Die Beantragung eines Outdoor-Fitnessparks durch die SPD-Fraktion sorgte in der Ratssitzung am Dienstag, 10. Februar, für Gesprächsbedarf. Vor allem die fehlende Finanzierung stieß bei den anderen Fraktionen auf Unverständnis.

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Oliver Busch von der SPD versuchte in seiner Antragsbegründung Werbung für die Anlage zu machen: "Der Outdoorf-Finesspark soll niedrigschwellig zugänglich und barrierearm sein. Wir sind überzeugt, dass ein solches Angebot — gerade in Zeiten steigender Kosten und zunehmender sozialer Ungleichheit — ein starkes Signal für Gesundheitsförderung, Gemeinsinn und soziale Gerechtigkeit ist." Die Lage an der Sportanlage Felderhof wäre laut Busch optimal geeignet: "Das ist unser Unique Selling Point, das macht Kierspe aus und ich finde, da passt der Outdoorsportbereich hin, gerade in Kombination mit dem 'Relaunch' durch Beachsportanlage und Schulhofneugestaltung."

Vandalismussichere Konstruktion

Der Outdoor-Fitnesspark soll das bisherige Angebot der Sporthalle Felderhof ergänzen. Die SPD beantragt "niedrigschwellige Trainingsgeräte", wie zum Beispiel Klimmzugstangen, Stepper, Brustpresse, Beintrainer, Balancierstationen, Crosstrainer, Rücken- und Bauchtrainer und weitere Geräte. "Auch eine Kombination mit Bewegungsangeboten für ältere Menschen, zum Beispiel Geräte für Koordination und Gleichgewicht, wäre denkbar", so die SPD weiter.

Kritik an mangelnder Finanzierung

"Ein Finanzierungvorschlag, der nicht vorhanden ist, ist in unserer Haushaltssituation aktuell Mumpitz", machte FDP-Fraktionsvorsitzender Armin Jung seinem Unmut Luft. Ähnlich äußerte sich Bürgermeister Olaf Stelse: "Solange die Finanzierung nicht steht brauchen wir das an keinen Ausschuss verweisen."

Stelse kam daraufhin auf das Förderprogramm "Sanierung kommunaler Sportstätten" zu sprechen, um das sich die Stadt Kierspe mit sieben Maßnahmen und insgesamt 2,25 Millionen Euro beworben hat. Insgesamt stellt die Bundesregierung 333 Millionen Euro Fördermittel zur Verfügung, aktuell sind laut Stelse von den Kommunen 7,5 Milliarden Euro beantragt — eine Überzeichung des Programms um das 22,5-fache. Aus diesem Programm weitere Gelder, auch in einer fraglichen zweiten Tranche, zu bekommen, scheine unwahrscheinlich.

Nico Howorka von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) erläuterte: "Unsere Fraktion möchte sich der Aussage von Armin Jung anschließen". Er erklärte, dass es in Kierspe 26 Sportvereine gibt, die für jeden ein passendes Angebot bieten und schlussfolgerte daher: "Wir werden den Antrag nicht unterstützen."

Mehrheitliche Zustimmung

Anders sahen es die CDU und die UWG. Während die CDU-Fraktionsvorsitzende Kerstin Rothstein vor allem die Sportanlage an sich lobte, gab es von Clemens Wieland, ihrem Pendant aus der UWG-Fraktion, lobende Worte für das Projekt selbst. Wieland sah jedoch die Gefahr, dass aufgrund der Finanzierungsprobleme lediglich die Verwaltung mit Arbeit belastet werde. Trotzdem sicherte er der SPD die Zustimmung seiner Fraktion zu.

Bei sechs Gegenstimmen und einer Enthaltung wurde der Antrag an die Verwaltung verwiesen, die Finazierung, Fördermittel und rechtliche Rahmenbedingungen zu prüfen.