Die Sozialdemokraten hatten am Dienstag zur öffentlichen Fraktionssitzung rund um die Themen Lennehalle und Rastatt eingeladen. Gekommen war allerdings nur ein Gast, der Nachrodter Jürgen Ruyter. Ein enttäuschendes Ergebnis? „Naja, aber es ist ein Anfang. Wir werden das jetzt öfter machen und kräftig die Werbetrommel für mehr Bürgerbeteilugung rühren“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Gerd Schröder. Manche Dinge, so die Fraktionsmitglieder, bräuchten einfach Zeit, sich zu entwickeln.
Intensiv diskutiert wurde trotzdem. „Man kann einfach nirgends einkehren. Die Sportvereine haben sich inzwischen alle selbst Möglichkeiten geschaffen. Aber es fehlt etwas Großes für die Allgemeinheit“, erklärte Jürgen Ruyter sein Anliegen. Stammtisch, Feiern, Versammlungen – all das sei kaum möglich in Nachrodt. Das soziale und kulturelle Leben sollte sich seiner Meinung nach rund um die neue Gastronomie auf dem Rastatt-Gelände zentrieren und der Sport an der Lennehalle im Fokus stehen. Schnell entstand ein reger Austausch. Die Fraktionsmitglieder beantworteten alle Fragen. Beispielsweise erklärten sie noch einmal, dass die genaue Planung für das Rastatt-Gelände natürlich bei Klaus Weihrauch, dem Investor, liege, dieser aber mehrfach betont habe, dass er für Ideen und Anregungen offen sei. Die Grobplanung, die bereits präsentiert wurde, sei allerdings sehr vielversprechend.

Die Gemeinde überlässt dem Investor das Grundstück. Jedoch sei das natürlich an verschiedene Bedingungen geknüpft. So müsse dort Gastronomie entstehen und das auch innerhalb eines gewissen Zeitplans. „Also wir haben aktuell ein ganz gutes Gefühl bei der Sache“, erklärte SPD-Fraktionsmitglied Ronny Sachse. Er sei auch optimistisch, dass bereits im kommenden Jahr konkrete Pläne vorliegen. „Das größte Problem wird vermutlich die Bürokratie“, sagte Sachse.
In Sachen Lennehalle sei mehr Mitbestimmung möglich. „Natürlich tagt der Arbeitskreis erst einmal nicht öffentlich. Aber wir können dort die Anregungen einbringen“, erklärte Gerd Schröder. Es sei auch gut, dass es diesen geschützten Rahmen gäbe. Später wird das Vorhaben im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss beraten und abschließend im Rat entschieden – bis es soweit ist, werden allerdings vermutlich noch Monate vergehen. Im Arbeitskreis sitzen neben Vertretern der Fraktionen übrigens auch Vertreter der Sportvereine, die die Halle später nutzen werden, und des KulturSchocks. Denn auch ihre Bedürfnisse sollen gehört werden. Begleitet wird der Prozess von einer Beratungsfirma, die auf die Errichtung von Mehrzweckhallen spezialisiert ist.
„Wichtig ist, dass die neue Halle wirklich gut durchdacht ist. Die Lennehalle war zwar riesig, aber eigentlich für nichts richtig gut“, erklärte Sachse. Die Sportler hätten Probleme mit dem starren Boden gehabt. Für Veranstaltungen sei vor allem die Akustik eine Katastrophe gewesen. „Um die Halle ordentlich zu beschallen, mussten wir praktisch genauso viel Geld ausgeben wie für den Künstler selbst“, machte Ronny Sachse, der auch Vorsitzender vom Verein KulturSchock ist, deutlich. Gerade die KulturSchocker hoffen wieder auf eine große Halle, um auch wieder große Veranstaltungen auf die Beine stellen zu können.
„Man hört immer mal wieder aktuell, dass es ja gar keinen Bedarf mehr gebe. Aber vielleicht gibt es ja auch keinen Bedarf mehr, weil die Möglichkeiten nicht gegeben sind“, gab der SPD-Parteivorsitzende Christian Pohlmann zu bedenken. Daher gelte es Bedarfe genau zu ermitteln und nicht einfach auszuschließen.

Die SPD möchte die Sache mit der Bürgerbeteiligung weiter forcieren. Daher soll bereits Mitte bis Ende Januar die nächste öffentliche Fraktionssitzung stattfinden. In der könnte es dann auch um den Haushalt der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde gehen, der im Januar eingebracht wird. „Die Haushaltsplanberatungen machen wir nicht öffentlich. Da geht es ja darum, wie wir uns als Fraktion zu dem Plan positionieren. Aber dennoch kann man auch so ein Thema mit der Öffentlichkeit diskutieren und auch das eine oder andere erklären“, sagte Gerd Schröder. Der genaue Termin wird bekannt gegeben, sobald die Sitzungstermine festgelegt sind.









