„Aufstehen für Demokratie“: Rund 300 Teilnehmer folgten nach Angaben der Veranstalter am Sonntag einem Aufruf der „Omas gegen rechts“ aus Meinerzhagen, Kierspe, Halver und Lüdenscheid. Sie sprachen sich klar gegen Menschenhass, Rassismus, Ausgrenzung und Spaltung der Gesellschaft aus.

 

„Zahnfee statt AfD“ stand auf einem der Plakate oder „Fit gegen Faschismus mit dieser einfachen Übung – Aufstehen und Widersetzen“. Damit war der Hauptadressat dieses Aktionsnachmittags klar benannt. Dass er in unmittelbarer zeitlicher Nähe zum Bundesparteitag der Alternative für Deutschland stattfand, war, so eine Sprecherin der Veranstalter, „reiner Zufall“.

Die Veranstalter wählten den Startpunkt am Bergstadt-Gymnasium Lüdenscheid (BGL) bewusst. Die Schule gehört seit September 2025 zum bundesweiten Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Die Plakette mit dieser Aufschrift, erläuterte Lehrerin Julia Pütz, sei „keine Auszeichnung, sondern eine Aufgabe“. 85 Prozent der Schüler hatten sich bei einer Abstimmung für die Aufnahme in dieses Netzwerk ausgesprochen. Jetzt werde der Anspruch mit Workshops und Informationsveranstaltungen untermauert.

Über die Wilhelmstraße zogen die Teilnehmer zum Sternplatz.
Foto: Martin Büdenbender

Einen prominenten Netzwerk-Paten hat das BGL auch: Fußball-Profi Ilyas Ansah, der für den Bundesligisten FC Union Berlin und die deutsche U20-Nationalmannschaft kickt, begleitet das Projekt. Ansah war selbst Schüler am BGL.

Schülersprecher Elias Ignatzek erklärte in seiner Ansprache, die Zugehörigkeit zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sei kein formeller Akt. „Uns geht es dabei um Grundsätzliches.“ Die Schule mache sich stark für Vielfalt, Menschlichkeit und Respekt und gegen Hass und Ausgrenzung. „Es macht einen Unterschied, ob man schweigt oder aufsteht.“ Demokratie sei nicht nur ein Wort, sondern „eine Haltung, die wir gemeinsam leben müssen“.

Anschließend marschierten die „Omas gegen rechts, die an diesem Tag vom Bündnis für Demokratie, Schulen, Kirchen und Glaubensgemeinschaften, dem Kinderschutzbund und weiteren Gruppen unterstützt wurden, unter Polizeibegleitung durch das Loher Wäldchen zur Wilhelmstraße.

Stopp an den Ge-Denk-Zellen

An den Ge-Denk-Zellen „Altes Rathaus“ legte der Demonstrationszug auf dem Weg zum Sternplatz einen Zwischenstopp ein. Hier erinnerte Dr. Gudrun Benkhofer an die Opfer des Nazi-Regimes und warnte davor, dass sich Geschichte wiederholen könnte.

„Demokratie lebte vom Mitmachen“, betonte Bürgermeister Sebastian Wagemeyer bei seiner Ansprache auf dem Sternplatz. Engagement sei notwendig, denn „die Demokratie stirbt nicht an einem Tag“.  Er warnte vor der AfD, deren gefährlicher Sprachgebrauch mehr und mehr in den Alltag einsickere, und brandmarkte die Partei als verfassungsfeindlich.

Kinder brauche Hoffnung für morgen

Im Kampf gegen Menschenfeindlichkeit und Hass sei auch die Jugend gefordert. „Wir brauchen Euch jetzt“, sagte Sebastian Wagemeyer. „Unsere Kinder brauchen keine Sehnsucht nach gestern, sondern Hoffnung für morgen.“

Mitmachen war auch bei der Musik von der Band um Sängerin Anja Bitzhenner gefragt. Unter anderem sang sie „Respect". Weltberühmt wurde der Song durch die kraftvolle Cover-Version von Aretha Franklin aus dem Jahr 1967, die damit eine Hymne der Frauen- und Bürgerrechtsbewegung schuf.