Fahrgäste im Märkischen Kreis müssen sich am Montag, 2. Februar, auf erhebliche Einschränkungen im Busverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Ver.di hat die Beschäftigten der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG) in Lüdenscheid, Iserlohn und Plettenberg zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

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Ob und welche Busse fahren ist nicht absehbar

Welche Fahrten konkret ausfallen, lässt sich im Vorfeld nicht vollständig vorhersagen. Zum Streik aufgerufen sind Mitarbeitende aus Fahrdienst, Werkstätten, Leitstelle und Verwaltung. Der Streik beginnt mit der Frühschicht und endet erst in der Nacht zum Dienstag. "Aktuell ist noch nicht absehbar, wie viele MVG-Mitarbeitende am Streik teilnehmen werden", erklärte MVG-Pressesprecher Sebastian Bittrich am Freitag, 30. Januar. "Die Erfahrungen aus vergangenen Streikmaßnahmen haben gezeigt, dass die MVG-Auftragsunternehmen in der Regel nicht bestreikt werden und deren Fahrten voraussichtlich stattfinden."

Eine Übersicht der geplanten Fahrten ist auf der Internetseite der MVG unter www.mvg-aktuell.de veröffentlicht. "Jedoch können auch personelle Ausfälle bei den Auftragsunternehmen zur Streichung von Fahrten führen", so Bittrich. Er weist zugleich auf mögliche Unstimmigkeiten hin: „Aufgrund eines Fehlers bei unserem Dienstleister kann es passieren, dass auch ausfallende Fahrten in der Fahrplanauskunft als pünktlich angezeigt werden.“ Fahrgästen werde geraten, sich ausschließlich an der Liste auf der Website zu orientieren.

Hintergründe des Warnstreiks

Der Arbeitskampf ist Teil der laufenden Tarifrunde im kommunalen Nahverkehr. Die erste Verhandlungsrunde mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen blieb am 21. Januar ohne Ergebnis.
Ver.di begründet den Warnstreik vor allem mit der hohen Belastung der Beschäftigten. „Die Belastung im Nahverkehr ist längst an die Grenzen gekommen“, sagt Bezirksgeschäftsführer Michael Schnippering. Ohne spürbare Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen lasse sich der zunehmende Personalmangel nicht bewältigen. „Ein zukunftsfähiger ÖPNV braucht attraktive Jobs — und dafür müssen die Arbeitgeber die Verantwortung übernehmen.“

Forderungen der Beschäftigten

Im Mittelpunkt der Forderungen stehen Entlastung und mehr Zeit. Dazu gehören unter anderem eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich, längere Ruhezeiten zwischen den Schichten sowie höhere Zuschläge für Sonntagsarbeit. Auch der Geltungsbereich des Tarifvertrags soll ausgeweitet werden. Die Entgeltentwicklung ist bereits unmittelbar an den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst gekoppelt.