Viele Menschen nehmen neben ärztlich verordneten Arzneimitteln freiverkäufliche Vitamine, Mineralstoffe oder pflanzliche Präparate ein. Häufig bleibt diese Einnahme in der Arztpraxis unerwähnt, obwohl Wechselwirkungen die Wirkung der Medikamente abschwächen oder verstärken können.
„Da Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine und pflanzliche Wirkstoffe relevante Effekte auf Medikamente und Untersuchungen haben können, sollte jede Einnahme beim Arztgespräch aktiv erwähnt werden“, empfiehlt Angela Clausen, Teamleiterin Lebensmittel im Gesundheitsmarkt bei der Verbraucherzentrale NRW, auch wenn Ärzte eigentlich von sich aus nachfragen sollten. „Denn bestimmte Nahrungsergänzungsmittel beeinflussen Laborwerte und können zu falschen Diagnosen führen.“ Besonders Biotin könne Bluttests verfälschen.
Selbst pflanzliche Inhaltsstoffe könnten Risiken bergen und im schlimmsten Fall den Behandlungserfolg gefährden. Auch Vitamine und Mineralstoffe seien nicht immer harmlos, vor allem wenn sie hoch dosiert eingenommen werden. Kritisch werde es vor allem bei chronischen Erkrankungen oder einer dauerhaften Therapie.
„Die Kombination aus Arzneien und Nahrungsergänzungsmitteln sollte immer ärztlich überprüft werden. Nur so lassen sich unnötige Risiken vermeiden“, so Angela Clausen.
Um die Übersicht zu behalten, bietet die Verbraucherzentrale das Formular „Persönliche Gesundheitsapotheke“ an, das in die elektronische Patientenakte hochgeladen werden kann.
Weiterführende Informationen:
•Für das Arztgespräch:
www.klartext-nahrungsergaenzung.de/node/34625
•Wechselwirkungen bei Nahrungsergänzungsmitteln:
www.klartext-nahrungsergaenzung.de/node/50991
•Formular „Persönliche Gesundheitsapotheke“:








