Wer die Landstraße von Herscheid nach Hüinghausen befährt, der erlebt ein Sightseeing der eher abstoßenden Art: Erst kommt er an der Industriebrache der Firma Schmellenkamp in der Weißen Ahe vorbei, dann am Trümmer- und Ruinengrundstück der Heesemann-Schmiede. Zumindest bei Schmellenkamp tut sich nun etwas: Der Abrissbagger ist angerückt.

 

Überregionale Nachrichten

Aus der KüMeSta-Insolvenz hatte sich die Gemeinde bereits vor Jahren den Hauptteil der Fläche einschließlich der Werkhalle vor Kopf und des Verwaltungsgebäudes gesichert. „Das gehört alles der Gemeinde“, bestätigt Bauamtsleiterin Sandra Schöttler im Gespräch mit LokalDirekt. Einen Teil der Liegenschaft nutzt die Gemeinde seit langem; unterhalb des Verwaltungsgebäudes werden über den Winter die Grünabfallcontainer geparkt und im noch intakten Teil der Werkhalle gibt es abenfalls Lagermöglichkeiten.

Der linke Teil der langen Werkhalle ist — lange vor der Übernahme durch die Gemeinde — bei einem Brand zerstört worden und präsentierte sich seither als Trümmerhaufen. Hier haben jetzt die Abrissarbeiten begonnen. „Die Brandruine macht den Anfang“, bestätigt Sandra Schöttler. Aus Kostengründen werde der linke, zerstörte Teil der Werkhalle abgerissen; die Schuttreste würden abgetragen. Ebenfalls aus Kostengründen beschränke sich der Rückbau auf eben diesen Gebäudeteil. „Wir bauen zurück bis zur Bodenplatte. Der rechte Teil der Halle bleibt stehen.“ Auch das Verwaltungsgebäude bleibe unangetastet. „Das soll aber irgendwann weg. Mit dem Haus ist nichts mehr anzufangen.“

Das stimmt — leider — nicht ganz. "Müllferkel" wissen sehr wohl etwas mit dem Haus anzustellen: sie haben es zur illegalen Müllabfallentsorgung genutzt. Irgendwann wird der ganze Abfall abgeräumt werden müssen.

Radwegebau Birkenhof – Weiße Ahe – Langenbecke kann fortgesetzt werden

Mittelbar dient der Abriss auf dem Schmellenkamp-Arreal auch der Fortführung des Radwegebaus. Der von Herscheid kommende und derzeit in Birkenhof endende „Bürgerradweg“ soll in Richtung Hüinghausen fortgeführt werden. Die Kosten werde zu 100 Prozent das Land über dessen Regionalbetrieb „Straßen NRW“ tragen, informierte Bürgermeister Uwe Schmalenbach bereits den Gemeinderat. Voraussetzung sei aber, dass alle benötigten Flächen im Besitz der Gemeinde Herscheid seien. An den vertraglichen Regelungen mit Grundstückseigentümern und Anliegern arbeite man gegenwärtig.

Bernd Wittemund vom Bauamt der Gemeinde bestätigt, dass die Trassenabstimmung laufe. Derzeit mündet der Bürgerradweg in Birkenhof; er kommt auf der alten Bahntrasse an und mündet im rechten Winkel auf die Gemeindestraße nach Waldmin.  „Wir werden dann 40 Meter auf der Straße bergauf gehen und links am Hof Schäfer auf den Feldweg kommen.“ Von dort gehe es bis zur alten Bahnbrücke, um kurz vor dieser abzuzweigen und den Radweg am Böschungsfuß entlang talwärts zu führen.  

Hinter der ehemaligen Firma Schmellenkamp, zwischen Firma, Bach und Hang, werde der Radweg weiter verlaufen und schließlich auf der Gemeindestraße in der Weißen Ahe ankommen. Dann teilen sich Radweg und Straße das Planum bis zum Abzweig zur Schlucht. Während die Autos nach rechts zum Schluchtsiepen und zur Langenbecke abbiegen, bleiben die Radfahrer auf der Geradeaus-Fahrt, rollen in Friedrichsthal hinter der ehemaligen Heesemann-Schmiede entlang und treffen kurz darauf auf die Landesstraße 561.

Den letzten Kilometer nach Hüinghausen wird es zunächst über den Rad- und Fußweg entlang der Straße gehen; eine seit langem angedachte „Direktverbindung“ zwischen dem künftigen Radwegende unterhalb der Langenbecke zum Bahnhof Hüinghausen unter Nutzung der alten Bahntrasse und des zugemauerten Rammbergtunnels erscheint derzeit nur schwerlich realisierbar.