Mit einem Familiengottesdienst, Musik und zahlreichen Mitmachaktionen feierte die evangelische Kirchengemeinde das 250-jährige Bestehen ihres Kirchturms am 12. Juli. Rund 350 Besucher kamen zusammen, um das besondere Jubiläum zu feiern.

„Wir haben heute unser großes Jubiläumsfest“, sagt Cordula Schlepps, Mitglied des Presbyteriums. Anlass war das 250-jährige Bestehen des Kirchturms, dessen Grundstein vor 250 Jahren gelegt wurde und der seit seiner Einweihung im Jahr 1775 das Ortsbild prägt.

Familiengottesdienst und buntes Programm

Den Auftakt bildete ein Familiengottesdienst, an dem auch die Kinder der Kindertagesstätten mitwirkten. Zudem stellte die Kirchengemeinde ihre neuen Konfirmanden vor. Anschließend wartete rund um die Kirche ein abwechslungsreiches Programm auf die Besucher. Für das leibliche Wohl gab es Steaks, Salate sowie Kaffee und Kuchen.

Auch für die jüngsten Gäste war einiges geboten. „Die Kinder können hier mit Bausteinen Türme bauen – passend zum Thema“, erklärt Schlepps. Musikalisch begleiteten der Flötenkreis und der Posaunenchor das Fest. Mitarbeiter der Kindertagesstätten erzählten Geschichten für die kleinen Besucher, während die Tanzgruppe „Tanzflöhe“ mit ihrem Auftritt für Begeisterung sorgte.

Zu den Höhepunkten des Tages zählten außerdem die Führungen durch den Kirchturm. „Man kann einmal hoch auf den Turm gehen“, freute sich Schlepps über das große Interesse der Besucher.

Blick hinter die Kulissen des Kirchturms

Während der Turmführungen vermittelte Cathrin Brückmann, Mitglied im Bauausschuss der Kirchengemeinde, spannende Einblicke in die Geschichte des Bauwerks und seiner Glocken.

Der Kirchturm misst bis zum Wetterhahn 47 Meter und beherbergt insgesamt sechs Glocken aus unterschiedlichen Epochen. Eine davon schlägt jede volle Stunde, eine weitere erklingt traditionell zum Vaterunser auf Knopfdruck sowie eine an Weihnachten. Hinzu kommen die Viertelstundenglocke sowie die Taufglocke. An Weihnachten läuten fünf Glocken gemeinsam, während die sechste heute nicht mehr in Betrieb ist.

„Es gab auch mal eine siebte Glocke, die wurde uns geklaut“, erzählt Brückmann. Und auch der Turm selbst bleibt nicht völlig unbewegt: „Der Turm schwingt durch seine Höhe ebenfalls leicht mit.“

Abschied nach jahrzehntelangem Engagement

Der Gottesdienst bot zugleich Raum für die Verabschiedung der langjährigen Kita-Leiterin Michaela Eickeler. Ende der 1980er-Jahre begann sie mit ihrem Vorpraktikum in der Kindertagesstätte Pusteblume, arbeitete dort anschließend als Erzieherin und übernahm später die Leitung der Einrichtung. Seit 2019 leitete sie sowohl die Kita Pusteblume als auch das Spatzennest.

Nun verlässt sie die Kirchengemeinde aus persönlichen Gründen und zieht an einen neuen Wohnort. „Wir sind traurig, dass sie geht, wünschen ihr aber alles Gute und dass sie sich an ihrem neuen Wirkungsort schnell einlebt“, sagt Schlepps. Ihre Nachfolge übernehmen Katja Fröhlich als Leiterin der Kita Pusteblume sowie Jacqueline Binder als Leiterin des Spatzennests.

Zauberei und soziales Engagement

Für Unterhaltung zwischen den Programmpunkten sorgte Zauberer Arnd Clever. Mit seinem Walking Act mischte er sich unter die Besucher und begeisterte Kinder wie Erwachsene mit Zaubertricks.

Daneben präsentierten sich verschiedene Organisationen. Der Verein Lifegate informierte über seine Arbeit in Bethlehem und bot handgefertigte Produkte zum Verkauf an. „Weil wir Lifegate oft mit unserer Jugendbewegung besuchen, liegt uns die Arbeit besonders am Herzen“, sagt Beate Turck,  Mitglied im CVJM Halver.

Mission in Südostasien

Auch Sandra Düe und ihr Ehemann stellten die Arbeit der Missionsgesellschaft OMF vor. Die Organisation engagiert sich bereits seit 1865 dafür, Menschen in Südostasien zu erreichen und christliche Projekte vor Ort zu unterstützen.

„Es sind schon viele Menschen erreicht worden“, sagt Sandra Düe. „Aber es gibt noch viele, die wir noch nicht erreicht haben.“ Das Ehepaar nutzte das Jubiläumsfest, um mit den Besuchern über seine Arbeit ins Gespräch zu kommen.