Ein neugeborener Junge ist am Samstag, 27. Juni, im Treppenhaus des Stern-Centers gefunden worden. Kurz darauf meldete das Klinikum Lüdenscheid, dass ein sieben Tage alter Säugling vermisst wurde. Ein Update.
Update (Sonntag, 28. Juni, 19.15 Uhr)
Die Staatsanwaltschaft Hagen und die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis haben in einer gemeinsamen Pressemitteilung weitere Informationen zu der Kindesentziehung im Klinikum Lüdenscheid veröffentlicht. Nach den Meldungen gingen bei der Polizei zahlreiche Hinweise auf eine 18-jährige Lüdenscheiderin ein.
Am Sonntagnachmittag durchsuchten Polizeibeamte die Wohnung der jungen Frau - die bereits erheblich polizeilich in Erscheinung getreten sein soll - und nahmen sie gegen 17 Uhr vorläufig fest.
Gegen die 18-Jährige wird nun wegen des Verdachts der Kindesentziehung und des Menschenraubs ermittelt. Der Säugling wurde nach seiner Auffindung ärztlich untersucht und ist wohlauf. „Weitere Informationen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich“, heißt es abschließend.
Update (Sonntag, 28. Juni, 19 Uhr)
Nun hat sich auch das Klinikum Lüdenscheid zu dem Vorfall geäußert. Man sei über die Geschehnisse tief betroffen und zugleich erleichtert, dass Mutter und Kind wohlbehalten seien. Auf Bitte der Ermittlungsbehörden werde sich das Klinikum weiterhin nicht zu Einzelheiten des Sachverhalts äußern.
Zugleich weist eine Pressesprecherin des Klinikums darauf hin: „Unabhängig davon möchten wir darauf hinweisen, dass der Zugang zur Neugeborenenstation über eine mit einem Zugangscode gesicherte Tür sowie eine Gegensprechanlage gesichert ist."
Wie der Tatverdächtigen trotz dieser Sicherheitsmaßnahmen der Zugang gelang, ist nach Angaben des Klinikums Gegenstand der laufenden Ermittlungen. „Wir unterstützen die Ermittlungsbehörden weiterhin uneingeschränkt bei der Aufklärung des Vorfalls und bitten um Verständnis, dass wir darüber hinaus derzeit keine weiteren Angaben machen können“, heißt es weiter.
Update (Sonntag, 28. Juni, 18 Uhr)
Wie die Staatsanwaltschaft Hagen auf Anfrage von LokalDirekt mitteilte, hat die Polizei eine 18-jährige Lüdenscheiderin um 17.02 Uhr als Tatverdächtige festgenommen. Sie war den Behörden bereits bekannt. Mithilfe von Videoüberwachungsaufnahmen aus dem Parkhaus konnte die Tatverdächtige identifiziert werden.
Warum die 18-Jährige den Säugling entführt haben soll, ist derzeit noch unklar. Der Säugling blieb unverletzt und ist inzwischen wieder bei seinen Eltern.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird am Montag, 29. Juni, über das weitere Vorgehen entschieden. Wir berichten weiter.
Update (20.50 Uhr)
Nach dem Großeinsatz am Stern-Center hat die Polizei weitere Details bekannt gegeben. Demnach fanden Zeugen gegen 16.10 Uhr in einem Nebenraum an einem Kassenautomaten des Stern-Center-Parkhauses ein Neugeborenes. Nur wenig später bestätigte das Klinikum Lüdenscheid, dass ein erst sieben Tage alter Säugling vermisst wird.
Nach bisherigen Erkenntnissen soll eine Unbekannte den Jungen gegen 15.15 Uhr aus einem Patientenzimmer entführt haben. Die Frau gab sich dabei als Mitarbeiterin aus und trug einen hellblauen Kittel beziehungsweise Kasack. Ein Rettungswagen brachte den Säugling vom Fundort zurück ins Klinikum. Währenddessen sperrte die Polizei Teile des Parkhauses ab, um Spuren zu sichern. Gleichzeitig läuft die Fahndung nach der mutmaßlichen Täterin:
Sie wird auf ein Alter zwischen Mitte 20 bis Anfang 30 Jahren geschätzt, ist 1,75 bis 1,80 Meter groß, sehr schlank, hat blonde Haare - möglicherweise zu einem Zopf gebunden - und trägt eine große Brille. Sie hatte eine dunkle Umhängetasche dabei. Die Frau wurde möglicherweise beim Verlassen des Klinikums oder in der Innenstadt beobachtet.
Die Polizei bittet um Hinweise an den Notruf 110.
Erstmeldung
Am Stern-Center in Lüdenscheid findet am Samstagabend, 27. Juni, aktuell ein polizeilicher Großeinsatz statt. Auf Anfrage von LokalDirekt konnte die Polizei bislang keine näheren Informationen zur Ursache nennen.
Wir berichten weiter.







