Eigentlich ist er schon ein ganz großer Mann, die Haare strubbelig und ganz schön herausfordernd geschnitten. Gestern war er noch Kindergartenkind, jetzt steht „Schulkind“ auf seiner Brust. Ein neuer Abschnitt begann für ihn am Einschulungstag in der Grundschule Rahlenberg. Pfarrers Segen, die Ansprache der Schulleiterin, das Lied der Eltern und das Anspiel der „Großen“ hatte er gut weggesteckt. Doch als es dann mit den anderen I-Männchen in die Klasse gehen sollte, da übermannten unseren wackeren Jungen doch die Gefühle – Mama war die Beste, die spontanen Tränen zu trocknen. Und dann …. ging es wirklich in die Klasse.

Übrigens: T-Shirts mit „Schulkind“-Print gab es am 28. August am Rahlenberg mehrere, drei waren es mindestens. Niemand soll hier geoutet werden, wobei: Am ersten Schultag sind Gefühle nun wirklich erlaubt, selbst wenn sie von noch so abgebrühten Jungs stammen.

50 I-Männchen wurden in die Grundschule Rahlenberg eingeschult. Pünktlich vor 9 Uhr sah man aus allen Richtungen Grüppchen von Kindern, Eltern, Großeltern und Verwandten zur Aula des Bildungszentrums streben, deutlich erkennbar an blitzsauberen und nagelneuen Tornistern und den obligatorischen Schultüten. Wobei, es sei der Wahrheit halber angemerkt, dass die Schultüten die Väter schmücken, fast nie die Kinder. Das Teil wird der Tradition halber ausgeführt; eine echte Bedeutung kommt die Tüte nicht mehr bei. Am ersten Schultag darf es so sein, dass Mütter die Tornister, Väter die Schultüten tragen. Ach, was solls ….

Einschulung am Rahlenberg - die Otter-Klasse.
Foto: Aschauer-Hundt

Dass die Tüte das heimliche Accessoire  der Väter ist, hatte auch Superintendent a.D. Klaus Majoress erkannt, der gemeinsam mit Laura Egen von der katholischen Pfarrgemeinde Gebet und Geschichte mitgebracht hatte und den Segen für die 50 neuen Schulkinder sprach. Die saßen auf den Stufen der Bühne und hatten einerseits das Treiben im Bühnenraum, andererseits einen prall gefüllten Saal mit Angehörigen und ungezählten „über sechs Ecken Verwandten“ im Blick.

Die beiden neuen Klassen am Rahlenberg tragen die Ehrennamen Otter- und Igelklasse; beide Klassen haben jeweils ein Plüschtier als Erkennungsmerkmal, Seelentröster und Talismann im Klassenraum. „Es hat sich viel geändert seit Ihrer Schulzeit“, richtete sich Schulleiterin Heike Zilinski an die Eltern, nachdem die Ameisenklasse – das ist eigentlich die 4b – gemeinsam mit dem Schulchor das Begrüßungslied „Hey, hallo Du, wie schön dass Du da bist“ geschmettert hatte.  Der Schulchor selbst sang das Lied von den löwenmutigen und tigerstarken Kindern. Das war so schön, dass aus dem I-Männchen-Kreis ein „nochmal bitte“ laut wurde. Schau schau, hört hört!

Einschulung am Rahlenberg - die Igel-Klasse.
Foto: Aschauer-Hundt

Dann ging es in die Klassen, Vorfreude und Tränchen, ach, Sie wissen schon. Und: „Jetzt sind sie weg“, richtete sich die Schulleiterin an die Eltern. „Das bleibt jetzt so. Morgen kommen sie wieder zu uns; mit heute ist es nicht getan.“

Während die erste Schulstunde lief, konnten sich die Eltern bei Kaffee, Waffeln, Butterkuchen und belegten Brötchen nicht nur mit der neuen Situation vertraut, sondern sich auch untereinander bekannt machen. Organisiert wurde das Einschulungscafé vom Förderverein der Schule, für den Vorsitzender Oliver Matula parallel warb und freundlich zum Eintritt aufforderte. Schnell ging diese Stunde vorbei, bevor das obligatorische Einschulungsfoto – welch ein wuseliges Treiben für handy-fotografierende Mütter -  auf der Treppe des Haupteingangs erstellt werden durfte. Nota bene, die Schulleiterin sagte es deutlich: „Bilder nur für den persönlichen Gebrauch und für die Zeitung, nicht für die (un)sozialen Medien.“ Denn es gilt „Das ist zum Schutz der Kinder“ – man merke also auf: Am Rahlenberg spielen die Kiddies die Hauptrolle, jedenfalls vier Jahre lang, bis sie sattelfest sind, u.a. rechnen, schreiben und lesen können und auf die weiterführenden Schulen übergehen.