Bürgermeister Jörg Schönenberg musste sich scharfer Kritik seitens der SPD-Fraktion stellen. Fraktionsvorsitzender Jan Jellesma stellte die im Ausschuss präsentierte Machbarkeitsstudie, die mögliche Standorte für eine Halle überprüfte, in Frage, da diese ohne Beschluss der Politik in Auftrag gegeben wurde. „Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass es diesen Antrag gibt“, kritisiert er. Es sei merkwürdig, dass das Thema zuvor in die Ausschüsse getragen und ohne einen Beschluss an die Verwaltung weitergeben worden sei.
Schönenberg entgegnete, dass er für die Beauftragung schlussendlich verantwortlich war. „Ich denke schon, dass es der richtige Weg ist“, so der Bürgermeister vor dem Gremium. Lutz Schäfer (SPD) zeigte sich tiefst enttäuscht. Die Schritte seien umgekehrt worden. „Der Weg zur Studie ist daher massiv zu hinterfragen“, sagte Schäfer. Schönenberg möchte im kommenden Hauptausschuss noch einmal Stellung beziehen.
Zwei Standorte scheiden aus
Dirk Eicker vom Architekturbüro Eicker erläuterte dem Gremium die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie. Er stellte fest, dass bei einer Fläche von 3500 bis 4000 Quadratmetern circa 50 Stellplätze gebraucht werden. Hintergrund ist, dass die Größe der Halle über die Anforderung, Handballturniere regelkonform ausrichten zu können, definiert wird. Weitere Flächen für Umkleiden und Nebenräume sowie für Zuschauertribüne sind in barrierefreier Ausführung vorzusehen.
Angeschaut und überprüft wurden die Standorte „Im Schlah“, die Schulstraße (ehemalige Grundschule am Ziegenberg) sowie die Bergstraße (Jahnsportplatz).
Das zur Verfügung stehende Grundstück „Im Schlah“ liegt zwischen Kita, Schulzentrum und Parkplatz und schied aufgrund mehrerer Nachteile als Option aus: Die Topographie sei stark hängig, der Zuschnitt lang und schmal. „Es wird ein Problem sein, Stellplätze zu schaffen. Zudem hätten wir mit einer schmalen Zufahrt zu tun“, erklärt der Architekt. Ähnlich sieht es mit dem Standort der Schulstraße aus: „Die Zufahrt ist einspurig befahrbar, geht steil hoch und führt in eine Sackgasse. Hier hätten wir noch weniger Stellplätze“, so Eicker weiter. Fest steht also: Die beiden Varianten stehen für den Bau einer Mehrzweckhalle nicht zur Auswahl.
Bergstraße kommt in Frage
So bleibt also nur der Standort an der Bergstraße übrig, welcher „konkurrenzlos zu den anderen Standorten ist“, stellte Eicker klar. „Wir würden hier frei planen können“, so der Architekt weiter. Die Erreichbarkeit sei über die gut ausgebaute Bergstraße gegeben – Park- und Bewegungsflächen seien vorhanden, beziehungsweise könnten geschaffen werden. Die Topographie sei eben, der Zuschnitt des Grundstücks lasse auch zwei Platzvarianten zu: Der Platz, wo aktuell Geflüchtete in den Holzhäusern untergebracht sind, komme in Frage sowie der rückwärtige Bereich hinter der Wohnbebauung.
Mit Blick auf die Flüchtlingssituation und der damit verbundenen Wohnungsnot äußerte sich Ortwin Schmidt (UWG) eher kritisch zur ersten Variante: „Die Variante ist als Standort möglich, für mich aber nicht machbar. Sonst haben wir Probleme mit der Unterbringung der Flüchtlinge“.











