Was ist denn hier los? Die Zuschauerplätze in der Sitzung des Sportausschusses füllten sich. Gab es einen kritischen Tagesordnungspunkt? Gäste sind in Ausschusssitzungen eher eine Rarität, sofern keine kontroversen Themen auf der Tagesordnung stehen. „Hab ich etwas verpasst?“, fragte ein Ausschussmitglied. Uwe Perlowsky vom TuS Nachrodt-Obstfeld antwortet: „Ne, aber es geht um Sport.“ Damit brachte er es auf den Punkt. Es ging um Sport. Um seine Leidenschaft und die von hunderten Vereinsmitgliedern. Und für die engagierte er sich am Montagabend in der Lenneschule. Stellte Fragen nach dem neuen Kraftraum, nach Fluchttüren und sonstigem. Und bekam direkt und ungefiltert Antworten.
Iris Krutz, die sich, nachdem klar war, dass es keinen neuen Gemeindesportverband in Nachrodt-Wiblingwerde geben wird, bereit erklärte, Treffen mit den Vereinsvorständen zu organisieren, hatte genau dafür Werbung gemacht. Ja, sie hat damals nicht ganz glücklich kommuniziert, vieles war schiefgelaufen. Aber sie hat es geschafft, dass Vereine ihre Interessen politisch vertreten haben. Sie begrüßte sie und freute sich ehrlich über die bekannten Gesichter in den Zuschauerreihen, nickte ihnen beim Punkt Anfragen und Anregungen der Einwohner noch einmal aufmunternd zu. Nicht, dass Heinz Even und Uwe Perlowsky das gebraucht hätten. Sie wissen schon lange, wie das funktioniert, waren auch schon öfter bei Sitzungen dabei. Aber es war nett, herzlich und vermittelte ein Gefühl des Willkommenseins – auch denen, die noch nicht das Wort ergriffen.
Ob alle Anwesenden wirklich kamen, weil Iris Krutz einen Appell sendete? Vermutlich nicht. Aber sie hat noch einmal wachgerüttelt und erinnert. Und sie war Gastgeberin. Letzteres musste sie nicht sein. Aber es verbreiete ein gutes Gefühl. Und wer weiß, vielleicht fühlen sich dadurch demnächst noch mehr ermuntert, mit Politik und Verwaltung in einen sinnvollen und direkten Dialog zu gehen.
Der Anfang ist gemacht. Jetzt ist die Politik gefragt. Es ist kein Problem, Tagesordnungspunkte ruck zuck abzuhandeln, wenn alle wissen, um was es geht. Dann ist es natürlich sinnvoll auf unnütze Zeitschinderei und Reden zu verzichten. Aber wenn Publikum da ist, müssen Wege gefunden werden, Politik transparent zu machen. Wie das gehen soll? Das ist nun die Aufgabe der Fraktionen. Sie müssen Wege finden, Zuhörer mitzunehmen. Ein Verweis auf das Ratsinformationssystem, dass nicht gerade sofort ersichtlich ist, ist da zu wenig. Es gilt, die Bürger mitzunehmen, in welcher Form, wird sich zeigen. Aber der Montagabend war definitiv ein Schritt in die richtige Richtung.
Dieser Kommentar bezieht sich auf den Text: Sportausschuss: Viele Fragen, viele Antworten










