Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit. Seit 2006 erinnert die Stadt Plettenberg alljährlich bei einer Gedenkveranstaltung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Am Montagnachmittag versammelte sich eine große Schar von Bürgerinnen und Bürgern auf dem jüdischen Friedhof an der Freiligrathstraße. Bürgermeister Ralf Beßler erinnerte in seiner Ansprache daran, dass den Gräueltaten der Nazis gegen Juden Schweigen und Wegsehen vorausgegangen wären. Aktuell würden erneut Antisemitismus und Menschenverachtung auftreten. Demokratie sei nicht selbstverständlich, sie müsse verteidigt werden, meinte Beßler. „In unserer Stadt ist kein Platz für Antisemitismus, Hass und Intoleranz.“

Bürgermeister Ralf Beßler und Stefanie Schilling stellten ein Blumenbouquet an der Gedenkstele auf dem jüdischen Friedhof ab.
Foto: Schlütter

Stefanie Schilling vom Verein Christen an der Seite Israels, die sich seit Jahren zusammen mit dem Stadtarchiv um die Durchführung der Holocaust-Gedenkfeier kümmert, erinnerte an Benjamin Ferencz (1920–2023). Dieser war 1947 einer der Ankläger bei den Nürnberger Prozessen gegen die nationalsozialistischen Kriegsverbrecher. Der Leitsatz „Gebt niemals auf!“ war sein Vermächtnis an zukünftige Generationen im Kampf für den Frieden.

Berührende Darbietung von ASG-Schülern

Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe Q1 des Albert-Schweitzer-Gymnasiums ergänzten anschließend im Ratssaal die Gedenkveranstaltung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Sie erinnerten an das Leben von Anne Frank in Amsterdam.

Schülerinnen und Schüler gestalteten eine berührende Darbietung im Ratssaal.
Foto: Schlütter

Anne Frank (1929–1945) war ein jüdisches Mädchen, das durch ihr Tagebuch weltbekannt wurde. Mit ihrer Familie versteckte sie sich drei Jahre lang in einem Hinterhaus vor den Nazis, bevor sie 1944 verraten und deportiert wurden. Anne Frank starb im März 1944 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus. Ihr Vater Otto Frank, der als einziger der Familie überlebte, veröffentlichte das Tagebuch 1947. Es wurde in über 70 Sprachen übersetzt und gilt als wichtiges Zeugnis des Holocaust.

Die Schülerinnen und Schüler lasen abwechseln und sich ergänzend Texte zur historischen Situation in den von den Deutschen besetzten Niederlanden und Passagen aus Anne Franks Tagebuch vor. Untermalt wurden diese berührenden Vorträge von Jelena Althoff am Flügel. Es war eine stark berührende Darbietung.