Update 21 Uhr:
„Das Feuer ist soweit unter Kontrolle“, berichtet Simon Bornmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Hagen auf Anfrage von LokalDirekt. Noch immer laufen aber die Löscharbeiten im Bereich Kettelbach/Egge. Die Dunkelheit erschwert die Arbeiten, zudem sind die Einsatzkräfte langsam müde. Die Arbeit bei den hohen Temperaturen und mit dem schweren Gerät an den steilen Hängen ist kräftezehrend. Doch schon jetzt ist klar: So schnell wird dieser Einsatz nicht beendet sein. Vermutlich werden die Arbeiten bis in die frühen Morgenstunden andauern. Nur wenn alles perfekt läuft, könnte es schon gegen 2 Uhr geschafft sein. Allerdings spielen der Wind und die Dunkelheit den Rettern nicht gerade in die Karten.
„Aktuell sind hier 150 Einsatzkräfte aus Breckerfeld, Hagen und dem gesamten Ennepe-Ruhr-Kreis im Einsatz. Wir brauchen die Man-Power einfach, da das Gelände so schwierig ist“, erklärt Bornmann. Allerdings merke man schon, dass die Arbeit an die Substanz der Einsatzkräfte geht. „Wir müssen auf jeden Fall in der Nacht einige austauschen“, betonte Bornmann und bedankte sich in dem Zusammenhang bei den umliegenden Feuerwehren für die gute Unterstützung. Alleine hätten Hagen und Breckerfeld das nicht so schnell geschafft. „Das war schon ein wirklich großer Brand. Ich gehe davon aus, dass rund 9000 Quadratmeter gebrannt haben. Die Flammen waren teilweise bis zu 1,50 Meter hoch“, berichtet der stellvertretende Wehrleiter.

„Gleich kommt noch das THW. Der Ortsverband Hagen wird uns den Bereich ausleuchten. Gleich gibt es es erst nochmal eine kurze Lagebesprechung“, berichtet der Feuerwehrmann. Gemeinsam überlegen wir, wo wir Einsatzkräfte austauschen und wie wir heute Nacht weiter machen“, sagt Bornmann. Die größte Gefahr bestehe darin, dass sich das Feuer unterirdisch weiter ausbreite, beispielsweise über das Wurzelwerk. Aus diesem Grund werden rund um das Feuer Schneisen gezogen, auch etliche Bäume wurden daher gefällt. Hinzu kommen sogenannte Wundstreifen. „Händisch wird praktisch ein Graben gezogen, das ist körperlich wirklich anstrengend“, erklärt der Experte. Dabei wird alles entfernt, was irgendwie brennen kann. Sprich Wurzeln, Äste und Laub. „Bäume fällen können wir jetzt in der Dunkelheit natürlich nicht mehr, das wäre viel zu gefährlich“, betont Bornmann.
Dafür kommt jetzt ein Bagger zum Einsatz. Dieser wurde bereits angefordert. Er soll den Einsatzkräften bei der Arbeit helfen. Dennoch müssen die Einsatzkräfte weiter den Boden umgraben. „Nur so finden wir wirklich alle Glutnester, sonst kann das Feuer schnell wieder entfachen“, betont der Experte. Ein Problem stellte während der Arbeiten die Zuwegung dar. „Erst geht es über eine recht schmale Straße, dann ein ganzes Stück über einen Waldweg, der hinterher wirklich nur noch ein Trampelpfad ist. Es ist gut, dass wir so viele geländegängige Fahrzeuge haben. Dennoch mussten viele Sachen und Werkzeuge einfach weit den Berg hinauf getragen werden. Daher brauchen wir auch so viele Einsatzkräfte, das Gelände ist einfach schwierig.“
Auch wenn das Feuer irgendwann gänzlich gelöscht ist, werden noch Mitglieder der Feuerwehren vor Ort bleiben und eine Brandwache stellen. „Morgen werden wir dann im Hellen noch einmal alles gründlich nachkontrollieren. Aber aktuell sind wir ja immer noch am Löschen. Das wird auch noch dauern“, erklärt Bornmann.
Das DRK ist ebenfalls angerückt. Die Mitglieder kümmern sich um die Verpflegung der Einsatzkräfte. „Dieser Einsatz verlangt schon von allen sehr viel Engagement. Da ist es ein Segen, dass allein wir als Hagener Wehr auf 750 Ehrenamtliche zurückgreifen können. Das ist absolut nicht selbstverständlich und sehr besonders“, freut sich Bornmann.

Erstmeldung:
Die Freiwillige Feuerwehr Breckerfeld und die Berufsfeuerwehr Hagen kämpfen aktuell gegen einen Waldbrand, der am Donnerstagnachmittag, 3. April, im Bereich Kettelbach/Egge ausgebrochen ist.
Der Flächenbrand habe sich etwa gegen 16 Uhr auf einem Gebiet an der Grenze zwischen Breckerfeld und Hagen ausgebreitet, oberhalb der Kartbahn in der Selbecke, ausgebreitet, erklärt Andreas Bleck, Leiter der Feuerwehr Breckerfeld, auf Anfrage von LokalDirekt. Die Freiwillige Wehr sei mit allen drei Einheiten – dem Löschzug Breckerfeld sowie den Löschgruppen Delle und Zurstraße – vor Ort, ebenso Kräfte der Berufsfeuerwehr Hagen. „Es wurde mittlerweile ein Pendeldienst eingerichtet, der Löschwasser zur Brandstelle bringt.“
Kettelbachstraße gesperrt
„Aufgrund des Feuerwehreinsatzes ist die Kettelbachstraße Stand 18.50 Uhr zwischen Zurstraße und Hagen-Haspe noch immer vollständig gesperrt“, weist Pressesprecher Hendrik Binder Anwohner und Verkehrsteilnehmer gegen auf die Ausnahmesituation hin. Die Brandbekämpfung dauere an, es sei unklar, wie groß die betroffene Fläche tatsächlich ist.
Trotz des großen Einsatzes bleibe der Grundschutz für die Stadt Breckerfeld gewährleistet: „Dies wird durch die Unterstützung weiterer Feuerwehrkräfte aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sichergestellt“, so Bleck.