„Thank you. Thank you very much“, spricht ein Ukrainer in die Kamera. Der Dank gilt Uwe Rittinghaus sowie den Sauerländer Jungs, die am vergangenen Wochenende an die ukrainische Grenze nach Lubaczów gereist sind, um etwa 100 Paletten an Hilfsgütern – darunter Pflegebetten, Hundefutter, Kamine und Klamotten – an die Caritas und Selbstabholer abzugeben (wir berichteten). Diese Güter werden von dort aus in Regionen der Ukraine verteilt, wo sie dringend benötigt werden.
Organisiert wurde die Fahrt von den Sauerländer Jungs. Die Planung erfolgte bereits viele Wochen vorher. Uwe Rittinghaus schloss sich auf Einladung mit etwa 30 Paletten an. „Die Sauerländer Jungs sind Organisationstalente. Durch sie hatte ich überhaupt die Chance, mitzufahren“, sagt er. Zugfahrzeuge, Anhänger beziehungsweise Autos haben diese Sponsoren zur Verfügung gestellt: Kempmann Spedition, Jungbluth Volvo Händler, Spedition Kattwinkel, Dave Bardtke Nutzfahrzeuge, March Spedition und Autohaus Trimpop.

Eine weite Reise mit einzelnen Herausforderungen
„Es war eine fürchterliche Fahrt“, gibt Rittinghaus im Gespräch mit LokalDirekt zu. Etwa 18 Stunden sollte die Hinfahrt dauern – in der Theorie. Stattdessen waren die Ehrenamtlichen wegen des zu erwartenden Staus mehr als 21 Stunden auf den Straßen unterwegs. Für den Schalksmühler, der „kein Fan von langen Autofahrten“ ist, eine dennoch bereichernde Erfahrung. Nach der anstrengenden Tour erwartete die Gruppe jedoch eine erfreuliche Überraschung: warme Suppe. Diese Stärkung brachte ihnen ein ukrainischer Pastor.
Nachdem im Motel ein wenig Schlaf nachgeholt wurde, ging es in der Früh, morgens um 6 Uhr, auch schon wieder los. „Das Entladen der Hilfsgüter war anfangs etwas chaotisch“, erzählt Rittinghaus von der Situation vor Ort. Nach einigen anfänglichen Komplikationen lief aber alles reibungslos. Etwa vier Stunden lang waren die Ehrenamtlichen und Ukrainer damit beschäftigt, die Hilfsgüter zu be- und entladen. Besonders gefragt bei den Menschen vor Ort waren Feuerlöscher, erklärt der Schalksmühler: „Die Feuerlöscher wurden als ´Gold´ bezeichnet. Diese werden sofort gebraucht, sobald ein Raketeneinschlag das Land trifft“.
Einen besonderen Fokus legten die Sauerländer Jungs und Uwe Rittinghaus auf streunende Tiere, insbesondere Hunde, die im Krieg ihren Besitzer verloren haben. Viele seien ausgehungert, verloren oder verletzt. „Die Streuner sterben aufgrund des hohen Stresses, dem sie seit Kriegsbeginn ausgesetzt sind. Die leiden besonders unter den dauernden Bombardierungen „, erklärt Rittinghaus. Aus diesem Grund hatten sie im Voraus zwei Paletten mit Hundefutter an die ukrainische Grenze gebracht, die von einer Lüdenscheider Tierschutzorganisation eingekauft wurden.
Emotionale Begegnungen vor Ort
„Das Treffen war unglaublich toll, aber auch sehr emotional“. Die ein oder andere Träne floss bei der ersten Begegnung. Es war das erste Mal, dass Rittingaus Ukrainer aus Hilfsorganisationen, mit denen er regelmäßigen Kontakt hatte, persönlich traf. Er ist sich sicher, dass dies nicht die letzte Fahrt gewesen ist. Trotz vieler schlafloser Stunden und dem dauernden Stress habe sich der Aufwand definitiv gelohnt.
„Ich bekomme Bilder und Videos von Ukrainern, bei denen die Hilfslieferungen bereits angekommen sind. Dinge dorthin zu bringen, wo sie auch wirklich gebraucht werden, ist beeindruckend und einfach ein tolles Gefühl“, resümiert er. Als besondere Anerkennung für seine Hilfe erhielt Rittinghaus vom Kaplan aus Mariupol eine seltene Ehrenurkunde, die seine ehrenamtliche Arbeit auf Ewigkeit festhalten soll.










