Die Stadt Halver wird mit Mitteln aus dem zweiten NRW-Unterstützungspaket finanziell entlastet – LokalDirekt berichtete. Demnach fließen 428.683,38 Euro in die Stadtkasse. Mit dem Geld soll die Kommune bei der Schaffung, Unterhaltung und Herrichtung von Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete unterstützt werden.
Bürgermeister Michael Brosch, der bereits mehrfach öffentlich die finanzielle Belastung der Kommunen angemahnt und Unterstützung gefordert hatte, freut sich angesichts der für ihn überraschenden Nachricht am Mittwochvormittag: „Das ist eine gute Meldung für Halver.“ Das Geld könne einen Großteil der bisherigen Ausgaben decken und entlaste die Kommune spürbar.
Zwar kann Brosch die bislang exakt geleisteten, städtischen Ausgaben auf die Schnelle nicht genau benennen, dennoch betont er, die rund 420.000 Euro würden dringend gebraucht. „Es ist gewiss nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, deckt aber auch nicht alle Ausgaben.“ Vor allem, weil die Kosten für die Kommune ja weiterliefen. Brosch: „Ein Ende der Krise ist nicht in Sicht.“
Erst im vergangenen Jahr wurden in Halver zwei Großprojekte zur Unterbringung von Flüchtlingen fertiggestellt – die ehemalige Awo-Kita an der Weststraße und das ehemalige Hotel Frommann. Mit rund 300.000 Euro bezifferte Kämmerer Simon Thienel im Oktober 2022 allein die bisherigen Umbaukosten für die beiden Unterbringungsmöglichkeiten.
Das Haus Frommann ist mittlerweile nahezu voll belegt, sagt Michael Brosch. In der ehemaligen Awo-Kita hingegen sei bislang noch kein Flüchtling untergekommen, sie stehe leer. „Die Awo-Kita bildet unsere Reserve, wir wissen nicht, was noch kommt.“
Bereits in der vergangenen Woche hatte Thomas Gehring, Fachbereichsleiter Bürgerdienste, die aktuellen Flüchtlingszahlen für die Stadt Halver auf LokalDirekt-Anfrage mitgeteilt. Demnach befinden sich derzeit 297 Flüchtlinge in Halver, davon sind 238 aus der Ukraine. Viele von ihnen sind dezentral untergebracht.
Neben Menschen aus der Ukraine nehme aber auch die Flüchtlingsbewegung aus Syrien und anderen Krisengebieten wieder spürbar zu, bestätigten sowohl Brosch als auch Gehring; vor allem Menschen aus Syrien kämen wieder vermehrt nach Deutschland.
So seien seit dem 1. Januar 2023 insgesamt 14 Geflüchtete hinzugekommen, die bereits einen „subsidiären Schutz“ in der Zentralen Aufnahmeeinrichtung (ZAE) erhalten haben und nun drei Jahre in der Kommune wohnen müssten, so Gehring – es sei denn, sie fänden eine Arbeit.
Diese Personen erhielten Leistungen nach dem SGB II (Bürgergeld), stammten hauptsächlich aus Syrien, seien meist alleinstehend und vorerst im Übergangsheim am Bahnweg untergebracht.









