Es geht darum, die Standorte 8Giebel, Primusschule und Jahnsportplatz (Löher Berg) mit Leben zu füllen und weiterzuentwickeln, erklärte Schönenberg zu Beginn des Abends. Der Entwicklungsprozess verfolgt das übergeordnete Ziel, den Löher Berg nachhaltig zu stärken. Neben den drei Standorten wurden auch Anbindungsmöglichkeiten (Stichwort: Mobilität) sowie die Kommunikation ins Visier genommen. Insgesamt wurden 17 Maßnahmen entwickelt, die die Entwicklung des Löher Bergs in den nächsten etwa zehn Jahren vorantreiben sollen. Mit diesem Konzept hat die Gemeinde Schalksmühle die Möglichkeit, sich um Fördermittel, beispielsweise aus der Städtebauförderung, zur Finanzierung einiger Maßnahmen zu bewerben.
Fünf Schwerpunkte gab es an diesem Abend in Kleingruppen zu besprechen, zu hinterfragen und zu ergänzen – schließlich sei die Beteiligung die Grundlage für ein ISEK. In der Vergangenheit hatten Bürger bereits die Möglichkeit, mit ihren Ideen und Vorschlägen mitzuwirken. „Dieses Konzept wurde nicht hinter verschlossenen Türen beschlossen, sondern mit Ihnen“, fügte Fabian Lollert von der Planungsgruppe, der gemeinsam mit Lisa Jacoby das Projekt leitet, hinzu.

Multifunktionshalle im Fokus
Die Errichtung einer Multifunktionshalle ist derzeit ein aktuelles Thema, das viele Bürger, Vereinsmitglieder und Kommunalpolitiker beschäftigt. Im Handlungsfeld „Sport, Bewegung und Grün“ wurde diese Herausforderung unter anderem analysiert. Ein potenzieller Standort ist der ehemalige Jahnsportplatz, der bereits in politischen Gremien anhand einer Machbarkeitsstudie überprüft wurde – wir berichteten.

Doch wo sollen dann die Flüchtlinge untergebracht werden, die derzeit noch in den Holzhäusern am Jahnsportplatz leben?, fragte eine Bürgerin. Daraufhin erklärte Lollert, dass es sich um eine langfristige Perspektive handle, die sich über zehn Jahre erstrecke. Im Rahmen dieses Prozesses gebe es ausreichend Zeit, über weitere Wohnmöglichkeiten nachzudenken.
„Es ist hier kein Verdrängungswettbewerb“, betonte er. Es kristallisierte sich zusätzlich heraus, dass sich viele eine gestalterische Verbindung der Maßnahmen „Multifunktionshalle“, „Sport und Bewegung im Grünen“ und der Primusschule wünschen. „Das finde ich spannend“, kommentierte Lollert den Vorschlag.
Von Seilbahn über selbstfahrenden Autos
Eine Seilbahn in Schalksmühle? Diese abstrakte Idee wurde am Dienstagabend als Vorschlag, wenn auch eher scherzhaft, diskutiert. Dennoch legt man hier großen Wert auf vorausschauendes Denken im Bereich der Mobilität. „Denken in alle Richtungen ist nicht verboten. Ich finde es toll, dass wir heute ein wenig abstrakt und offen sein können“, sagte Bernd Müller (UWG) im Gespräch mit LokalDirekt. „Vielleicht entschärft der Vorschlag die Parkplatzsituation in der Gemeinde“, scherzte Oliver Emmerichs, Fachbereichsleiter der Bauverwaltung.

Die Gedanken schweiften weiter: Die Thematik von Shuttlebussen an Veranstaltungstagen, barrierefreien Schleichwegen sowie sowie autonomen Fahrzeugen wurde aufgegriffen und erörtert. Diese Technologien sind bereits in Großstädten einsetzbar.
Bürger wünschen sich Spots
In Sachen „Bildung und Kultur“ gibt es keine neuen Erkenntnisse, erklärte Anja Wolf, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur und Sport bei der Gemeinde Schalksmühle. Einige Ideen wurden bereits in der Vergangenheit vorgeschlagen, dennoch gibt es einen Schwerpunkt: „Es wurde oft über die Form der Begegnung gesprochen“. Von einem Treffpunkt für Jung und Alt, einem Integrationsort oder offenen Garten war die Rede von. Auch die Parkplatzproblematik wurde in diesem Zusammenhang angesprochen.
Um Fortschritte des ISEKs nach außen zu kommunizieren, soll mithilfe eines „Kümmerers“ erfolgen. Dieser würde den Prozess begleiten und beispielsweise Flyer oder Plakate für kommende Workshops erstellen.
Die nächsten Schritte
„Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Schönenberg zum Abschluss der Veranstaltung. Schon am Dienstag, 31. Oktober, erfolgt die Programmaufnahme beziehungsweise eine Antragsstellung in Arnsberg. Eine Aussage des Fördermittelgebers, ob die Aufnahme erfolgreich beschieden wurde, erfolgt circa Mitte 2024. Bis Dezember wird das ISEK die politischen Gremien in Schalksmühle beschäftigen. Der Gemeinderat (11. Dezember) soll dann final entscheiden.









