Gemeinsam haben Armin Jung von der FDP und Oliver Busch von der SPD einen Antrag vorgestellt: Die Vorsitzenden der Kiersper Ratsfraktionen wollen erreichen, dass die Oberbergische Bahn (RB25) auch an den Wochenenden nachts verkehrt. Vor allem für junge Leute würden sich daraus zahlreiche Vorteile ergeben, sind sie überzeugt.
Die beiden Politiker haben gleich vier Gründe herausgesucht, die ihrer Meinung nach für eine Ausweitung des Bahnverkehrs auf der Strecke sprechen. Die RB25 war über einen langen Zeitraum aufgrund von Streckensperrungen, Komplettausfällen und Schienenersatzverkehr nur eingeschränkt nutzbar. Nach der Wiederaufnahme des Zugverkehrs soll ihrem Wunsch nach nun ein "attraktives und verlässliches Angebot geschaffen werden, um Fahrgäste zurückzugewinnen und neue Nutzer für die Strecke zu gewinnen."
Nun beantragen sie bei der Stadt, dass die Verwaltung bewusst auf die DB Regio als Betreiber der RB25 sowie weitere Beteiligte zugeht. Die Stadtverwaltung soll eine Ausweitung des Fahrplans zum kommenden Winterfahrplanwechsel erwirken.
Verkehrsverlagerung von der Schiene auf die Straße
Jung und Busch hoffen darauf, dass durch den Verkehr am Wochenende die RB25 dauerhaft gestärkt wird und dadurch auch im beruflichen Verkehr mehr Bedeutung bekommt. Durch diese steigende Aufmerksamkeit schafft die Oberbergische Bahn einen Beitrag zum Klimaschutz und der Verkehrssicherheit, da "weniger Jugendliche und Erwachsene auf das Auto angewiesen sind."
"Zudem würde eine sichere Alternative zu sogenannten Elterntaxis geschaffen", so die Politiker. "Denn viele Jugendliche, unter anderem zahlreiche Schüler der Gesamtschule Kierspe, verfügen bereits über ein Deutschlandticket. Ein erweitertes Wochenendangebot würde ihnen die Möglichkeit geben, dieses Ticket auch für Freizeitaktivitäten am Abend sinnvoll zu nutzen. Dadurch könnte der öffentliche Nahverkehr besonders für junge Menschen attraktiver und selbstverständlicher werden."
Vorteile für alle Bürger entlang der Strecke
"Ein späteres Zugangebot würde Jugendlichen und Erwachsenen ermöglichen, Veranstaltungen, Konzerte, Sportveranstaltungen, kulturelle Angebote und Freizeitangebote in Gummersbach oder Köln zu besuchen und anschließend sicher mit der Bahn nach Hause zu fahren. Auch in Richtung Lüdenscheid würde ein solches Angebot die Nutzung von Gastronomie, Kultur- und Freizeitangeboten erleichtern", heißt es im Antrag weiter.
Nicht zuletzt komme ein solches Angebot nicht nur den Kiersper Bürgern, sondern allen Kommunen entlang der Oberbergischen Bahn zugute, führen die Antragssteller aus. Die Strecke führe von Lüdenscheid über Halver, Kierspe und Meinerzhagen durch den Oberbergischen Kreis, den Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischen-Kreis bis nach Köln, halte dort unter anderem an der Haltestelle "Messe/Deutz" und dem Hauptbahnhof und ende am Kölner Hansaring.
Kritik von Anwohnern
Die Pläne führen jedoch nicht bei allen Anliegern nur zu Begeisterung. Am Tag nach der Einbringung des Antrags erreichte die LokalDirekt-Redaktion eine Nachricht von einem Anwohner, der direkt an der Bahnstrecke lebt: "Ich kann von meinem Garten aus auf den Bahndamm gucken. Ich sehe doch, dass jetzt schon kaum jemand abends in den Zügen sitzt. Wie soll es dann erst werden, wenn die Züge noch länger fahren?", kritisiert er darin die Pläne von SPD und FDP. Gerade die Lärmbelastung sehe er als unverhältnismäßig hoch im Vergleich zum Nutzen der wenigen Fahrgäste.









