache Plettenberg. Darüber hinaus sind die Städte Hemer, Iserlohn, Lüdenscheid und Menden jeweils Träger eigener Rettungswachen.

Für die notärztliche Versorgung im gesamten Kreisgebiet ist der Märkische Kreis verantwortlich. Das Notarzteinsatzfahrzeug einschließlich Fahrer wird vom jeweiligen Wachenträger gestellt, während der Kreis die Notärztinnen und Notärzte vertraglich bindet. Das Klinikum Lüdenscheid stellt seit vielen Jahren die Notärzte für das NEF Lüdenscheid sowie für den südlichen Kreis (NEF Halver).

Aufgrund zunehmender Raumprobleme im Klinikum war bereits 2013 der Bedarf für einen eigenständigen NEF-Standort in unmittelbarer Nähe zum Krankenhaus erkannt worden. „Dass dieses Projekt realisiert werden konnte, ist ein großer Gewinn für den Rettungsdienst“, sagt Landrat Ralf Schwarzkopf.

Zwei NEF und ein RTW am neuen Standort

In dem Neubau werden künftig die beiden Notarzteinsatzfahrzeuge aus Lüdenscheid und Halver stationiert. Zudem ist im aktuellen Rettungsdienstbedarfsplan festgelegt, dass ein Rettungswagen (RTW) von der Hauptwache Lüdenscheid an den neuen Standort Hellersen verlegt wird. Dadurch wird die rettungsdienstliche Versorgung im südlichen Stadtgebiet weiter optimiert. Insgesamt versehen hier zukünftig meistens vier Rettungskräfte sowie ein Notarzt rund um die Uhr ihren Dienst.

Aktueller Stand der Technik

Bauherr des NEF-Standorts Hellersen ist der Märkische Kreis. Die Mitnutzung durch die Stadt Lüdenscheid für NEF und RTW war von Beginn an in enger und einvernehmlicher Abstimmung vereinbart. Nach dem Zentralstandort Rosmart (Fertigstellung 2020) und der Rettungswache Halver (2023) ist Hellersen der dritte Neubau einer Rettungswache des Märkischen Kreises „auf der grünen Wiese“.

Auf dem rund 1.304 Quadratmeter großen Grundstück ist eine hochmoderne Rettungswache mit einer Nutzfläche von etwa 600 Quadratmetern entstanden. Herzstück ist die Fahrzeughalle für zwei Notarzteinsatzfahrzeuge und einen Rettungswagen. Ergänzt wird sie durch umfangreiche Logistik-, Lager-, Technik- und Funktionsbereiche.

Für die Einsatzkräfte, die im 24-Stunden-Schichtdienst arbeiten, stehen acht schallisolierte Ruheräume mit direktem Badzugang, ein Aufenthalts- und Bereitschaftsraum mit Küche sowie getrennte Umkleide- und Sanitärbereiche für Frauen und Männer zur Verfügung. Ein zusätzlicher Bereich mit separaten Umkleiden und Duschen ermöglicht die hygienische Trennung von Einsatz- und Ruhebereichen. Eine rückwärtig ausgerichtete Terrasse dient als Rückzugsfläche. Zudem verfügt das Gebäude über zwei Büroräume mit insgesamt drei Arbeitsplätzen (Märkischer Kreis, Stadt Lüdenscheid, Notarzt).

Nachhaltig und digital

Auch technisch setzt der Neubau Maßstäbe: Eine Photovoltaikanlage versorgt die Wärmepumpe mit Eigenstrom. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt für ein gutes Raumklima. Das Gebäude ist umfassend gedämmt und mit aktueller Netzwerk- und IT-Infrastruktur ausgestattet. Ein elektronisches Schließsystem sowie eine softwaregestützte Kennzeichenerkennung für die Schrankenanlage erhöhen Sicherheit und Funktionalität. Ladeinfrastruktur ist vorhanden, die Ladepunkte für Einsatzfahrzeuge sind vorbereitet. Hinzu kommen ein Waschplatz im Außenbereich, Pkw-Stellplätze und ein Gründach.

Daten und Kosten

Der Baubeginn erfolgte Ende Oktober 2024, der Spatenstich am 21. November 2024. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 3,8 Millionen Euro (brutto). Aktuell laufen noch die Endmontage der Abgasabsaugung sowie Restarbeiten an den Außenanlagen. Die Fertigstellung ist – witterungsabhängig – im Februar vorgesehen.