Schmerzen in den Finger- und Zehengelenken, angeschwollene und morgens nach dem Aufstehen schwer bewegliche Gelenke — die sogenannte Morgensteifigkeit — sind die typischen Anzeichen für den Beginn einer rheumatoiden Arthritis. Nach Angaben der AOK leiden im Kreis rund 5700 Menschen an dieser Erkrankung.
Bei der rheumatoiden Arthritis handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die eigenen Gelenke angreift. Nach einer aktuellen Auswertung der AOK lebten im Jahr 2023 rund 5.700 Menschen im Märkischen Kreis mit dieser Erkrankung. "Unbehandelt kommt es zur Zerstörung der Gelenke, was zu schwerwiegenden Behinderungen führen kann“, erklärt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider. "Entscheidend ist daher eine frühzeitige Diagnose — idealerweise innerhalb von drei Monaten nach Auftreten erster Symptome."
Spezielles Behandlungsprogramm
Nach einer frühen Diagnose können Betroffene am neuen Disease-Management-Programm (DMP) für rheumatoide Arthritis teilnehmen. Dabei handelt es sich um ein kostenfreies, strukturiertes Behandlungsangebot für chronisch Erkrankte.
„Ziel des Programms ist es, eine möglichst langanhaltende Entzündungs- und Beschwerdefreiheit oder zumindest eine niedrige Krankheitsaktivität zu erreichen“, so Schneider. Die Behandlung erfolgt durch speziell teilnahmeberechtigte Haus- und Facharztpraxen, darunter Internisten, Rheumatologen sowie Orthopäden mit entsprechender Zusatzqualifikation.
Mehr Lebensqualität durch strukturierte Betreuung
Das DMP setzt auf regelmäßige ärztliche Gespräche, eine koordinierte Behandlung und spezielle Schulungen für Patientinnen und Patienten. Dadurch sollen Schmerzen reduziert, Beweglichkeit erhalten und dauerhafte Gelenkschäden vermieden werden. Auch Begleiterkrankungen können so besser berücksichtigt werden.
Teilnehmende Praxen sind über die bundesweite Arztsuche unter www.arztsuche.116117.de zu finden.
Wer besonders betroffen ist
Rheumatoide Arthritis beginnt meist im Erwachsenenalter. Frauen erkranken häufiger ab etwa 55 Jahren, Männer ab etwa 65 Jahren, zunehmend sind aber auch jüngere Menschen betroffen. Neben genetischen Faktoren gelten Rauchen und Übergewicht als beeinflussbare Risikofaktoren.
Die AOK weist darauf hin, dass neben der medizinischen Behandlung auch Bewegung, ausgewogene Ernährung und alltagstaugliche Hilfsmittel zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen können. Ergänzende Unterstützungsangebote böten unter anderem die Deutsche Rheuma-Liga sowie Gesundheitskurse der AOK.









