Im Januar ist die Arbeitslosigkeit im Märkischen Kreis laut Mitteilung der Agentur für Arbeit in Iserlohn um rund 424 Personen auf über 19.032 gestiegen. Doch bleibe die Nachfrage nach Fachkräften nach wie vor bestehen. Berufliche Qualifikation sei gefragter denn je.

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„Es handelt sich um eine saisontypische Entwicklung für diese Jahreszeit. Im Jahresverlauf gehen wir von einer Frühjahrsbelebung aus, wobei höhere berufliche Qualifikationen die Chancen für die Arbeitsaufnahme verbessern“, sagt der Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit, Stefan Steinkühler. Der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit sei eine für den Beruf geeignete Qualifikation, wie sie über eine Ausbildung oder eine berufliche Qualifizierung erworben werden kann. Mit Nachdruck verdeutlichen das die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten, die jährlich zu Beginn des Jahres (für das Vorjahr) auf regionaler Ebene veröffentlicht werden. Sie zeigen die durchschnittlichen Quoten, gegliedert nach der beruflichen Qualifikation der Arbeitslosen.

Wie aufnahmefähig der heimische Arbeitsmarkt ist, zeigt die Arbeitslosenquote insgesamt und die ist im vergangenen Jahr auf einen Jahresendwert von 8,3 Prozent merklich gestiegen. Entscheidend sind aber nach wie vor die beruflichen Qualifikationen. Das belegen eindrucksvoll die qualifikationsspezifischen Arbeitslosenquoten im Märkischen Kreis. Während die Arbeitslosenquoten (Jahreswerte aus 2025) von Arbeitslosen mit abgeschlossener Berufsausbildung bei 4,3 Prozent liegen, liegen diese für Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung bei 23,8 Prozent und damit fast sechsmal höher. Die Gefahr, arbeitslos zu werden, ist also bei ungelernten Kräften um ein Vielfaches höher.

Um die Bedeutung für die Region einzuordnen: Im vergangenen Jahr hatten durchschnittlich 61,2 Prozent der Arbeitslosen keine abgeschlossene Berufsausbildung, das waren rund 11.500 Personen. Statistisch mehr als drei von vier gemeldeten Arbeitsstellen im Märkischen Kreis setzten 2025 einen Berufsabschluss oder ein Studium voraus. Qualifizierte Arbeitskräfte haben also deutlich bessere Jobchancen auf dem Arbeitsmarkt. Diese Arbeitsplätze sind zudem stabiler und bieten meist langfristige Perspektiven, d. h. mehr Sicherheit für die Zukunft, auch wenn der Arbeitsmarkt sich verändert.

„Deshalb setzen wir auf Qualifizierungsangebote schon während der Beschäftigung, aber erst recht, wenn Arbeitslosigkeit bei Kundinnen und Kunden eingetreten ist. Unsere Vermittlerinnen unterstützen mit guten Beratungsangeboten, damit passende Qualifizierungen ermöglicht werden“, so Stefan Steinkühler.

Die Zahlen im Januar 2026

19.032 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 424 Personen mehr (+2,3 Prozent) als im Dezember und 85 Personen bzw. 0,4 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug 8,5 Prozent und lag mit 0,2 Prozent über dem Vormonatsniveau. Vor einem Jahr lag sie bei 8,4 Prozent.

Im vergangenen Monat meldeten sich insgesamt 2798 Personen arbeitslos. Davon kamen 1.234 Personen direkt aus Erwerbstätigkeit. 2364 Menschen beendeten ihre Arbeitslosigkeit, davon nahmen 697 eine Erwerbstätigkeit auf.

Im Rechtskreis SGB III (Agentur für Arbeit) lag die Arbeitslosigkeit bei 6278 Personen (283 Personen mehr als im Vormonat und 28 Personen mehr als vor einem Jahr).

Im Rechtskreis SGB II (Jobcenter) waren im Januar 2026 12.754 Arbeitslose registriert. Dies sind 141 Personen mehr als im Vormonat und 57 Personen mehr als im Vorjahr. Die Anzahl arbeitsloser Menschen im Bürgergeldbezug stagniere nahezu auf dem Niveau des Vorjahres. „Der im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnende Rückgang der Bedarfsgemeinschaften und erwerbsfähigen Personen in der Grundsicherung ist erfreulich und maßgeblich durch die guten Integrationsraten von geflüchteten Menschen begründet“, sagt die Geschäftsführerin des Jobcenters Märkischer Kreis, Anna Markmann, zu den aktuellen Zahlen.

Anna Markmann, Geschäftsführerin des Jobcenters Märkischer Kreis
Foto: Agentur für Arbeit Iserlohn

Im Vergleich zum Vormonat Dezember sei ein leichter Aufwuchs sowohl bei den Bedarfsgemeinschaften als auch bei den erwerbsfähigen Personen zu verzeichnen (jeweils plus 0,5 %). Die weitere Entwicklung bleibe abzuwarten, sie sei durch erhöhte Zugänge in den Bürgergeldbezug begründet. Dazu sagt Markmann: „Wie sich die Bedürftigkeit in der Grundsicherung in den nächsten Monaten entwickelt, bleibt abhängig von der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt – insbesondere in Bezug auf den regionalen Arbeitskräftebedarf auf Helferniveau.“