Am Seilersee glauben jetzt wohl nur noch die hartnäckigsten Roosters-Fans an einen Einzug in die Playoff-Runde. Unmöglich ist das allerdings noch nicht. Die Iserlohner bleiben bei 73 Punkten auf Platz 13 mit einem Punkt Rückstand auf Rang 10. Die Konkurrenten Frankfurt, Schwenningen und Berlin haben jeweils noch zwei Spiele, die Roosters nur noch den Auftritt am Sonntag bei den starken Straubing Tigers.
Für die Gäste konnten die Voraussetzungen beim souveränen Tabellenführer nicht ungünstiger sein. Die Roosters hatten bisher alle drei Spiele in der laufenden Serie gegen die Bayern verloren und bei nur drei eigenen Toren 14 Gegentreffer kassiert. Die Gastgeber haben ihre letzten sechs Spiele alle gewonnen. Die Sauerländer verloren ihre letzten vier Spiele in München und kassierten dabei 19 Gegentore. Der letzte Auswärtssieg datiert aus dem Jahr 2017.
Die Gäste hatten vor 3582 Zuschauern zu Beginn erwartungsgemäß in der Defensive alle Hände voll zu tun, standen aber gut. Es dauerte dennoch nur knapp vier Minuten bis zur Führung der Bayern. Eugen Alanov saß auf der Strafbank. Patrick Hager nutzte die Überzahl zum 1:0 für die roten Bullen.
Chancenlos blieben die Waldstädter allerdings nicht. Die größte Chance hatte noch Brent Raedeke. Die Ausgleichsmöglichkeit eröffnete sich durch die erste Überzahl. Frederik Tiffels saß in der Kühlbox. Das nutzte Ryan O´Connor 41 Sekunden vor dem Ende des ersten Drittels zu seinem elften Saisontor. Sein mächtiger Schuss schlug hinter Mathias Niederberger zum 1:1 ein.
Der zweite Durchgang begann mit einem Rückschlag für die Roosters. Noch immer in Überzahl aus dem ersten Drittel kassierten sie nur 13 Sekunden nach Wiederbeginn das 1:2 durch Maximilian Kastner. Die Waldstädter hielten dagegen. Brent Raedeke konnte für sein Team zum 2:2 ausgleichen. Er fälschte einen Schuss in der 27. Spielminute zu seinem dritten Saisontor ab. Das ging dem Tabellenführer offenbar massiv gegen den Strich, er zog das Tempo an. Es begann ein munteres Toreschießen.
Nur 67 Sekunden nach dem Ausgleich gingen die Gastgeber zum dritten Mal in Führung. Andreas Eder fälschte unhaltbar für Andreas Jenike zum 3:2 ab. Austin Ortega erhöhte in der 30. Spielminute für München auf 4:2.
Damit nicht genug, Filip Varejcka brauchte nur 28 Sekunden, um mit seinem Treffer das Ergebnis auf 5:2 für die Münchener zu stellen. Drei Tore der Gastgeber in nicht einmal drei Minuten. Das war die Entscheidung. Emile Poirier nutzte in der 36. Spielminute eine Überzahl zum dritten Treffer für die Sauerländer. Die Hoffnung kehrte zurück. Aber auch diesmal blieben die Gastgeber die Antwort nicht lange schuldig. Eine Sekunde vor der Drittelpause nutzt Yasin Ehliz die zweite Überzahl für die Bayern zur 6:3-Führung. Casey Bailey saß für die Roosters draußen. Kurios: Für eine Sekunde mussten die Spieler aus der Kabine zurück auf das Eis.
Das letzte Drittel begann deutlich ruhiger. Die Sauerländer versuchten, das Ergebnis freundlicher zu gestalten, München kontrollierte das Spiel. Das Tor von EHC-Keeper Mathias Niederberger kam selten in ernste Gefahr. Roosters-Coach Greg Poss zog alle Register, stellte personell um und nahm Keeper Andreas Jenike schon sechseinhalb Minuten vor dem Ende das erste Mal vom Eis. Julian Lutz nutzte seine Chance aufs erste Saisontor in der 56. Minute und stellte das Resultat auf 7:3 für seine Mannschaft. Maximilian Kastner machte mit seinem zweiten Tor in der 59. Spielminute den Deckel auf die Partie.









