Präzision und Geschwindigkeit waren beim Qualifying in Iserlohn für die Weltmeisterschaft der Fliesenleger gefragt. Für die nächste Runde qualifizierte sich am Freitag, 23. Januar, Luis Brauner aus Münster.

Hektisches Treiben herrschte bereits am Donnerstag, 22. Januar, in den Räumen der Firma Schlüter in Iserlohn. Vier junge Fliesenleger, die gemeinsam die Nationalmannschaft bilden, hatten sich zuvor für den Wettbewerb qualifiziert. Ihr Ziel: Ein Ticket für die Weltmeisterschaften, die dieses Jahr in Shanghai stattfinden.

Qualifizierung durch besonders gute Leistungen

Die vier Fliesenleger, die in der vergangenen Woche in Iserlohn antraten, haben eines gemeinsam: Sie alle zeigten in ihrer Ausbildung besonders gute Leistungen. Der Weg zur Weltmeisterschaft ist übrigens lang — und führt vom Kammerwettbewerb über die Landesmeisterschaft bis hin zur Deutschen Meisterschaft.

Luis Brauner trat im vergangenen Jahr bereits bei der Europameisterschaft in Dänemark an: "Eine wahnsinnig tolle Erfahrung — und ein Stück weit surreal, wenn man den König von Dänemark plötzlich im Publikum entdeckt."

Luis Brauner, Lukas Blos, Niko Schleicher und Moritz Herder bilden das Nationalteam der Fliesenleger
Foto: Herold

"Sportlich, aber machbar"

Für Brauner selbst steht bei der Teilnahme vor allem eine Sache im Vordergrund: "Ich mache mit, weil es Spaß macht", erklärt er im Gespräch mit LokalDirekt. Die gestellte Aufgabe bezeichnete er "sportlich, aber machbar — wenn auch sehr anspruchsvoll."

Der Gewinner der Weltmeisterschaft bekommt übrigens "mit Glück einen Sponsorenvertrag", wie Thomas Wolter, Pressesprecher des Fachverbands für Fliesen und Naturstein, erklärt. "Die Chinesen haben im Fall eines Gewinns ausgesorgt, die bekommen ein Eigenheim", lacht er. Klare Vorteile für die deutschen Teilnehmer sieht er dennoch: "Die jungen Leute beherrschen anschließend Handgriffe, die sie in der Ausbildung nicht gelernt hätten", betont er. Auch, wenn die körperliche und mentale Belastung sehr hoch sei, wie Wolter weiter ausführt. Erklärtes Ziel der Teilnahme: "Den Titel von den Österreicher zurückholen", so Wolter.

24 Stunden Zeit für ein Werkstück

Am Qualifying in Iserlohn nahmen neben Luis Brauner (NRW) auch Lukas Blos (Rheinland-Pfalz), Moritz Herder (Brandenburg) und Niko Schleicher (Saarland) teil. Die Aufgabe war es, eine komplette Duschecke zu gestalten — inklusive Waschbecken, Ablage und Fliesenwand. Zu bewältigen war diese in insgesamt 24 Stunden, die — mit genügend Pausen — auf insgesamt vier Tage aufgeteilt wurden.

Von den Fliesenlegern musste eine Duschecke gefliest werden
Foto: Herold

Luis Brauner ist eine Runde weiter

Am Freitag, 23. Januar, erfolgte dann die finale Beurteilung durch die Jury. Denn nur ein Kandidat aus der Nationalmannschaft darf, stellvertretend für das komplette Team, nach Shanghai fliegen.

Luis Brauner landete nach der ersten Runde des Qualifyings in Iserlohn auf dem ersten Platz, gefolgt von Niko Schleicher, Lukas Blos und Moritz Herder.

Die nächsten Trainingseinheiten folgen in den kommenden Monaten, im April steht dann der Gewinner fest. Die Weltmeisterschaft in Shanghai findet im September statt.