Mit 200 Schutzbrillen für die Sonnenfinsternis haben die „Astrofreunde Oben an der Volme“ großzügig kalkuliert. Das dachten die Organisatoren rund um Joachim Kruse zumindest im Vorfeld. der Veranstaltung am Montag, 12. August. Gekommen sind an dem Abend jedoch mindestens 400 Personen, die sich das Spektakel am Himmel nicht entgehen lassen wollten.
Dem Universum ganz nah
Für die zahlreichen Besucher hatten die vier Vereinsmitglieder der „Astrofreunde Volmersl“ und ihre zehn Helfer einiges vorbereitet: So gab es mehrere Teleskope, durch die die partielle Sonnenfinsternis ganz nah betrachtet werden konnte. Um 20.12 Uhr erreichte diese ihren Höchststand mit knapp 90 Prozent Bedeckung. Eine solche Sonnenfinsternis gab es seit 1999 nicht mehr in Deutschland. Wer noch weniger von der Sonne sehen wollte, musste nach Spanien reisen, dort war die gesamte Sonne vom Mond verdeckt. Dieses Anblick übertrugen die Vereinsmitglieder per Livestream ins Bürgerzentrum.
Bundesweites Veranstaltungsnetz
Die deutschlandweite "Lange Nacht der Astronomie" fand an insgesamt 53 Standorten im gesamten Bundesgebiet statt; die Astronomische Gesellschaft, die Vereinigung der Sternenfreunde (VDS) und die Stiftung Planetarium Berlin haben sich für die Organisation zusammengetan und wurden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt unterstützt. Von diesem Organisationsverbund wurde unter anderem auch der Livestream angeboten, der rund um die Sonnenfinsternis zudem mit Expertenvorträgen und Hintergrundinformationen gefüllt wurde.
Fotogalerie
In Halver konnten junge und alte Besucher ein an die jeweilige Altergruppe angepasstes Astro-Quiz absolvieren, für die besten Teilnehmer gab es am Ende des Abends Belohnungen. Zudem war Konrad Kösters Bücherkiste mit einem Bücherstand und Infomaterial von Zubehör- und Ausrüstungsherstellern vertreten.
Gerade bei Familien fand das Angebot regen Anklang. "Das mediale Interesse an der partiellen Sonnenfinsternis war riesig", suchte Kruse auf der Veranstaltung eine erste Erklärung zu dem Andrang. Er zeigte sich gegen Ende mehr als zufrieden: "WIr sind überwältigt, nicht nur von der Menschenmasse, sondern auch von dem Feedback, was wir bekommen haben", freute er sich über den Verlauf des Abends.
Neben den Organisatoren des Rahmenprogramms hob er besonders Uta Hentschel und Oliver Henze vom Anne-Frank-Gymnasium sowie Bürgermeister Armin Kibbert (SPD) hervor.
Nach dem Treffen am Bürgerzentrum verlagerte sich die Veranstaltung schnell in das oberste Stockwerk des angrenzenden Gymnasiums. Von dort aus boten sich den Sternenfreunden beste Voraussetzungen für die Beobachtungen. Die Schutzbrillen wurden teils von Person zu Person weitergegeben, damit alle Anwesenden einen Blick auf das seltene Ereignis erhaschen konnten. Geduldig beantwortete das Team jede Frage - die Begeisterung war den Organisatoren anzusehen.
Perseidenregen als zweiter Höhepunkt der Nacht
Nach dem Ende der Veranstaltung gegen 22 Uhr ging es für die Mitglieder der Vereinigung der Sternenfreunde jedoch direkt weiter: Im "kleinen Kreis" verfolgten sie ab 23 Uhr das zweite Highlight des Abends im Nachthimmel: Beim Höhepunkt des Perseidenregens gingen bis 3 Uhr am Donnerstagmorgen bis zu 100 sichtbare Sternschnuppen pro Stunde über den Himmel. Für die „Astrofreunde Oben an der Volme“ war dies im wahrsten Wortsinn ein überirdisch gelungener Abschluss der lange Nacht der Astronomie.









