"Wir haben heute eine kurze Tagesordnung, aus der eine lange Sitzung resultieren wird", scherzte Ausschussvorsitzender Klaus Nelius zu Beginn — und sollte damit recht behalten. Denn auf der Agenda der Sitzung des Bauausschusses stand am Dienstag, 10. Februar, auch das neue Feuerwehrgerätehaus für die Löschgruppe Hülscheid.

Zu Beginn der knapp zweistündigen Diskussion machte sich zunächst Unsicherheit unter den Ausschussmitgliedern breit. Veranschlagt sind die Kosten für den Neubau mittlerweile auf rund neun Millionen Euro. Die Ausschussmitglieder suchten deshalb zunächst nach möglichen Einsparmöglichkeiten.

Treppenlift statt Aufzug?

Ortwin Schmidt (UWG) meldete sich zu Wort: "Ich halte die Feuerwehr für einen unverzichtbaren Teil der Gesellschaft. Sie sollen haben, was sie benötigen", betonte er. Dennoch kam er auf Sparpotenzial zu sprechen: "Ich sehe Einsparmöglichkeiten bei der Bauweise. Gibt es da keine Alternative zur Massivbausweise, zum Beispiel durch die Stahlskelettbauweise?" Außerdem schlug er vor, statt des vorgesehenen Aufzugs einen Treppenlift zu installieren und es statt der Durchfahrt bei einer geschlossenen Rückwand in der Fahrzeughalle zu belassen: "Es ist schön, durchzufahren, aber das kostet eben auch einen Haufen Geld."

Marc-André Kahlert entkräftete diese Argumentation und berief sich dabei auf die Vorschriften: "Falls solch eine Option besteht, muss eine Möglichkeit der Durchfahrt geschaffen werden. Rückwärtsfahren mit Einsatzfahrzeugen ist nur dann zulässig, wenn es die räumlichen Gegebenheiten nicht anders zulassen."

Die Skelettbauweise, so erklärte die ebenfalls bei der Sitzung anwesende Architektin Nataša Bramey-Dudaš, sei bereits für die Fahrzeughalle vorgesehen. Sie führte ergänzend aus: "Die Details werden erst bei Vergabe des Auftrags festgelegt. Auch eine Hybridbauweise kann hier durchaus infrage kommen, dies entscheidet sich jedoch erst, wenn alle Angebote vorliegen."

"Die Kosten können fluktuieren"

Ortwin Schmidt (UWG) fragte daraufhin nach, ob die Kosten derzeit denn nur geschätzt werden können. Nataša Bramey-Dudaš entgegnete: "Die Zahlen sind aktuell fix, können im Detail aber erst im Verlauf der weiteren Planung festgelegt werden." Dies kritisierte wiederum Marc Fürst (SPD): "Aus meiner Sicht als Feuerwehrmann würde ich noch mehr Elemente integrieren und befürworten. Als Mitglied dieses Ausschusses verstehe ich aber nicht, warum wir hier noch keine verbindliche Aussage zu den Kosten bekommen, während wir uns im Ausschuss für Kultur und Sport ein paar Tauend rausleiern, um zu sparen. Es handelt sich immerhin um das teuerste Projekt seit der Primusschule."

Nataša Bramey-Dudaš erwiderte: "Die Kosten können fluktuieren, erst nach der Ausschreiben können wir diese dann final beziffern." Ausschussvorsitzender Klaus Nelius (UWG) bestätigte dies: "Es handelt sich hier um einen Zwischenstand. Bis zur Planung des Haushaltes 2027 wissen wir mehr."

"Es ist dringend notwendig, dass dort zügig was passiert"

"Nur, weil das Gebäude am Ende hübsch aussehen wird, haben wir trotzdem bei der Planung gespart, wo wir konnten", machte Fachbereichsleiter Ralf Bechtel deutlich. Es seien intensive Gespräche geführt und sämtliche Positionen hinterfragt worden. Fachbereichsleiter Alexander Gundlach pflichtete ihm bei: "Wir können versuchen, jetzt noch weiter zu sparen, dann allerdings an den Bedarfen, die die Feuerwehr angemeldet hat. Und da sollten wir uns zuvor fragen, ob wir das wirklich möchten."

Auch Bürgermeister Christian Breddermann sprach sich für das Projekt aus: "Ich rate tunlichst von weiteren Sparmaßnahmen ab. Es ist wirklich dringend notwendig, dass dort zügig was passiert. Außerdem wird die Haushaltslage aller Voraussicht nach nicht besser, sodass ein solches Projekt auch in den nächsten Jahren von uns nur schwer zu realisieren sein wird."

Abschließend stimmte das Gremium einstimmig über die Beschlussvorlage ab.