Tradition hat die Müllsammelaktion „Sauberes Halver" längst – und auch in diesem Jahr wird wieder kräftig angepackt. LokalDirekt-Volontär Elias Jung hat dabei nicht nur zugeschaut, sondern selbst zur Mülltüte gegriffen und sich für diese Reportage auf den Weg durch die Stadt gemacht.
Kaum habe ich die ersten Schritte entlang der Schienen am Kulturbahnhof gemacht, knistert es schon in der Mülltüte. Ein Griff nach dem nächsten – Gummibärchenverpackungen, Zigarettenschachteln, Sticker, Kondomverpackungen, Glasscherben und jede Menge weiterer Plastikmüll landen darin. Innerhalb weniger Minuten wird aus der fast leeren Tüte ein voller Sack mit Abfall, der sich so schnell füllt, dass ich fast einen zweiten bräuchte. Das Ordnungsamt hatte mir im Vorhinein bereits gesagt, dass ich dort sicherlich einiges an Müll finden werde. Und ja, sie hatten Recht.
Dabei hatte die Müllsammelaktion ganz anders begonnen: Am Mittwochmittag, 15. April, ging es von meinem gewohnten Schreibtisch in die Stadt – und die Bedingungen hätten kaum besser sein können. Bei 16 Grad, Sonnenschein und einem angenehm leichten Wind wurde der Weg nach draußen und die Aktion selbst zu einer schönen Abwechslung vom Arbeitsalltag. Also steige ich ins Auto. Mit dabei eine große Mülltüte und ein paar Handschuhe.
Im Vorhinein hatte ich mir drei Orte zum Müllsammeln ausgesucht, damit ich mich nicht völlig unvorbereitet auf die Suche mache. Ich ging davon aus, dass einige Gruppen – insbesondere in der Innenstadt – bereits Müll gesammelt hatten. Schon am Morgen habe ich zahlreiche Grundschüler gesehen, die mit kleinen Mülltüten rund um die Villa Wippermann unterwegs waren.
Also fahre ich zu einem verhältnismäßig unscheinbaren Ort, von dem ich aber weiß, dass sich dort einige Jugendliche in ihrer Freizeit aufhalten. Früher war ich selbst einer davon. Für mich ging es zum Teich und in den Wald beim Märkischen Werk.
Zahlreiche Zigarettenstummel überschatten sauberen Ort
Beim Ankommen im Waldstück bin ich positiv überrascht, da es insgesamt sehr sauber wirkt. Hier und da entdecke ich zwar kleine Plastikfetzen, doch besonders negativ fallen mir nur die Zigarettenstummel vor der Sitzbank auf.
Was mich besonders negativ stimmt, ist, dass sich direkt daneben ein Mülleimer befindet, in dem die Stummel entsorgt werden könnten. Doch die Mühe – wenn man überhaupt von Mühe sprechen kann – macht sich niemand. Diese Ignoranz ärgert mich und die Zigarettenstummel überschatten in diesem Moment den eigentlich gepflegten Ort.
Spaziergänger mit Hunden aufgepasst
Weg vom Teich und tiefer im Wald ist es ansonsten sauber. „Gut für die Stadt, schlecht für meine Müllsammelaktion", denke ich mir in diesem Moment. Doch auch hier sticht mir wieder eine Sache ins Auge: An einigen Stellen liegen diverse Glasscherben verstreut herum. Gerade für Spaziergänger mit Hunden kann das schnell gefährlich werden. Gleichzeitig wundert es mich nicht, dass die Scherben nicht vernünftig entsorgt werden – weit und breit ist kein Mülleimer zu sehen. In diesem Fall wurden die Glasreste immerhin an den Rand einer Unterführung geschoben.
Dieser Sammelort ist abgehakt, weiter geht’s zur nächsten Müllsammelstelle, die ich mir vorgenommen habe – dem Joggertreff an der Büchermühle. Doch bis auf Hundekot mitten auf dem Gehweg finde ich glücklicherweise nichts Spannendes. Der „traurige Höhepunkt“ dieses Tages blieben die Schienen am Kulturbahnhof.
Nach rund zwei Stunden Müllsammeln ziehe ich schließlich den Schlussstrich, auch wenn ich gerne noch etwas weitergemacht hätte. Doch der Arbeitsalltag ruft.
Mit gemischten Gefühlen fahre ich zum Müllcontainer am Bauhof. Einerseits haben mich die ersten beiden Orte positiv überrascht, andererseits hat die Umgebung an den Schienen die Stimmung wieder deutlich gedämpft. Für vieles habe ich Verständnis, doch wenn ich so einen Müllhaufen wie am Kulturbahnhof sehe, fehlt mir auch der letzte Funken Nachsicht.
Aufruf zum Müllsammeln
Ich habe den Anfang gemacht – jetzt sind die Leser von LokalDirekt gefragt. Mit nur wenig Aufwand lässt sich etwas Gutes tun: Einfach eine Mülltüte schnappen und losgehen. Denn Müll wird leider immer auf unseren Straßen zu finden sein. Umso wichtiger ist es, auch unabhängig von der Aktion „Sauberes Halver" das eigene Umfeld sauber zu halten.
Wer für seinen Einsatz noch belohnt werden möchte, hat bis zum 19. April die Gelegenheit, an der Aktion teilzunehmen. Als Dankeschön winken „attraktive Preise" wie Verzehrgutscheine, Eintrittskarten oder Mitgliedschaften bei verschiedenen Halveraner Gastronomiebetrieben, lokalen Dienstleistern und Freizeiteinrichtungen.









