Unternehmer Uwe Hell hat gute Neuigkeiten: „Wir freuen uns, Ihnen direkt nach Ostern eine positive Nachricht im Projekt B236 Lennebrücke in Nachrodt Wiblingwerde mitteilen zu können.“ Wie bereits mehrfach berichtet, setzt sich Uwe Hell unermüdlich für den Neubau der Brücke im Lennetal ein und konnte bereits große Erfolge in Sachen Transparenz und Kommunikation erzielen. Nun konnte er einen weiteren Teilerfolg vermelden. Auf der Internetseite des Landesbetriebs Straßen.NRW gibt es jetzt eine extra Projektseite zur Lennebrücke. Diese hatte er mit seiner Initiative dringend eingefordert und ist zufrieden: „Wir finden die Darstellung richtig klasse, besonders die Animation in dem kleinen Film ist sehr ansprechend.“
Ansonsten müsse er jedoch leider feststellen, dass die Rückmeldungen über Fortschritte im Planfeststellungsverfahren bei allen Verfahrensträgern, zu denen neben Straßen.NRW auch die Gemeinde, die Stadtwerke, Open-Grid-Europe sowie die Bezirksregierung gehören, aktuell sehr zurückhaltend seien.
„Wir warten sicherlich alle auf die sogenannte Synopse, das heißt den Abschlussbericht zur Prüfung der Einwendungen von Straßen.NRW für die Bezirksregierung. Im Mai jährt sich die Frist für die Einwendungen, so dass wir hier sicherlich nochmal alle Beteiligten zum Jubiläum zum aktuellen Stand befragen werden“, kündigte Uwe Hell an.
„Hier ist der Eingriff der Politik überfällig“
In seiner Mail mit den aktuellen Informationen zum Brückenprojekt sprach er zudem direkt auch die Ratsmitglieder an. „Es sei der höfliche Hinweis gestattet, dass diese Zeitfenster (zum Beispiel über ein Jahr für die Prüfung der Einwendungen, danach erfahrungsgemäß nochmal mindestens sechs Monate für den Abschluss des Planfeststellungsbeschlusses und so weiter) auf völliges Unverständnis bei allen Bürgern stößt. Bei allem Verständnis für die Komplexität und die Seriosität der Verfahren, hier fehlt es an Transparenz (warum?) mit Offenlegung der Prioritäten, wahrscheinlich auch an Kapazitäten für die Vielzahl der Projekte. Hier ist ein Eingriff der Politik überfällig.“
Doch wie ist eigentlich der aktuelle Stand genau? Darüber informiert die Website gut: Eigentlich gibt es nach wie vor nichts neues. Kurz gesagt: Das Planfeststellungsverfahren läuft. Und das seit mehr als einem Jahr. Es wurde am 9. März 2022 von der Bezirksregierung Arnsberg als Planfeststellungsbehörde eingeleitet. Straßen.NRW ist in dem Verfahren der Vorhabenträger. Für den Teil der Gashochdruckleitung gilt die eigenständige Mitwirkung der Open Grid Europe GmbH, beim Teil der Wasserversorgungsleitung die eigenständige Mitwirkung der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde/Stadtwerke Iserlohn. Laut Projektseite umfassen die Planunterlagen einen Straßenteil (Teil A) und einen „Düker“teil (Teil B). Als Düker wird eine Rohrleitung zur Unterquerung einer Straße oder eines Flusses bezeichnet; hier geht es um die Lenne-Querung. Beide Teile – Straßenbaumaßnahme und Dükerbauwerke – sind selbstständige Vorhaben, die jeweils ein Planfeststellungsverfahren erfordern. Aufgrund der gesetzlichen Vorschriften konnten beide Teile zu einem Verfahren zusammengefasst werden. Von Mitte März bis Mitte April des vergangenen Jahres lagen die Planunterlagen öffentlich aus.
„Alle Personen, deren Belange durch das Vorhaben berührt sind, konnten bei der Bezirksregierung Arnsberg oder bei der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde Einwendungen zu dem Vorhaben erheben“, heißt es auf der Internetseite. Die eingereichten Einwendungen wurden danach den Vorhabenträgern zur Gegenäußerung zugeleitet. Dort werde aktuell eine fachlich fundierte und rechtlich belastbare Synopse als Gegenäußerung zu den Einwendungen und Stellungnahmen erarbeitet. Wie lange das noch dauern wird, ist ungewiss.
Wie die Brücke verlaufen soll und wie sie aussehen könnte, ist anschaulich dargestellt. Es gibt jede Menge Pläne. Auch wird noch einmal genau erklärt, warum die Brücke zukünftig an einer anderen Stelle über die Lenne führen soll. Was schon sicher ist, ist dass der Neubau der Lennebrücke als Plattenbrücke mit zwei Feldern vorgesehen ist. Es wird zwei Fahrspuren mit einer Gesamtbreite von je 3,75 Metern und zwei kombinierte Rad-Gehwege mit einer Gesamtbreite je Seite von 3,85 Metern geben sowie eine Lärmschutzwand mit einer Höhe von 3,50 Metern. Das neue Bauwerk wird circa 79,60 Meter lang sein.
Der Neubau der Lennebrücke ist nötig geworden, da die bestehende Lennebrücke bereits heute nur noch im Einrichtungsverkehr befahrbar ist. Eine Sanierung unter Verkehr ist aufgrund der heutigen Sicherheitsvorschriften über eine einseitige Sperrung nicht mehr möglich und eine langfristige Vollsperrung des Lennetals kommt wegen der Verkehrsbelastung und der langen Umleitungsstrecke nicht in Frage. Die Gemeinde drängt immer wieder auf den Neubau. Die Sorge, dass die Brücke weiter beschädigt wird und damit eine Vollsperrung unumgänglich wird, ist groß. Denn dann würde ein Ort in zwei geteilt. Es gebe kilometerlange Umleitungen. Unternehmen und Einzelhändler könnten nicht mehr beliefert werden und stünden vor dem Aus.
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