Mehrere Brandherde, dichter Rauch und vermisste Arbeiter: Bei der Jahresabschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Breckerfeld am Samstag, 17. Oktober, galt es auf dem Betriebsgelände der Firma Kukatsch ein anspruchsvolles Gefahrenszenario zu bewältigen.
Geheime Pläne, viele Zuschauer
Als am Samstagnachmittag um 15 Uhr die Alarmierung ertönte, wussten die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr zwar, dass die jährliche Großübung anstand. Wo sie stattfinden und welche Herausforderungen sie erwarten würden, blieb jedoch bis zuletzt geheim. Zumindest offiziell — hatte die Wehrleitung doch im Vorfeld ausdrücklich darum gebeten, dass außer den Planern der Übung keine Informationen an die ehrenamtlichen Kameraden weitergegeben werden sollen.
„Das hat im Großen und Ganzen ganz gut funktioniert“, sagt Lisa Burmeister, Sprecherin der Löschgruppe Delle, die in diesem Jahr mit der Planung an der Reihe war, im Gespräch mit LokalDirekt. Für interessierte Zuschauer hatte die Feuerwehr angeboten, dass sie den genauen Einsatzort vorab per E-Mail erfragen konnten: „Und das haben tatsächlich viele in Anspruch genommen. Es freut uns, dass bei den Breckerfeldern so großes Interesse an unserer Arbeit besteht.“
Mehrere Brandherde und Menschen in Gefahr
Die Leitung der Löschgruppe Delle hatte sich für die Jahresabschlussübung ein anspruchsvolles Szenario auf dem Betriebsgelände der Firma Kukatsch im Industriegebiet ausgedacht. Das Ziel: möglichst viele Einsatzsituationen unter realitätsnahen Bedingungen trainieren.
Ausgangspunkt war eine brennende CNC-Maschine in einer Produktionshalle. Dichter Rauch breitete sich aus, während sich noch mehrere Beschäftigte im Gebäude aufhielten. Kollegen aus anderen Betriebsbereichen wollten zu Hilfe eilen, ließen dabei aber ihre Gasbrenner eingeschaltet. Dadurch entstand ein weiterer Brand.
Zusätzlich saß eine neunköpfige Besuchergruppe in einem Gebäude fest. Drei Arbeiter galten als vermisst und mussten von den Feuerwehrleuten gesucht und geborgen werden. Während die Besuchergruppe von Komparsen aus den eigenen Reihen dargestellt wurde, kamen als vermisste Personen 70 Kilogramm schwere Übungspuppen (sogenannte Dummys) zum Einsatz. „Das ist körperlich tatsächlich eine sehr anstrengende Angelegenheit“, betont Burmeister. Aber gewichtsmäßig eben durchaus realitätsnah — und darum gehe es ja bei einer Übung.
Als wäre das nicht genug, sah das Szenario auch noch einen Atemschutznotfall vor: Ein Feuerwehrmann sollte während des Einsatzes selbst in eine Notlage geraten. Die Kräfte mussten also nicht nur Menschen retten und Brände bekämpfen, sondern auch auf die eigene Sicherheit und die der Kameraden achten.
„Natürlich ist ein solches Szenario erst einmal sehr unwahrscheinlich“, räumt Burmeister ein. Gerade bei der Jahresabschlussübung gehe es jedoch darum, möglichst viele unterschiedliche Gefahrenlagen durchzuspielen. Im Fachjargon spreche man dabei von „Übungskünstlichkeit“.
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Erst orientieren, dann Hand in Hand arbeiten
Rund 50 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Breckerfeld beteiligten sich an der Übung. Das entspricht etwa der Hälfte aller Feuerwehrmitglieder. Unterstützung kam von den Johannitern, dem Team der Notfallseelsorge und der Jugendfeuerwehr.
„Zu Beginn lief nicht alles auf Anhieb rund“, sagt Burmeister. Das habe vor allem daran gelegen, dass die Einsatzkräfte das Betriebsgelände und die Gebäudeaufteilung des Holzbausystem- und Möbeltischlerei-Unternehmens noch nicht kannten. „Das war für uns Neuland. Es brauchte einige Zeit, bis wir uns orientiert hatten und wussten, welche Gefahrenlage in welchem Bereich zu bewältigen war“, erklärt sie.
Auch fehle bei einer angekündigten Übung zudem das „kleine bisschen mehr Adrenalin“, das bei einem echten Einsatz eine Rolle spiele. Insgesamt fällt Burmeisters Bilanz dennoch positiv aus: Die Abstimmung zwischen den einzelnen Einheiten sowie die Zusammenarbeit mit Rettungsdienst und Notfallseelsorge hätten reibungslos funktioniert und auch die geforderten Aufgaben seien allesamt erfolgreich abgearbeitet worden.
„Im Normalfall hätten wir bei einer solchen Großeinsatzlage selbstverständlich überörtliche Hilfe angefordert, um wirklich alle Rettungs- und Schutzmaßnahmen innerhalb kürzester Zeit durchführen zu können“, betont die Sprecherin.
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Lob vom Bürgermeister
Neben zahlreichen „Schaulustigen“ verfolgte auch Bürgermeister André Dahlhaus die Übung vor Ort — und fand bei der anschließenden Nachbesprechung anerkennende Worte für die Einsatzkräfte: „Die Breckerfelder Bürgerinnen und Bürger können sich angesichts eurer schlagkräftigen Truppen sehr sicher fühlen.“
Für Burmeister war das Lob eine schöne Bestätigung der geleisteten Arbeit. Die Übung habe zugleich gezeigt, wie wichtig es sei, unterschiedliche Einsatzlagen regelmäßig zu trainieren und die Zusammenarbeit der beteiligten Kräfte zu festigen.
Dank der Feuerwehr
Ein besonderer Dank der Feuerwehr galt der Geschäftsleitung der Firma Kukatsch, die nicht nur ihr komplettes Außengelände, sondern auch die einzelnen Gebäudekomplexe und unterschiedlichen Produktionsstätten für die Übung zur Verfügung gestellt hatte. „Es ist keineswegs selbstverständlich, dass uns ein Unternehmen eine solche Möglichkeit bietet“, betont Burmeister. Die Einsatzkräfte hätten dadurch die örtlichen Gegebenheiten kennenlernen können. Sollte es dort tatsächlich einmal brennen oder zu einem anderen Notfall kommen, wären sie mit dem Gelände bereits vertraut: „Und das kann im Ernstfall ein entscheidender Vorteil sein.“







