Vor rund 600 Zuschauern am Hemberg hielt der FC Iserlohn im Westfalenpokal-Achtelfinale gut 20 Minuten gegen den zwei Klassen höher spielenden Regionalligisten Sportfreunde Siegen mit. Dann nutzten die Gäste ihre Stärke bei Standards und setzten sich am Ende deutlich durch.
Der Westfalenliga-Zweite ärgert den Regionalligisten gute 20 Minuten
Direkt nach dem Anpfiff des souveränen Referees Ali Magrouda (Herne, ASC Leone) rollte der Ball auf gut bespielbarem Hemberg-Naturrasen in Richtung Sportfreunde-Gehäuse. Im letzten Achtelfinal-Match hatten die favorisierten Siegerländer nicht mit so einem forschen Auftritt des klassenniederen Gegners gerechnet. Das Team von Simon Naujoks erarbeitete sich schnell zwei Eckbälle, die brachten allerdings nichts ein. Nach etwas mehr als 20 Minuten nahm das Iserlohner Schicksal jedoch seinen Lauf.
Erst professionelle Standards bringen SF Siegen in die Erfolgsspur
Im letzten Achtelfinal-Match brachten professionelle Standards die ersten Treffer. Innerhalb von nur zehn Minuten gingen die Sportfreunde mit 3:0 in Führung. Nicht aus dem später gekonnt demonstrierten Spielaufbau einer höherklassigen Mannschaft lag das Leder dreimal im Kasten von Torben Simon. Nein, Standards halfen dem Favoriten auf die Sprünge. Da gab es von Lucas Cueto scharf hereingetretene Eckbälle, Kopfball, Tor – 0:3. Das war schon die Vorentscheidung zu Gunsten der Gäste, die Mitte November beim Landesligisten FC Marl um den Einzug ins Halbfinale spielen.
Iserlohner Rückstand wächst stetig an, Jonas Hellfeier scheitert
Mit dem 0:4 gingen die Akteure des FC Iserlohn zahlenmäßig viel zu hoch unterlegen in die Pause. Im zweiten Abschnitt versteckten sie sich keineswegs, konnten jedoch den weiter anwachsenden Rückstand nicht in erträglichen Grenzen halten. Im Angriff scheiterte Jonas Hellfeier gleich zweimal auf dem Weg zum Ehrentreffer. Der ausgezeichnete SF-Keeper Pascal Manitz verhinderte den ersten Einschlag. Effektiv, ja eiskalt im Abschluss, bauten die bis zum Schluss von ihrer Anhängerschaft lautstark angefeuerten Siegerländer ihren Vorsprung aus.
Hochverdienter Ehrentreffer fällt durch Edin Grosonja
Es dauerte, erst sieben Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit zeichneten zwei eingewechselte Iserlohner für einen spektakulären Abschluss verantwortlich. Yllnor Tahiri steckte präzise auf Edin Grosonja durch. Der einzige Iserlohner Torschütze bezwang Pascal Manitz mit einem unhaltbaren Schuss in die kurze Ecke. Für das gelungene Zusammenspiel kam verdienter Beifall von der Tribüne. Aber es gab unmittelbar danach noch zwei weitere Chancen zur Ergebnis-Korrektur.
Kurz vor dem Abpfiff zwei Strafstöße für den FC Iserlohn
Turbulent ging es kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit im Siegener Strafraum zu. Gleich zweimal zeigte Schiedsrichter Ali Magrouda nach Handspielen auf den ominösen Punkt. Erst scheiterte Tomislav Ivancic an der Querlatte (89.) und wenig später fand Onur Tekin in Pascal Manitz seinen Meister. Zu allem Übel fiel die Iserlohner Niederlage doch noch zweistellig aus. Ömer Tokac und Kapitän Michel Stöcker trafen in der Nachspielzeit gegen kräftemäßig nachlassende Hausherren zum 1:10.
FC-Trainer Simon Naujoks: „Hatte vor den gegnerischen Standards gewarnt“
"Ich hatte vor den gegnerischen Standards gewarnt, die waren schon professionell ausgeführt", meinte FC-Trainer Simon Naujoks. "Das hat man bei den drei ersten Gegentoren gesehen. Auch da wurde dann der Klassenunterschied deutlich. Es gab bei uns aber auch gute Momente im Spielaufbau, wo wir die Siegener vor einige Probleme gestellt haben. Die Niederlage ist viel zu hoch ausgefallen, das haben die Jungs nicht verdient. Das Gute ist, dafür gibt es keine Minuspunkte. Wir sind nur aus dem Pokal ausgeschieden. So ein Ergebnis schlägt mir überhaupt nicht auf das Gemüt. Ich hoffe, die Jungs stecken das auch schnell weg.“
1. Vorsitzende Jens Breer nimmt die hohe Niederlage gelassen
Auch Jens Breer, 1. Vorsitzender der Iserlohner Fußballer, nahm die hohe Niederlage gelassen auf. „Der Rahmen stimmte, ein insgesamt gelungener Fußball-Abend. Man hat gemerkt, dass die Sportfreunde Siegen zwei Klassen höher um Meisterschaftspunkte spielen. Schade, wir hätten noch gerne ein paar Hundert mehr Zuschauer am Hemberg begrüßt. Und schade, dass wir nicht die beiden Elfmeter genutzt haben. Uns hätte mehr als nur den Ehrentreffer zugestanden. Jetzt steht die Meisterschaft uneingeschränkt an erster Stelle.“
FCI-Verantwortliche bestens geschult durch die letzten Großereignisse
Organisatorisch konnten die Verantwortlichen des FC Iserlohn im Vergleich zum Liga-Alltag wertvolle Erfahrungen einbringen. Sie sind bestens geschult durch die letzten Großereignisse. Denn in 2024 hatte die italienische Nationalmannschaft ihr Trainingslager im Hemberg-Stadion aufgeschlagen. Und am 2. August 2025 traf Bundesligist Borussia Dortmund in einem Testspiel auf den französischen OSC Lille (3:2). Da sorgten fast 5000 Zuschauer für einen tollen Rahmen.
Organisations-Chef Jürgen Echtermann hat alle Hände voll zu tun
Neben dem vorgezogenen Einlass (17 Uhr) wurde auf Wunsch der Siegener für deren Anhängerschaft ein zweiter Getränkestand installiert. Bei den FCI-Frauen fanden leckere Waffeln reißenden Absatz. Guten Umsatz machte auch der lange Zeit umlagerte Imbissstand am Clubheim. Iserlohns Geschäftsführer und Orga-Chef Jürgen Echtermann konnte wieder einmal auf eine große Schar von freiwilligen Helfern zurückgreifen. „Da waren rund 50 Mitarbeiter aus unserem Verein und dem Sportlertreff TuS ImPuls im Einsatz.“ Zusätzlich hielt er die ganze Zeit Kontakt zu den Verantwortlichen der Sportfreunde Siegen.
FC Iserlohn: Torben Simon; Onur Tekin, Abdelaziz Slimi (65. Valere Hiobi), Tomislav Ivancic, Pablo Perez Carriazo (58. Christo Galagoussis), Jonas Hollmann, Julian Hunecke, Jeremy Aboagye (89. Samuel Abane), Leonit Tahiri (80. Yllnor Tahiri), Jonas Hellfeier, Volkan Okumak (70. Edin Grosonja).
Tore: 0:1 (24.) Stöcker, 0:2 (27.) Ngyombo, 0:3 (33.) Stöcker, 0:4 (35.) Cueto, 0:5 (52.) Mayer, 0:6 (58.) El Chaabi, 0:7 (69.) El Chaabi, 0:8 (75.) Stöcker, 1:8 (83., Strafstoß) Grosonja, 1:9 (90. + 1) Tokac, 1:10 (90. + 3) Stöcker.










