"Am meisten werde ich die lustigen Gespräche mit den Kindern vermissen", erklärt Alina Lytvynova im Gespräch mit LokalDirekt. Hinter der 23-Jährigen liegt ihr Bundesfreiwilligendienst, den sie an der Primusschule abgeleistet hat. Grund genug, Bilanz zu ziehen.

"Ich wurde immer dort eingesetzt, wo ich gerade gebraucht wurde", erklärt Alina Lytvynova weiter. So habe sie nicht nur die Lehrer der Lerngruppen Giraffen, Elefanten und Bären unterstützt, sondern auch bei der Essensausgabe in der Mensa und in der Nachmittagsbetreuung der OGS ausgeholfen. Gemeinsam mit ihr absolvierte Naima Saoud ebenfalls ihren Bundesfreiwilligendienst, war in den anderen drei Lerngruppen der Stufe Eins, den Fledermäusen, Eseln und Geckos eingesetzt. Am Tag des Pressetermins war Naima Saoud jedoch erkrankt.

"Ich wollte meine Deutschkenntnisse verbessern"

Alina Lytvynova kam vor vier Jahren aus der Ukraine nach Deutschland, lebt seitdem in Schalksmühle. Irmtraud Quenzel vom Netzwerk der Flüchtlingshilfe vermittelte sie an die Primusschule. "Das war für uns wie ein Sechser im Lotto", betont die stellvertretende Schulleiterin Anja Krause. "Alina war unglaublich engagiert, eine ganz tolle Kraft. Unglaublich wertvoll waren aber auch nicht nur ihr täglicher Einsatz, sondern auch die Tatsache, dass sie den ukrainischen Kindern als Ansprechpartnerin zur Verfügung stand." So habe sie im Alltag geholfen, Sprachbarrieren abzubauen. "Die Kinder haben dabei auch gemerkt, dass es ganz normal ist, Fehler zu machen, wenn man eine neue Sprache lernt", betont Krause. Und auch das Ziel, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern, habe Alina Lytvynova ihres Erachtens erreicht: "Der Lernfortschritt von Alina ist absolut beeindruckend."

Seminare begleiten Bundesfreiwilligendienst

Seminarblöcke in Wetzlar begleiten den Bundesfreiwilligendienst. Insgesamt fünf Lehrgänge finden innerhalb des Jahres statt, in deren Rahmen sich die Teilnehmer in Wetzlar treffen. Die Dozenten boten dort Seminare zu politischen und gesellschaftlichen Themen an. "Das war immer sehr interessant. Meine Kollegin Naima durfte sogar an einer Bildungsreise nach Polen teilnehmen."

Im Laufe des Jahres, so erklärt Alina Lytvynova, seien neue Freundschaften entstanden – nicht nur an der Primusschule, sondern auch in den Wochen der Seminarblöcke in Wetzlar. Dort kamen Bundesfreiwillige aus ganz Nordrhein-Westfalen zusammen.

"So ein Jahr kann auch dabei helfen, herauszufinden, was man nicht möchte"

Und was kommt nach dem Bundesfreiwilligendienst? "Das Jahr war wunderschön, ich habe viel gelernt und werde die Kinder sehr vermissen", betont Alina Lytvynova. Ihre berufliche Zukunft sehe sie jedoch nicht im sozialen Bereich, sondern eher im Büro. Sie liebe es, strukturiert zu arbeiten und suche daher aktuell einen Praktikumsplatz für ein berufsvorbereitendes Jahr.

"Sollte das nicht klappen, kann sie ihren Bundesfreiwilligendienst bei uns um weitere sechs Monate verlängern. Die Voraussetzungen hierfür habe ich bereits geschaffen, wenn sie möchte, kann Alina also sehr gerne noch bleiben."

Nachfolger gesucht

Zunächst jedoch endet der Bundesfreiwilligendienst von Alina Lytvynova und Naima Saoud. Damit werden an der Primusschule zwei Stellen frei. Wer Interesse hat, kann sich bewerben, auch während der Ferien, wie Anja Krause betont. Eine vorherige Hospitation sei nicht nur möglich, sondern ausdrücklich erwünscht.

"Der Bundesfreiwilligendienst ist meines Erachtens eine tolle Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren. So können die jungen Leuten feststelle, ob der Lehrer - oder der Erzieherberuf für sie infrage kommt."

Interessierte können ihre Bewerbung per Mail an [email protected] richten.